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Blauflügel-Prachtlibelle, Foto: Andreas Kristl

Foto: Franz Kovacs

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Wildschwein, Foto: Ewald Neffe

Moorfrosch, Foto. Herfried Marek

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Fischotter, Foto: Ewald Neffe

Alpenbockkäfer, Foto: Herfried Marek

Blaue Holzbiene

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Blaue Holzbienen können zwar stechen, sie tun dies aber nur, wenn man sie in die Enge treibt. Dem Menschen gegenüber sind sie nicht angriffslustig und für diesen daher trotz ihrer Größe und imposanten Erscheinung völlig ungefährlich.

Imposant, aber harmlos

Mit einer Körperlänge von fast 30 mm ist die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ein wahrer Gigant unter den Bienen. Aufgrund ihrer beeindruckenden Größe und dem dicht behaarten Körper erinnert sie auf den ersten Blick an eine Hummel. Von dieser unterscheidet sie sich jedoch durch die blauschwarz gefärbten Flügel, die – je nach Lichteinfall – bläulich bis violett schillern. Bei Hummeln sind die Flügel hingegen stets klar und durchscheinend.

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Holzbienen sind nicht staatenbildend wie z. B. die Honigbiene sondern leben stets alleine. Der Gattungsname Xylocopa bedeutet „die Holzschneidenden“. Das kommt daher, dass Holzbienen ihre Nistgänge in Holz anlegen. Unmittelbar nach der Paarung im Frühling suchen die Weibchen nach trockenen, bereits morschen Holz und nagen in dieses mit ihren kräftigen Zähnen Gänge mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 cm. Die einzelnen Brutzellen liegen in einer Linie hintereinander und sind durch Zwischenwände getrennt. Eine Mischung aus Pollen und Nektar in Form eines Brotlaibes ist der Proviant für die Brut. Ist die Niststätte fertig, werden die Nistgänge verschlossen. Wird ein Nest von mehreren Bienen benutzt, können bis zu drei Meter lange Brutgänge entstehen. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum fertig ausgewachsenen Tier beträgt rund zehn Wochen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich vom Nektar und Pollen einer großen Bandbreite verschiedener Blüten wie etwa von Lippenblütlern, Korbblütlern oder Schmetterlingsblütlern. Ungewöhnlich für Solitärbienen ist die lange Lebensdauer der Weibchen, die häufig sogar gemeinsam mit ihren Nachkommen in einem Nest leben. Die Überwinterung erfolgt entweder einzeln oder in kleinen Gruppen in Spalten, selbst gegrabenen Erdlöchern oder in den Nestern.

Vom Klimawandel begünstigt

Streuobstwiese, Foto: Franz Grabenhofer

Das Hauptverbreitungsgebiet der Blauen Holzbiene befindet sich in Südeuropa. In Österreich kommt die Art nur in besonders wärmebegünstigten Regionen mit vielen Sonnentagen vor. Dort besiedelt sie am liebsten blüten- und totholzreiche Streuobstwiesen, aber auch Gärten, Parkanlagen, Waldsäume und lichte Wälder mit ausreichend Totholz. Sie sind standorttreu und nisten meist in dem Holz, aus dem sie selber geschlüpft sind. Im Laufe der Zeit kann das Holz gänzlich durchbohrt werden. Seit einigen Jahren scheint die Blaue Holzbiene ihr österreichisches Areal auszuweiten. Diese Ausbreitung könnte im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Durch die erhöhte Anzahl an trockenen, heißen Sommertagen sowie durch die schneearmen, milden Winter verbessern sich die Lebensbedingungen der wärmeliebenden Art. Holzbienen kommt eine große Bedeutung als Blütenbestäuber zu. In manchen Fällen kommen sie dieser Aufgabe jedoch nicht nach und betätigen sich stattdessen als „Nektarräuber“. Sind die Blüten für die große Biene zu schmal um mit dem Rüssel an den Nektar zu gelangen, nutzen sie ihre kräftigen Mundwerkzeuge und beißen einfach seitlich ein Loch hinein. So gelangt das Insekt an den Nektar, ohne aber die Blüte zu bestäuben.

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