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Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / Fotograf: www.pov.at

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Foto: Barbara Derntl

Landschaften voller Schönheiten

Kunstwerke im Kleinen Insektenschönheiten

Das Faszinosum Naturvielfalt und die Mechanismen der Evolution zeigen sich gerade bei den Insekten in einer unüberschaubaren Fülle an Formen und Farben sowie in einer Mischung aus Schönheit und komplizierten Lebensweisen, die uns staunen lassen und gleichzeitig (hoffentlich) nachdenklich machen.

Foto: H. Marek

Was ist Schönheit? Die meisten Menschen werden einen schillernden, ästhetisch schwebenden Schmetterling oder einen gänzlich symmetrischen, großen und bunt glänzenden Prachtkäfer als schön bezeichnen. Wahrscheinlich gibt es in der Natur wesentlich mehr Objekte, die wir als schön empfinden, als solche, vor denen uns graut – das ist sicherlich auch ein Geheimnis des Faszinosums der Naturschönheit. Schlussendlich liegt es aber immer im Auge des Betrachters. Ob Insekten uns verzücken oder auch nicht, ist den Tierchen selbst sicherlich egal. Dennoch, ein blitzblauer Alpenbockkäfer, ein eleganter Segelfalter, ein majestätischer Apollofalter, ein mächtiger Hirschkäfer, eine schillernde Prachtlibelle oder eine überraschend bunte Große Höckerschrecke – ihre Schönheit, Farbenpracht und Eleganz kann man mit freiem Auge sehen und wird den allermeisten naturaffinen Menschen auch gefallen.

Die Schönheit des Gros der heimischen Insektenwelt bleibt aber aufgrund ihrer Kleinheit dem bewundernden Auge des Naturliebhabers in aller Regel verborgen, außer man bedient sich eines optischen Hilfsmittels, wie einer 10-fach-Handlupe oder noch besser eines Binokulars mit etwa 30-facher Vergrößerung. Plötzlich taucht man in eine Wunderwelt an schier endlos unterschiedlichen Formen und Farben, Dornen, Stacheln, Schuppen und Mustern ein: eine blasig aufgetriebene Netzwanze etwa, eine metallisch schimmernde Erzwespe, eine fein behaarte Köcherfliege, eine Kleinzikade mit exotischem Muster oder ein Ameisenlöwe mit mächtigen Fangwerkzeugen.

So sind Schmetterlingsflügel mit winzig kleinen Schuppen ausgestattet , die nur einen Zehntel Millimeter groß sind (0,1 mm). Durch das einfallende Licht und dem Zusammenwirken vieler tausender Schuppen ergibt sich die wunderschöne Färbung vieler Schmetterlinge. Fast jedes Tierchen hat etwas, das zum Staunen anregt. Und Geschmäcker sind ja auch verschieden. Zugegeben, kritisch wird es bei großen Rosenkäfermaden oder Maulwurfsgrillen, Schaben in der Küche, Mottenraupen im Kleiderschrank und erst bei den stechenden Kribbelmücken oder gar bei Läusen und Bettwanzen. Aber das gehört auch alles zum großen Ganzen der heimischen Naturvielfalt.

Erstaunlich, aber wahr

Insekten sind faszinierende Lebewesen. Auch viele Schönheiten haben erstaunliche Fähigkeiten:

Foto: Gernot Kunz

Edelgamander-Netzwanze: Wenn sich Wanzen bedroht fühlen, können sie sich mit einem Duftsekret einnebeln, um dadurch mögliche Angreifer abzuschrecken.

Foto: Pixabay/moonzigg

Die Larven der Blaugrünen Mosaikjungfer leben im Wasser. Sie atmen im Wasser durch besondere Kiemen, die als Tracheenkiemen bezeichnet werden. Nach mehrmaliger Häutung gehen die Larven an Land und werden durch eine letzte Häutung zu fertigen Libellen. Jetzt atmen sie mit kleinen Atemöffnungen an der Brust.

Foto: ÖKOTEAM, Helwig Brunner

Die Weibchen des Kaisermantels legen ihre Eier in Ritzen der Rinde von Baumstämmen ab, in deren Nähe Veilchen wachsen. Dabei flattert das Weibchen spiralförmig um den Baumstamm und legt im Abstand von einem halben bis einen Meter je ein Ei ab.

Foto: abet – stock.adobe.com

Ein betrunkener Hirschkäfer torkelt umher – das kann tatsächlich vorkommen! Manchmal befinden sich Bakterien an den Baumwunden, die den Zucker im Eichensaft zersetzen und zu Alkohol umwandeln. Der nichtsahnende Hirschkäfer trinkt dann den gegärten Saft und wird versehentlich rauschig.

Was kann ich tun?

Für Insekten und viele andere Tiere und Pflanzen sind eine abwechslungsreiche Landschaft, viele Hecken, Bäume, Teiche und nicht so häufig gemähte oder gar nicht genutzte Lebensräume sehr wichtig. Dabei reichen oft ein paar Quadratmeter aus, die als Blühfläche stehen bleiben, wo heimische Gehölze gepflanzt werden oder ein kleiner Teich gegraben wird. Viele Insekten sind gut flugfähig und können neu entstandene Lebensräume schnell besiedeln – die Natur ist sehr dankbar, über jeden kleinen Fleck, der blüht, nicht mit Pestiziden behandelt wird oder einfach ungestört bleibt.

Hier haben wir ein paar Tipps, die dabei helfen, dass Schönheiten bessere Lebensmöglichkeiten haben:

  • Blühfläche und Blühstreifen anlegen bzw. stehen lassen
  • Brachflächen stehen lassen
  • Keine Pestizide verwenden
  • Eine übermäßige Düngung vermeiden
  • Abwechslungsreiche Landschaften mit Hecken, Bäumen, Totholz etc. schaffen
  • Heimische Gehölze pflanzen
  • Wahl des richtigen Mähzeitpunktes
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