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Foto: Andreas Kristl

Foto: Horst Dolak

Foto: Johannes Puch

Erfassung und Bewertung der Vorkommen des Apollofalters

im Naturpark Nagelfluhkette von Carola Bauer

Projektbeschreibung

Der Rote Apollofalter auf seiner Lieblingssaugpflanze, der Distel. (Foto: Naturpark Nagelfluhkette)

Der grenzüberschreitende Naturpark Nagelfluhkette weist noch größere zusammenhängende Vorkommen des Apollofalters (Parnassius apollo) auf. Meist handelt es sich um Sekundärlebensräume auf vom Menschen bewirtschafteten Alpflächen. Auf deutscher Seite des Naturparks wurde bereits im Jahr 2015 ein auf drei Jahre ausgelegtes Projekt begonnen. Da Schmetterlinge an der Grenze keinen Halt machen, mussten auch die Vorkommen des Roten Apollofalters im Vorarlberger Teil des Naturparks erfasst werden. Bisher war das Wissen über die Vorkommen hier sehr lückenhaft. Es wurden lediglich von Aistleitner (1998) zwei gesicherte Nachweise aus dem Naturpark-Gebiet an der Sipperseggalpe von 1959 und 1964 angeführt und der Naturpark selbst hat zwei Nachweise bei den Schneidenbachalpen im Lecknertal 2013 und 2014 erbracht.

Im Zeitraum von 2016 bis 2019 wurden mit Forschungsgeldern der inatura (Dornbirn) folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • exakte und lückenlose Erfassung der räumlichen Ausdehnung bekannter sowie vermuteter Populationen, sowie der aktuell genutzten bzw. nutzbaren Larvalhabitate vorwiegend im Lecknertal und Balderschwangertal (auf Sibratsgfäller Gebiet konnten keine Funde verzeichnet werden)
  • Erarbeitung der Individuendichte der Populationen bzw. – soweit möglich – der Parameter, die die Stabilität der jeweiligen Population anzeigen
  • Herausarbeiten, der durch die unterschiedlichen Nutzungsarten be- und entstehenden Beeinträchtigungen für die Populationen

Die methodische Vorgehensweise wurde exakt mit Adi Geyer (Projektverantwortlicher auf Allgäuer-Seite und Schmetterlingsexperte) abgestimmt, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Naturpark zu gewährleisten.

Die Raupe des Apollofalters mit ihrer einzigen Futterpflanze, dem Weißen Mauerpfeffer. (Foto: Naturpark Nagelfluhkette)

Auf Grundlage dieser Daten soll nachfolgend beurteilt werden, wo neben geeigneten Maßnahmen zur Minimierung der Isolation innerhalb der Habitate auch spezifische Maßnahmen außerhalb, z. B. zum Ausbau einer direkten Vernetzung von Vorkommen oder zum Aufbau eines Biotopverbundes möglich sind und auf welche Weise diese umgesetzt werden können.

Ziel dieses Projektes ist es, die Vorkommen des seltenen Apollofalters sowohl im Lecknertal als auch im Balderschwangertal auf der Grundlage der beiden Studien von 2016 und 2019 vollständig zu erfassen, um eine gesicherte Einschätzung und Bewertung der Populationen zu erhalten. Faktoren wie Populationsgrößen, Isolation oder Migration spielen u. a. hierbei eine wichtige Rolle. Aufgrund der geringen Individuenzahlen müssen möglichst viele beeinträchtigende Faktoren identifiziert werden, um die Qualität des Lebensraumes für den Apollofalter zu steigern und die wertvollen Vorkommen in Vorarlberg zu sichern.

Ausblick

Aufgrund der Erstellung eines Maßnahmenkataloges für die einzelnen Flächen, auf denen noch Vorkommen von Parnassius apollo nachgewiesen werden konnten, sollen in Absprache mit Landbewirtschaftern und Co einzelne Maßnahmen zum Erhalt des Falters umgesetzt werden.

Service-Angaben

Naturpark Nagelfluhkette
Projektbearbeitung: Carola Bauer und Alexander Feurle
Platz 370 • 6952 Hittisau
E-Mail: vorderwald@naturpark-nagelfluhkette.eu
Web: www.nagelfluhkette.info


Erfassung und Bewertung der Vorkommen des Apollofalters im Naturpark Nagelfluhkette (PDF-Download: 0,3 MB)

Stand: Jänner 2021


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