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Foto: pixabay

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Insekten in den Nahrungsnetzen

Ohne sie geht’s nicht

Laufkäfer (Foto: Sandra Aurenhammer)

Insektensterben sorgt für Nahrungsmangel! Sehr viele unterschiedliche Tierarten fressen Insekten, ob Grasfrosch, Bergeidechse, WaldSpitzmaus, Igel, Großes Mausohr, Schwarzkehlchen oder Wespenbussard. Nicht zu vergessen sind Spinnen und natürlich die räuberischen Insekten selbst, wie Laufkäfer, Raubfliegen und Raubwanzen. Sie bilden die mittlere Stufe in den Nahrungsketten, die Pflanzenfresser vertilgen, aber auch von größeren Räubern erbeutet werden.

Den sechsbeinigen Insekten, knapp 40.000 verschiedene Arten leben in Österreich, kommt aufgrund ihrer Biomasse und Anzahl an unterschiedlichen Arten in allen Lebensräumen eine zentrale Rolle in den Nahrungsketten zu – wobei es sich vielmehr um komplizierte Nahrungsnetze handelt, die kaum erforscht sind. Jedenfalls weiß man, dass ohne die kleinen Pflanzenfresser nicht viel geht. Und je mehr unterschiedliche Pflanzenarten in den Lebensräumen vorkommen, umso mehr Tierarten können auftreten. Leider sind artenreiche Standorte wie Magerwiesen, Brachen, Ackerränder, Ufergehölzstreifen und Hecken vielerorts stark reduziert, leiden unter einer Nicht-Pflege oder dem allgegenwärtigen Stickstoffeintrag aus einer flächig überdüngten Landschaft.

Gemeine Blutzikade (Foto: pixabay)

Ob eine bestimmte Zikaden- oder Fliegenart verschwindet, ist an sich nicht das Schlimme, dramatisch wird es nur, wenn die Masse an Tieren wegbricht. Und das ist der Fall: Heute leben etwa 75 Prozent weniger Insekten als noch vor rund 25 Jahre.

Vor allem sind es die Großinsekten, die zuerst verschwinden – sie vertragen keine monotonen Ackerkulturen, häufiges Düngen und Mähen. Die Auswirkungen spüren ihre Räuber wie Neuntöter, Blauracke, Wiedehopf, Große Hufeisennase, Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn. Alle diese Arten nehmen im Bestand ebenfalls stark ab.

Ideen und Tipps

Nachfolgend finden Sie Anregungen und Projektbeschreibungen für verschiedene Aktivitäten, um Kindern und Jugendlichen Insekten in den Nahrungsnetzen näher zu bringen.

Die Welt der Blattläuse

Blattläuse (Foto: pixabay)

Bildungsziele: Jäger-Beute-Verständnis, geduldiges, aufmerksames Wahrnehmen


Alter: VS, NMS

Gruppengröße: Kleingruppe, jede/r für sich

Material: Beobachtungsblatt (PDF-Download: 0,5 MB), Stift, Digitalkamera oder Smartphone (evtl. mit Pflanzenbestimmungs-App), evtl. Handlupe, Insekten-Bestimmungsbuch


Ablauf: Oft entdeckt man am Rand von gemähten Wiesen, an Weg- und Waldrändern Stängel oder Blätter von Kräutern und Sträuchern, wie den Holunder, die zahlreich von Blattläusen besiedelt sind. Über 800 Arten gibt es bei uns. Interessant ist, dass es mehrere Generationen gibt, in denen nur Weibchen existiere, und dass es ungeflügelte und geflügelte Tiere gibt. Als reine Pflanzensaftsauger, die sich stark vermehren können, gehören einige Arten zu den für uns schädlichen Tieren. Ein genaues Hinsehen lohnt sich aber: Zuerst versuchen wir zu entdecken, wer neben den Blattläusen noch auf der Pflanze zu finden ist. In aller Regel wird man rasch Ameisen und in weiterer Folge Blattlausfresser finden. Das sind Marienkäfer und ihre Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven, Blumenwanzen oder auch Ohrwürmer. Das heißt, wir bekommen Einblick in eine einfache Nahrungskette: Pflanzen – pflanzensaftsaugende Blattläuse – mit diesen in Symbiose lebende Ameisen (naschen zuckerhältige Ausscheidungen der Läuse, verteidigen Läuse) – blattlausfressende Räuber.

Für ein paar Minuten beobachten wir das Treiben. Werden Blattläuse tatsächlich verteidigt? Was macht die Ameise? Wie viele Räuber entdecken wir? Sind Tiere da, die sich für Blattläuse überhaupt nicht interessieren? Aber es ist noch komplizierter: Es gibt auch räuberische Marienkäferlarven, zum Beispiel vom Asiatischen Marienkäfer, die heimische Käfer fressen. Auch das kannst du beobachten.

