Zum Inhalt springen

AA AA AA

Schmalblättrige Wollgras, Foto: Naturpark Riedingtal

Hirschbirne, Foto: Ewald Neffe

Schachblume, Foto: F. Kovacs

Echte Johanniskraut, Foto: Ewald Neffe

Rostblättrige Alpenrose, Foto: R. Zideck

Hirschzungenfarn, Foto: H. Marek

Spinnweb-Hauswurz, Foto: H. Marek

Herbstzeitlose, Foto: E. Neffe

Echtes Johanniskraut

Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), Foto: Ewald Neffe

Stolz streckt es seine zarten, leuchtend gelben Blüten der Sonne entgegen. Das Echte Johanniskraut, "Pflanze des Lichts" – ein magisches und heilendes Kraut unserer Landschaft. Wenn es blüht, ist der Sommer da!

Wir zeigen, wieso diese Besonderheit der heimischen Pflanzenwelt als "Sonnwendkraut" bezeichnet wird und stimmungsaufhellend, magisch wie auch zart in gleicherweise Weise ist.

Lichtverliebt und heiß begehrt

Foto: Andreas Kristl

Seine ersten Blüten öffnet das Echte Johanniskraut jährlich um die Sommersonnenwende, einem Ereignis, mit dem das Echte Johanniskraut, Hypericum perforatum, schon seit uralter Zeit in Verbindung gebracht wird. Der Tag, an dem "das Licht das Dunkel besiegt", wurde von den Menschen seit jeher gefeiert. Mit Johanniskraut wurden die Altare geschmückt, beim Tanzen verzierten Kränze aus blühendem Johanniskraut die Häupter der Damen. Das ursprünglich heidnische Fest wurde zur Sommersonnenwende (21. Juni) gefeiert, jedoch nach der Christianisierung auf den 24. Juni verlegt und mit dem heiligen Johannes in Verbindung gebracht – daraus entstand der Johanni-Tag. Dies hat der Pflanze schließlich auch zu seinem deutschen Namen verholfen.

In unserer heimischen Flora finden wir mehrere Johanniskraut-Arten. Das Echte Johanniskraut lässt sich am besten anhand seiner Stängel identifizieren: Wird dieser direkt unter dem Blütenstand zwischen den Fingern gerollt, fühlt er sich zweikantig an. Dafür verantwortlich sind zwei gegenüber liegende Längsleisten an den sonst stielrunden Trieben. Auch seine Blätter sind charakteristisch: Gegen das Licht gehalten, werden auf ihren Flächen durchscheinende Pünktchen erkennbar – Öldrüsen, die in das Blattgewebe eingelagert sind. Der lateinische Artbeiname "perforatum" bezieht sich auf dieses Merkmal.

Während seiner Blütezeit zwischen Juni und August tummeln sich zahlreiche Insekten auf den filigranen Blüten. Aber nicht alle Blütenbesucher sind unbedingt nur an Pollen und Nektar interessiert. Auch Sonnenanbeter wie der Apollofalter und andere Schmetterlinge nutzen die Pflanze als sonnig-warmen Rastplatz.

Mit der Sonne kommt die gute Laune

Foto: Klaus Wanninger

"Pflanze der Sonne" wird das Echte Johanniskraut auch genannt – ein klingender Name, der große Erwartungen wach werden lässt. Was hat es mit dieser Pflanze auf sich, dass mit ihrem Beinamen der zentrale Stern unseres Sonnensystems gewürdigt wird? In der Tat schreiben die Menschen seit Jahrtausenden dem Echten Johanniskraut magische, vor bösen Einflüssen schützende Eigenschaften zu, die auf ihre heilende Wirkung hinweisen. Heute ist die Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe durch medizinische Forschung bestätigt, das Zusammenspiel der Wirkstoffe ist jedoch teilweise noch immer nicht geklärt.

Seinen Bezug zur Sonne zeigt das Johanniskraut jedenfalls in mehrfacher Hinsicht. Als Pionier und Magerkeitszeiger bevorzugt die Pflanze sonnenreiche und karge Standorte, wie Magerweiden, Wegränder und Waldsäume. Im übertragenen Sinne kann das Johanniskraut auch "Sonne in die Seele" bringen - es gilt als bestes pflanzliches Mittel gegen Depressionen. Seine antidepressive Wirkung ist seit langer Zeit bekannt. Schon Hildegard von Bingen hat dem Kraut den Beinamen "Arnika der Nerven" gegeben. Durch den Gehalt an Hypericin wirkt die Pflanze photosensibilisierend, das heißt, es macht die Haut empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Positiv in lichtarmen Wintermonaten – mit Vorsicht zu genießen bei besonders heller Haut oder starker Sonneneinstrahlung. Hyperforin und andere Inhaltsstoffe des Johanniskrauts sorgen für eine verstärkte Verfügbarkeit von Neurotransmittern (= Botenstoffe) im Gehirn, welche die Reizleitung verbessern und somit stimmungsaufhellend wirken können. Dies sind die gleichen Wirkmechanismen, wie sie auch von synthetischen Antidepressiva bekannt sind.

Top