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Foto: Raymond Clement / Naturpark Our

Foto: Franz Kovacs

Heilklima - Naturparke Thüringer Wald und Riedingtal

Transnationales Projekt 2019-2021 von Franz Gfrerer und Florian Meusel

Projektbeschreibung

Bei der Seppalm / Stützpunkt für Bildung und Forschung
Foto: Naturpark Riedingtal

Die fachliche Grundlage des transnationalen Projektes der Naturparke Riedingtal und Thüringerwald ist ein Vorhaben, das in besonderer Weise die Verbindung zwischen Heilklima, Landnutzungen und Klimaschutz herstellt. Damit wird ein wesentlicher Beitrag für die beteiligten Naturparke in den Qualitätsstandards Gesund- und Aktivtourismus geleistet. Diese Aufgaben haben aktuell zunehmende Bedeutung. In den Städten ist die Gesundheit durch zunehmende Hitzeperioden, Feinstaubbelastungen und negative Luftveränderungen geprägt. Weiterhin wollen die beteiligten LEADER-Aktionsgruppen die aktuelle Diskussion zum Klimaschutz durch einen besonderen Beitrag und konkrete Vorschläge zur Klimaanpassung in beiden Naturparken umsetzen.

Im Naturpark Thüringer Wald haben die Luftkurorte, allen voran die Tourismusdestinationen von Friedrichroda und Bad Liebestein bis Masserberg und Neuhaus am Rennweg, das bioklimatisch günstige Klima in der Kammregion als besondere touristische Qualität herausgearbeitet und den Mehrwert in Zeiten des Klimawandels frühzeitig erkannt. Ein sommerliches, wohltuendes, kühleres Klima mit hoher Luftqualität im Gebirge ist ein wesentlicher Vorteil zu überhitzten und mit Feinstaub belasteten Städten und Metropolregionen. Im Naturpark Thüringer Wald wurden im heurigen Jahr Klima-Messstationen und Mikroklima-Stationen aufgebaut und ergänzt. Die gewonnenen Daten werden in einer professionellen Bearbeitung zum Thema „Sommerfrische“ als touristisches Qualitäts-System weiter entwickelt. Weil gerade die Art der Landnutzungen, Weidewirtschaft und Landschaftspflege auch direkte Auswirkungen auf das Klima haben, werden die Land- und Forstbetriebe beider Naturparke in das Projekt integriert.

Im Naturpark Riedingtal gibt es seitens der Universität Salzburg bereits Klima-Messstationen in verschiedenen Höhenstufen. Dadurch liegen bereits Datenreihen über mehrere Jahre vor. Zusätzlich wurden diese Klima-Messstationen durch das Anbringen von Mikroklima-Stationen im Untersuchungsgebiet ergänzt.

Im Riedingtal sind Höhenstufen vom hochmontanen bis zum subalpinen und alpinen Bereich zu finden. Ziel des Projektes ist es, die besonderen klimatologischen Gunstlagen im Riedingtal herauszuarbeiten und auch die aktuellen Veränderungen im Landschaftshaushalt näher zu untersuchen, wobei die „Mensch – Umwelt – Interaktion“ einen wesentlichen Beitrag leistet.

Klimastation bei der Seppalm
Foto: Naturpark Riedingtal

Der Wald ist neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen in beiden Naturparken ein stark Landschaftsbild prägendes Element. Viele Menschen, die sich im Naturpark bewegen, stellen unterschiedliche Ansprüche an ihn. Für die WaldeigentümerInnen steht häufig die Nutzfunktion im Vordergrund, für die TouristenInnen zählt die Erholung. Zusätzlich bietet der Wald Schutz vor Erosionen und hat in beiden Regionen wichtige Auswirkungen auf das Klima. Sowohl im Naturpark Thüringer Wald als auch im Riedingtal nimmt die Waldfläche immer mehr Platz ein. Geprägt sind beide Gebiete durch die Baumart „Fichte“. Während im Riedingtal vorwiegend die Almflächen verwalden, sind im Thüringer Wald hauptsächlich die Täler betroffen. Vor allem in Naturpark Thüringer Wald leidet der Wald zunehmend unter Trockenheit und Borkenkäferbefall. In Zukunft wird die Aufgabe der WaldbesitzerInnen darin liegen, einen an das Klima angepassten, stabilen Wald zu realisieren. Dadurch wird es auch zu Veränderungen im Landschaftsbild kommen. Ein besonderes Vorhaben ist eine gute Kommunikation zwischen Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus.

Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) aus Jena analysiert die besonderen (bio-)klimatischen Bedingungen der Kammregionen im Naturpark Thüringer Wald. Ziel ist es, den bioklimatischen Charakter dieser Regionen zu definieren und dessen Auswirkungen herauszustellen. Die Kammregionen des Thüringer Waldes sind in einem hohen Maße von einer fortschreitenden klimatischen Änderung und einem Landnutzungswandel betroffen. Im Kontext dieser Problematiken kann die Thematik „Sommerfrische“ in den Kammregionen des Thüringer Waldes wissenschaftlich näher beleuchtet werden.

In der ersten Projektphase werden die vorhandenen Klimamessdaten aller Messnetzbetreiber erfasst und auf ihre Anwendbarkeit für das Projekt geprüft. Im Projektverlauf werden weitere Messstationen durch die Firma Metes technology GmbH (Kyffhäuserland/Bendeleben) ergänzt, die der Untersetzung der Bewertungsgrundlage zum Thema „Sommerfrische“ im Thüringer Wald dienen. Im Riedingtal sind Klimastationen in verschiedenen Höhenlagen vorhanden, diese werden durch Mikroklima-Stationen an ausgewählten Standorten noch erweitert.

Resümee und Ausblick

Aufgrund der Coronakrise konnte die transnationale Projekt-Zusammenarbeit im heurigen Jahr 2020 nicht im vollen Umfang umgesetzt werden – z. B. mussten mehrere Klausuren abgesagt werden, was die Weiterentwicklung und Umsetzung des Projektes bis dato verlangsamte. Auch im Naturpark Thüringerwald wurden inzwischen mehrere Klimastationen aufgebaut und Messdaten gesammelt.

Ziel ist es, eine detaillierte Auswertung der Klimadaten im Naturpark Thüringer Wald und Naturpark Riedingtal in Bezug auf Landnutzung, Tourismus und Naturschutz  zu erarbeiten. Dazu wird in enger Kooperation der Universität Salzburg und ThINK das Klima in beiden Regionen nach einheitlichen Indikatoren bewertet und die Gemeinsamkeiten sowie die individuelle Charakteristik jeder Region hervorgehoben. Das gemeinsame Bearbeiten der Teilergebnisse und die Auswertung als Zusammenschau beider Regionen in Form von Veröffentlichungen und Präsentationen unter Einbindung der örtlichen Bevölkerung  zur Vermittlung der Ergebnisse sind vornehmlicher Bestandteil der Projektarbeit.

Konsens der beteiligten Naturparke und o. g. Fachleute ist der Grundsatz:

In diesem Projekt ist Klimaschutz im Gebirge unter aktiver Beteiligung der Hauptlandnutzer für Mensch und Natur gleichfalls sinnvoll!

Service-Angaben

Naturpark Riedingtal in Zederhaus • GF Franz Gfrerer
Zederhaus 25 • 5584 Zederhaus
Tel.: +43 (0) 6478 / 801 • E-Mail: zederhaus@lungau.at
Web: www.naturpark-riedingtal.at

Naturpark Thüringer Wald • GF Dipl. agr. Ing. Florian Meusel
Rennsteigstraße 18 • Ortsteil Friedrichshöhe • 98673 Eisfeld
Tel.: +49 (0) 3670 499 • E-Mail: f.meusel@nptw.de
Web: www.naturpark-thueringer-wald.de


Klimaprojekt / Naturparke Thüringer Wald und Riedingtal (PDF-Download: 0,3 MB)

Stand: November 2020


Dieser Artikel entstand im Rahmen des Projektes "Klimaschutz in Naturparken" und wurde von Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert.

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