Fotografiere mit einer Digitalkamera oder deinem Smartphone Blattlauskolonien und alle mit auf der Pflanze lebenden Tiere. Schreibe auf, wo du die Kolonien gefunden hast, welche Pflanze es ist, welche Tiere du beobachtest und was die Tiere machen.

Tipp: Es gibt verschiedene, kostenfreie Pflanzenbestimmungs-Apps, die schnell Ergebnisse liefern, um welche Pflanze es sich handelt.


Download: Praxismaterial – Welt der Blattläuse (PDF-Download: 0,5 MB)

Achtung, Räuber im Teich!

Bildungsziele: Räuber und Beutebeziehungen in der Nahrungskette kennenlernen


Alter: VS, NMS

Gruppengröße: Kleingruppe, Gesamtgruppe

Material: Kärtchen mit Bildern und/oder Namen der Lebewesen mit kurzer Beschreibung, wer Räuber und wer Beute der Art ist. Beispiel: Hecht (frisst Gelbrandkäferlarve), Gelbrandkäferlarve (frisst Kleinkrebs), Kleinkrebs (frisst Rädertierchen), Rädertierchen (frisst Bakterien), Bakterien (erzeugen Nährstoffe für andere Organismen)


Ablauf: Achtung, im Teich droht Gefahr! Räuber sind unterwegs. Kaum sind ihre Opfer unaufmerksam, stürzen sie sich auf sie und fressen sie!

Jede/r MitspielerIn zieht verdeckt eine Karte mit einem Teichlebewesen. Alle verteilen sich im Raum und müssen auf ein Signal hin versuchen einen andere/n MitspielerIn zu fangen. Wenn sich die zwei Personen gegenüberstehen, zeigen sie ihre Kärtchen. Ist eine/r von beiden das Beutetier für den/die andere/n, hat er/sie diese Runde verloren und muss mit einem kläglichen Todeslaut zu Boden sinken. Bakterien haben eine eigene Aufgabe: Sie können die toten Organsimen wieder zum Leben erwecken, indem sie einmal um sie herumlaufen. Nach 10 Minuten endet die erste Runde, falls sich nicht schon vorher eine Lebensform durchgesetzt hat.

Tipp: Dieses Spiel kann mit den verschiedensten Lebensräumen gespielt werden. Erfindet selbst ein Rollenspiel, das die Dynamik von einem anderen Biotop beschreibt. Wählt zuerst einen Lebensraum und zeichnet auf, wie das Nahrungsnetz in diesem aufgebaut ist. Überlegt und recherchiert dazu die Rolle der einzelnen Organismen im jeweiligen Ökosystem.

Bild: VNÖ

Was wäre, wenn?

Bildungsziele: Zusammenhänge verstehen, Veränderungen und Wirkungen erkennen


Alter: VS, NMS

Gruppengröße: Kleingruppe

Material: Plakate, Stifte


Ablauf: Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, dass es keine Krankheitserreger oder keine Moskitos auf der Welt gäbe? In der Gruppe wird gemeinsam ein Lebewesen ausgewählt und in die Mitte eines Kreises auf ein Plakat gemalt. Was wäre, wenn dieses Lebewesen von einem auf den anderen Tag nicht mehr existieren würde? In der Gruppe wird besprochen, wie sich die Welt durch den Verlust verändern würde. Anschließend wird aufgemalt, welche Lebewesen und Systeme davon betroffen wären – bei starker Beeinflussung ganz nahe in den Kreis, je weniger die Beeinflussung ist, desto weiter weg. Variante: Zuerst werden die Bestandteile eines Ökosystems aufgemalt. Danach wird untersucht, welche Arten wie in Zusammenhang stehen. Gemeinsam werden Schlüsselarten definiert und eingekreist.

 

Quelle: www.umweltbildung.at

Das Netz des Lebens

Bildungsziele: Bedeutung des Zusammenlebens, erkennen der Komplexität eines Ökosystems, wechselseitige Abhängigkeit aller Teile der Natur erleben


Alter: VS, NMS

Gruppengröße: Kleingruppe

Material: Wollknäuel


Ablauf: In einem Ökosystem hat jedes Tier seine Funktion und Bedeutung, alles hängt wie ein „Netz“ zusammen. Fällt ein Tier oder Faktor aus, kann das ganze Ökosystem zusammenbrechen. Mit einem Wollknäuel wird das „Lebensnetz“ eines Ökosystems gebildet: Die Kinder stellen sich in einem Kreis auf, ein Kind hält das Wollknäuel in der Hand und nennt ein Tier oder eine Pflanze. Anschließend wirft es das Wollknäuel zu einem anderen Kind, wobei es den Anfang des Fadens fest in der Hand hält. Dieses Kind muss jetzt eine Beziehung zum genannten Tier/Pflanze herstellen: z. B. „ich bin ein Regenwurm; ich bin eine Maus und fresse den Regenwurm; ich bin ein Fuchs und fresse die Maus, ich bin eine Pflanze und meine Beeren werden von der Maus gefressen“ usw. Nach jeder Aussage wird das Knäuel weitergeworfen – es entsteht ein symbolisches Lebensnetz – bis alle Kinder miteinander verwoben sind. Zum Weiterdenken: Was passiert, wenn ein Mitglied ausfällt, zum Beispiel wenn ein Baum gefällt wird?

