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Blauflügel-Prachtlibelle, Foto: Andreas Kristl

Foto: Franz Kovacs

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Wildschwein, Foto: Ewald Neffe

Moorfrosch, Foto. Herfried Marek

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Fischotter, Foto: Ewald Neffe

Alpenbockkäfer, Foto: Herfried Marek

Apollofalter

Roter Apollo oder Apollofalter (Parnassius apollo), Foto: Herfried Marek

Der römisch-griechische Gott Apollo gilt als Sinnbild für Schönheit. Einer der schönsten, jedoch leider auch seltensten Tagfalter in Österreich ist nach dem griechischen Berg Parnass benannt, der dem Gott Apollo geweiht ist.

Wir zeigen, wieso dieser Schmetterling mit Hexen in Verbindung gebracht wurde und die als Butterdieb wie auch Tänzer bezeichnet werden kann.

Wenn die Hexe von der Sahne nascht …

Apollofalter sind hierzulande etwa im Naturpark Weißbach anzutreffen, Foto: Christine Klenovec

Mit ihrem spiralig eingerollten Rüssel, der übrigens über zahlreiche kleine Muskeln in der Rüsselwand ausgerollt wird, saugen Schmetterlinge allerlei Flüssiges. Feste Nahrung können sie im Gegensatz zu den Raupen nicht mehr zu sich nehmen. Sie fühlen sich nicht nur durch Blütennektar, sondern auch durch frische Milch und Butter angezogen. Früher dachte man, dass Hexen sich in hübsche Schmetterlinge verwandeln, um in Häuser zu gelangen. Dort konnten sie dann unbemerkt von der Sahne naschen. Auf jeden Fall lässt sich der Name auf das mitteldeutsche Wort „Schmetten“ zurückführen, welches Rahm oder Sahne bedeutet. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hießen die Insekten ausschließlich Tag- oder Nachtfalter ehe sich der Begriff Schmetterling durchsetzte. Die tollen, bunten und zum Teil schillernden Farben haben sie den Schuppen zu verdanken, die in dichten Reihen die Flügel besetzen. Besonders auffällig sind bei den Apollofaltern, mit dem wissenschaftlichen Namen Parnassius apollo, ihre großen roten, schwarz umrandeten Augenflecken auf den Flügeln. Die Raupen sind schwarz und haben links und rechts an der Seite je eine Reihe von orangeroten Punkten. Die Weibchen schlüpfen schon mit einem fertig entwickeltem Vorrat an Eiern. Die Männchen patroulieren über die Landschaft, um frisch geschlüpfte Weibchen auszumachen und sie dann so rasch wie möglich, nach kurzer Balz, zu begatten. Danach bildet sich eine Art verhärteter Stoppel am Geschlechtseingang der Weibchen, der eine weitere Begattung durch ein anderes Männchen verhindert. Schon am nächsten Tag beginnt das Weibchen mit der ersten Eiablage.

Tanz über der Landschaft

Schwarzer Apollofalter (Parnassius mnemosyne), Foto: Andreas Kristl

Wer sich die Zeit nimmt, einmal in Ruhe in einer blühenden Wiese zu sitzen und einfach nur zu beobachten, dem wird auffallen, wie viele Schmetterlinge vorbeiziehen. Oft bleiben sie nur kurze Zeit an einem Ort und besuchen wenige Blüten, bevor sie weiterziehen. Sollten Sie versuchen einem Schmetterling zu folgen, so werden Sie bemerken, dass Sie häufig schon rasch daran scheitern. Auch Räubern wie Vögeln oder anderen Insekten kann es schwer fallen, einen Schmetterling bei diesem unberechenbaren, scheinbar tanzendem Flug zu fangen.

Schmetterlinge machen eine vollständige Verwandlung (Metamorphose) durch. Das bedeutet, dass aus dem Ei eine Larve – die Raupe – schlüpft, die sich meist von unterschiedlichen Pflanzenblättern ernährt, und wenn sie groß und fett genug ist, wird sie zu einer Puppe. Diese ist ein starres bewegungsloses Gebilde, das an Pflanzenteilen aufgehängt ist, in der obersten Schicht des Bodens liegt oder aber eingehüllt in einen Kokon aus Fäden irgendwo klebt. Im Inneren vollzieht sich die wundersame Verwandlung zum Schmetterling, der am Ende aus dieser Puppe schlüpft. Jedes dieser Stadien hat unterschiedliche Ansprüche an den Lebensraum. Viele Raupen sind wahre Feinschmecker und ernähren sich nur von ganz bestimmten Pflanzen. Bei den Apolloarten sind dies unterschiedliche Dickblattgewächse wie Mauerpfeffer, Fette Henne oder Rosenwurz. Diese Pflanzen kommen auf trockenen, steinigen, besonnten Flächen mit magerem Charakter wie Halbtrockenrasen aber auch Almen und alpinen Matten, auf denen auch häufig das Echte Johanniskraut zu finden ist, bis ins Hochgebirge vor. In tieferen Lagen teilen sich Apollofalter oft den Lebensraum mit Schafen, deren trockene magere Weiden ebenfalls gut für ihn geeignet sind. Der erwachsene Falter ist wiederum auf Blütenpflanzen angewiesen, die ihn mit Nektar versorgen. Besonders gerne besucht er die Blüten der Pflanzen auf denen die Raupen fressen und rote beziehungsweise violette Blüten wie Disteln, Flockenblumen und Dost.

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