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Foto: goodluz/fotolia

Masterarbeit von Ines Sabine Jernej

Impact of land use change in mountain semi-dry meadows on plants, decomposition and earthworms

Traditionell bewirtschaftete Bergwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt in Mitteleuropa. Sozioökonomische Trends in der Landwirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten die landwirtschaftlichen Praktiken verändert. Die Folge: eine Nutzungsintensivierung von leicht zugänglichen Flächen und eine Auflassung von schwer zu bewirtschaftenden Flächen.

Besonders die Aufgabe der Wiesenbewirtschaftung wirkt sich bekanntlich direkt auf die Pflanzen- und Insektenvielfalt aus. Über die Auswirkungen auf Bodenprozesse und Bodenlebewesen ist jedoch nicht viel bekannt.

 

Untersuchungsgegenstand

Um die Auswirkungen der Wiesenbewirtschaftung auf Vegetation, Regenwürmer und Abbaurate zu beurteilen, wurden vier bewirtschaftete (jährliche Mahd, keine Düngung) und vier aufgelassene (keine Mahd, keine Düngung) Halbtrockenwiesen in einer Gebirgsregion in Österreich (LTSER- Region Eisenwurzen, Steiermark) untersucht. Dabei wurden folgende Parameter bewertet: Pflanzenartenreichtum, Pflanzendecke, Pflanzeneigenschaften, Pflanzenbiomasse, Abfallzersetzung (Tea bag index), Regenwurmartenreichtum, Regenwurmdichte und Regenwurmbiomasse. Zusätzlich wurden Bodentemperatur, Feuchtigkeit und elektrische Leitfähigkeit gemessen.

 

Ergebnisse

Es gab einen Unterschied in den Pflanzenartengemeinschaften zwischen den beiden Bewirtschaftungstypen (aufgelassen und bewirtschaftete Wiesen). Die bewirtschafteten Halbtrockenrasen wiesen einen höheren Pflanzenartenreichtum verglichen mit den aufgelassenen Wiesen auf. Halbrosettenpflanzenarten sowie ruderale Pflanzenarten waren in bewirtschafteten Wiesen häufiger zu finden. Hingegen führe die Nutzungseinstellung zu mehr aufrecht wachsende Pflanzenarten, einer Streuanhäufung und einer höheren Zersetzungsrate in den untersuchten Wiesen.

In bewirtschafteten Halbtrockenrasen konnte eine marginal höhere Regenwurmdichte nachgewiesen werden als in aufgelassenen Flächen. Es gab jedoch keinen Unterschied im Regenwurmartenreichtum und Regenwurmbiomasse.

 

Fazit

Die Bewirtschaftung der untersuchten Halbtrockenrasen hat einen Einfluss auf die Vegetation sowie unterirdische Prozesse und Lebewesen. Sowohl aufgelassene als auch extensiv bewirtschaftete Wiesen sind wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Funktionsweise des Ökosystems in der Untersuchungsregion.

 

Download

Die Masterarbeit "Impact of land use change in mountain semi-dry meadows on plants, decomposition and earthworms" (2019) von Ines Sabine Jerney wurde an der Universität für Bodenkultur Wien an dem Institut für Zoologie verfasst und kann hier heruntergeladen werden (PDF-Download: 1,0 MB).

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