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Foto: Ewald Neffe

Foto: Ewald Neffe

Foto: Andreas Kristl

Eibe

Foto: Pixabay

Die Eibe (Taxus baccata) ist ein lang­sam wachsender, kleiner bis mittel­großer Baum mit eiförmigem bis kugeligem Wuchs. Sie wächst häufig bereits von der Basis an mehrstäm­mig und gedeiht gut auf frischen, tiefgründigen, feuchten, aber durchlässigen Böden. Die Eibe unter­scheidet sich von allen anderen Nadelgehölzen vor allem durch das Fehlen von Harzkanälen. Ursprünglich war die Eibe in ganz Europa weit verbreitet. Da ihr Holz aber für den Bau von Bögen und Armbrüsten sehr begehrt war, wurde sie stellenweise sogar ausgerottet. Heute sind Eiben geschützt und es gibt wieder Überlegungen, diese in­teressante Baumart gezielt in Wald­baukonzepte einzubauen.

Unvergleichlich regenerationsfähig

Das Regenerationsvermögen der Eibe ist im Vergleich zu allen anderen heimischen Nadelbäumen am stärksten ausgeprägt. Einerseits besitzt sie als einzige Nadelbaumart die Fähigkeit, aus dem Stock auszuschlagen, andererseits schafft sie es durch ihre sehr gute Wundheilung, auch große Schäden zu überstehen.

Resistent, hart und tolerant

Die Eibe kann ähnlich hohe relative Wasserverluste ertragen wie die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris). Beide besitzen annähernd gleich hohe absolute Wasserreserven, weshalb sie Wasserverluste sehr gut überstehen können. Eine weitere Fähigkeit, welche die Eibe vor dem Austrocknen schützt, ist das schnelle Schließen der Spaltöffnungen bzw. „Poren“ der Pflanze, die den Gasaustausch regulieren. Durch die verminderte Transpiration und die Erhöhung der Zellsaftkonzentration im Winter ist die Eibe sehr frosthart. Sie braucht jedoch ausreichend Vorbereitungszeit auf die Kälteeinwirkung, um ihre Zellsaftkonzentration entsprechen zu steigern. Kritisch wir es nur bei sehr plötzlichem oder extremem Frost (unter -20° C). Die Baumart gilt weiters auch als ausgesprochen schattentolerant. Sie ist in der Lage, auch völlig überschirmt im Nebenbestand zu überleben und verträgt – im Vergleich zu den klassischen Schattenbaumartenwie Tanne und Buche – deutlich mehr Beschattung. Zum Beispiel im Naturpark Karwendel haben sich gewaltige, uralte Exemplare erhalten, deren Nachkommen noch viele Generationen im Naturpark überdauern sollen. Dazu werden die Früchte besammelt und kräftige Jungpflanzen herangezogen.

Giftig ist immer relativ

Foto: Pixabay

Fast alle Teile der Eibe, insbesondere die Nadeln und die Samen sind giftig. Nur der rote, für die Anlockung samenverbreitender Vögel zuständige Samenmantel ist frei von Giftstoffen. Auf Pferde wirkt das Eibengift durch Atem­ und Herzlähmung rasch tödlich, nicht dagegen auf Wiederkäuer wie Schafe und Ziegen, aber auch Rehe und Hirsche. Die Eibe wird vom Reh­ und Rotwild gerne als Verbisspflanze angenommen ohne nachteilige Folgen für diese Tiere, sehr wohl aber für die Pflanze selbst. Wegen der hohen Wilddichten in Österreich gibt es nämlich nur wenige Bereiche, an denen sich die Eibe natürlich verjüngen kann. Jeder Waldeigentümer kann dies leicht selbst überprüfen, in dem er unter Früchte tragenden Eiben einen Verbiss­Kontrollzaun anlegt. In Langzeit­Versuchsanlagen hinter Zaun stellt sich im Laufe der Zeit unerwartet viel Eibe ein. Man nimmt daher an, dass die Eibe eigentlich eine viel bedeutendere Rolle in Waldökosystemen spielen würde, als bisher bekannt ist.

Mehr Eiben in den Wald

Man kann die Eibe erhalten, indem man bestehende Restindividuen fördert und ihre Verjüngung schützt. Vorsicht, die Eibe verträgt als extreme Schattenbaumart keine plötzliche Freistellung! Bei der Wiederausbringung durch Pflanzung in Gruppen sollen entweder Wildlinge aus Waldbeständen oder aus gesicherter Herkunft verwendet werden. Normales Baumschulmaterial ist für die Ausbringung in Parks und Gartenanlagen bestimmt, züchterisch verändert und für die Ausbringung im Wald ungeeignet. Außerdem ist ein Verbiss-­Schutz unerlässlich.

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