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Foto: OIKOS/A. Wilfling

Naturpark-Gemeinde-Gipfel

Am Mittwoch, den 23. Oktober 2019 luden die NATURPARKE STEIERMARK bereits zum 3. Mal zu einem Vernetzungstreffen für die 34 steirischen Naturpark-Gemeinden gemeinsam mit den Naturpark-Managements und BiodiversitätsexpertInnen, und den VertreterInnen der steiermärkischen Landesregierung (Abteilung 13 Umwelt und Raumordnung).

Der Naturpark-Gemeinde-Gipfel fand im Grazer Landesarchiv statt und widmete sich im Rahmen des Projekts „Biodiversität verwurzeln & sichtbar machen“ der Frage „Wie gelingt Bürgerbeteiligung in „ökologischen Zukunftsorten“?

Hier finden Sie das Veranstaltungsprogramm als (PDF-Download: 0,3 MB)

Naturpark-Gemeinde-Gipfel 2019, Plenum
Foto: OIKOS/A. Wilfling

Die Agenda umfasste zwei Programmblöcke:

  • Resümee der Zusammenarbeit in den letzten zwei Jahren
  • Vorschau auf das im 2020 geplante 1. Steirische Naturpark-Parlament, einem  Forum aus Politik, Landes- und Gemeindeverwaltung, Bevölkerung und Naturparkverantwortlichen.

Aviso

Das 1. Steirische Naturpark-Parlament findet voraussichtlich im Oktober 2020 statt!

Die Auswahl des bestmöglichen Termins für möglichst viele Gemeinden und Mitwirkende ist als erste Beteiligungsmöglichkeit im Mai 2020 geplant.

 

Am Weg zur Biodiversitätsgemeinde - Rückblick

Grafik: OIKOS

Mag. Alois Wilfling (GF OIKOS – Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung) zeigte als Moderator die Fortschritte in der Zusammenarbeit von Naturpark und Gemeinden und zog Bilanz über vier zentrale Punkte des vor zwei Jahren erarbeiteten Zielkataloges:

Ziel 1: Fixe AnsprechpartnerIn in jedem Naturpark‐Gemeinderat

Foto: OIKOS/A. Wilfling

In einem Kurzinterview wurde das Best-Practice-Beispiel Biodiversitäts-Beauftragte in der Gemeinde Neumarkt i. d. Steiermark (Naturpark ZirbitzkogelGrebenzen) präsentiert.

Biodiversitäts-Beauftragte Elisabeth Edlinger-Pammer (Pädagogin, Gemeinderätin & Kulturreferentin), Mag. Maria Luise Mürzl (Biodiversitätsexpertin), MMag. Gunther Brandstätter (Geschäftsführer Naturpark & TVB Zirbitzkogel-Grebenzen).

 

Ziel 2: Jour fixe & Naturpark in die Gemeinderats‐Sitzung

Ein Jour fixe wird nicht benötigt. Abstimmungen werden im Rahmen von Vorstandssitzungen etc. getätigt. Weitere Termine sind zeitlich nicht möglich. In den meisten Naturparken ist der Naturpark alle 1–2 Jahre in der Gemeinderats-Sitzung.

Ziel 3: Gemeinsame Projekte

Foto: OIKOS/A. Wilfling

In fast allen Naturparken gibt es Projekte, die meist durch die BiodiversitätsexpertInnen betreut werden. Als Best Practice Beispiel wurde um das Thema „Biodiversitätsgemeinde“ im Naturpark Südsteiermark die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen durch Mag. Matthias Rode (Geschäftsführer Naturpark Südsteiermark), Bürgermeister Johann Hammer (Gemeinde Großklein) und DI Mag. Johannes Stangl (Biodiversitätsexperte) erläutert.

Ziel 4: Öffentlichkeitsarbeit (Naturpark-Gemeinde‐Website &‐Zeitung)

„Naturpark“ ist bei 76% auf der Gemeinde‐Webseiten gut sichtbar (bei 62% auf der Startseite!), bei 24% der Gemeinden noch gar nicht erwähnt. Hier ergeht die Bitte an die Gemeinden dies dringend zu korrigieren. In den Gemeindezeitungen sind Naturpark & Biodiversität regelmäßige Themen.

BürgerInnenbeteiligung und Simulation „Naturpark-Parlament“

Im Rahmen des  Projekts „Biodiversität verwurzeln & sichtbar machen“ (2019 – 2021) ist 2020 ein Steiermark weites  „Naturpark-Parlament“ geplant. Dabei sollen neben VertreterInnen aus Landes- und Gemeinde-Politik bzw. Landes- und Gemeindeverwaltung gemeinsam mit den Naturpark-Managements auch erstmals Naturpark-BewohnerInnen miteinbezogen werden.

Gastreferent Roland Gruber
Foto: OIKOS/A. Wilfling

Zur Vorbereitung auf die Herausforderung Bürgerbeteiligungsprozesse gewährte der Gastreferent, Mag. arch. Roland Gruber (GF des Architektur-Büros nonconform, Experte für Beteiligungsprozesse) Einblicke in seinen „Werkzeugkoffer“ und zeigte erfolgreiche Mechanismen und Tipps auf. Als technisches Hilfsmittel demonstrierte er die Plattform „Mentimeter“ (www.menti.com), die es nicht nur auf einfache Weise ermöglicht, bei Versammlungen mit dem eigenen Smartphone Beiträge zu vor Ort veröffentlichten Fragen abzugeben, sondern auch Abfrage-Ergebnisse in Echtzeit darzustellen und zu diskutieren. Beiträge der Anwesenden zu Fragen wie:

  • Welche Gruppen aus der Bevölkerung sollen eingeladen werden?
  • Welche Themen sollen nächstes Jahr im Bürgerdialog unbedingt bearbeitet werden?

werden als Anregungen für die Vorbereitung des Naturpark-Parlaments einfließen.

Rückblick auf den Naturpark-Gemeinde-Gipfel 2018

Am Mittwoch, den 7. November 2018 trafen sich die Naturpark-Managements, ihre BiodiversitätsexpertInnen, die VertreterInnen der Naturpark-Gemeinden und der steiermärkischen Landesregierung (Abteilung 13 Umwelt und Raumordnung) bereits zum 2. Mal im Rahmen des Projekts „Aufladung Biodiversität“.

Das Forum zur Vernetzung und Zusammenarbeit der 34 steirischen Naturpark-Gemeinden fand heuer unter dem Thema „Kommunale Biodiversität für kleinere und mittlere Gemeinden“ im Grazer Landesarchiv statt. Im Zentrum stand der Austausch über das bessere Nutzen von wertvollen Ressourcen aus den Naturpark-Aktivitäten durch die Gemeinden.

Die Agenda umfasste drei Programmblöcke und wurde von Mag. Alois Wilfling (GF OIKOS – Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung) moderiert:

Auf der Beziehungscouch – „Suche dauerhafte Beziehung mit wechselnden Partnern“

Foto: OIKOS/A. Wilfling

Der erste Teil widmete sich dem Rückblick auf den 1. Naturpark-Gemeinde-Gipfel am 22. November 2017 und der Frage: „Wie kann es unter den erschwerten Bedingungen des häufigen Personalwechsels im Naturpark-Management und in den Gemeinden gelingen, eine verbindliche und kontinuierliche Kommunikation zwischen Naturpark und Naturpark-Gemeinde einzurichten?“.

Sieben Punkte aus dem im Vorjahr erarbeiteten Zielkatalog bildeten die Grundlage für die Evaluierungsergebnisse und der jeweils im Anschluss folgenden Diskussion.

Aktuell sind in den meisten Naturpark-Gemeinden die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die alleinigen Ansprechpersonen für Naturpark-Angelegenheiten. Bernhard Stejskal, Geschäftsführer von NATURPARKE STEIERMARK, verdeutlichte die Sinnhaftigkeit eines/r zusätzlich nominierten AnsprechpartnerIn (beispielsweise aus Gemeinderat oder Umweltausschuss).

Foto: OIKOS/A. Wilfling

Vorbild könnte die Naturpark-Gemeinde Neumarkt (Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen) sein, die in der engagierten Gemeinderätin Elisabeth Edlinger-Pammer eine eigene „Biodiversitäts-Beauftragte“ zusätzlich zum Bürgermeister verzeichnen kann.

Gastvortrag aus Bayern mit reger Diskussion im Anschluss

Foto: OIKOS/A. Wilfling

Als Impuls präsentierte der Betriebswirt und Geoökologe Florian Lang MSc das erfolgreiche Pilotprojekt „Natur.Vielfalt.Tännesberg“, ursprünglich initiiert zum Schutz der Arten – und Sortenvielfalt und Erhalt der Vielfalt der Lebensräume in der Gemeinde Tännesberg.

Mit ca. 1.500 Einwohnern im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald gelegen, ist Tännesberg seit 2014 die erste Biodiversitätsgemeinde Deutschlands und damit ein Modellprojekt zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie auf kommunaler Ebene.

Um Erfahrungen der bisherigen, langjährigen Arbeit weitergeben und interessierte Kommunen unterstützen zu können, wurde ein „Leitfaden Biodiversität“ für kleine und mittlere Kommunen konzipiert. Er zeigt auf, welchen Nutzen eine Kommune haben kann, wenn sie sich gezielt dem Erhalt der biologischen Vielfalt widmet. Vermittelt werden Strategien sowie Tipps für Maßnahmen, die anhand konkreter Beispiele aus der Praxis erläutert werden.

Florian Lang gab einen umfassenden Einblick in die zahlreichen und vielfältigen, in Tännesberg realisierten Projekte und zog Bilanz.

In einem nächsten Schritt wird dieses Modellprojekt unter dem Titel „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ auf 10 Gemeinden in Bayern erweitert. Im Rahmen dieses Projekts (2018-2021) werden ausgewählte Gemeinden eine kommunale Biodiversitätsstrategie entwickeln und umsetzen.

Alle Informationen über die beiden Projekte finden Sie unter http://www.kommunale-biodiversitaet.de.

Am Weg zur Biodiversitätsgemeinde …

Grafik: OIKOS

Der letzte Teil des Naturpark-Gemeinde-Gipfels galt der Inspiration und Ideenfindung zur Fragestellung, was vorhandene Biodiversitätskompetenz für eine Gemeinde bedeuten kann. Alois Wilfling skizzierte Fallbeispiele gelungener Biodiversitätsprogramme aus Deutschland und der Schweiz, bot den TeilnehmerInnen Gelegenheit zur Gruppenarbeit (Handlungsbereiche einer Gemeinde und Anknüpfungspunkte zum Thema Biodiversität). In einer gruppendynamischen Übung konnte jede/r TeilnehmerIn ihre/seine persönliche Haltung und Position zu Biodiversitätsthemen einnehmen. Für Diskussionen war damit gesorgt.

Foto: OIKOS/A. Wilfling

Neben der offiziellen Begrüßung und Eröffnung des 2. Naturpark-Gemeinde-Gipfels durch Ing. Ernst Gissing, Obmann NATURPARKE STEIERMARK, fand dieser auch persönliche und wertschätzende Schlussworte und ermunterte zur Beziehungsarbeit zwischen Naturparke und Naturpark-Gemeinden und der Nutzung der vorhandenen Naturpark-Ressourcen.

Foto: OIKOS/A. Wilfling

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