 

Quelle: Cornell J. (2006): Mit Cornell die Natur erleben. Der Sammelband. Naturerfahrungsspiele für Kinder und Jugendliche. Mühlheim a. d. Ruhr. Verlag an der Ruhr. S. 108-109

Soziales Netz

Ökosystem aus Naturmaterialien bauen

Bildungsziele: Zusammenhänge verstehen, Veränderungen und Wirkungen erkennen


Alter: VS, NMS

Gruppengröße: Kleingruppe

Material: Plakate, Stifte, Naturmaterialen


Ablauf: Gemeinsam werden in der Natur verschiedene Baumaterialen, wie Steine, Äste, Blätter, Zapfen usw. gesammelt. Mit den Steinen wird ein Kreis gelegt (Durchmesser ca. 2 m) – als Symbol zur Abgrenzung des Ökosystems. Nun wird ein Lebensraum ausgewählt und gemeinsam diskutiert, welche Gruppen von Lebewesen in diesem System vorkommen können (z.B. Blumen, Bäume, Säugetiere, Insekten, Pilze). Die besprochenen Organismen können mit den Naturmaterialien nachgebaut und in das System eingebaut werden. Mit einzelnen Ästen kann die Verbindung der Organsimen miteinander dargestellt werden. Welche Lebewesen stehen miteinander in Verbindung? Welche Gruppen brauchen sich und warum?

 

Für weitere Anregungen:
Methodenset: Biodiversität und Bewegung (PDF-Download 13,8 MB)

 

Quelle: www.umweltbildung.at

Bewegungsspiele: Räuber und Beute

Raubfliege (Foto: pixabay)

Bildungsziele: Räuber-Beute-Verständnis, Förderung der Grobmotorik, Reaktion und Schnelligkeit


Alter: Kindergarten, VS, NMS

Gruppengröße: Gesamtgruppe


Totstellen
Ein Beutegreifer steht mit dem Rücken zu den SpielerInnen und nennt eine Bewegungsart (kriechen, hüpfen, Krebsgang), woraufhin die SpielerInnen versuchen eine Sicherheitszone zu erreichen. Bevor der Greifer zuschlägt ruft er kurz und dreht sich schnell um. Wer sich noch bewegt, wird gefressen und scheidet aus.


Eulen und Krähen
Gruppe zweiteilen in „Eulen“ und „Krähen“, die Gruppen stehen einander im Abstand von ca. zwei Meter gegenüber. Einer Mannschaft wird eine Frage gestellt. Der/die BetreuerIn sagt: „Richtig oder Falsch“. Bei „richtig“ darf die Mannschaft, die geantwortet hat, die andere Mannschaft bis zu einer vorher vereinbarten Linie jagen. Jede/r die/der gefangen wird, geht in die jagende Mannschaft über. Bei „falsch“ werden die AntworterInnen gejagt.


Frosch und Fliege (Kennenlernspiel)
Alle MitspielerInnen sitzen in einem Sesselkreis oder Kreis aus Kissen. Ein/e MitspielerIn wird zum „Frosch“ ausgewählt und sein/ihr Stuhl bzw. Kissen beiseitegestellt. Der „Frosch“ verlässt kurz das Zimmer. Unter den anderen MitspielerInnen wird eine/r als „Fliege“ ausgewählt. Der „Frosch“ darf wieder ins Zimmer kommen und reihum zu jedem/r MitspielerIn gehen und fragen: „Ich bin der Frosch und wer bist du?“. Der/die Gefragte antwortet: „Ich bin Felix“. Wird die zuvor bestimmte „Fliege“ gefragt, so antwortet sie: „Ich bin die kleine Fliege!“. Daraufhin wechseln alle rasch die Plätze! Wer über bleibt, ist der neue „Frosch“.

Fisch schnappt Fliege

Bildungsziele: Räuber-Beute-Verständnis, Förderung der Aufmerksamkeit und Reaktion


Alter: Kindergarten, VS, NMS

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Joghurtbecher, Augenbinde, Spritzpistole


Ablauf: Bei diesem Anschleichspiel werden mit Wasser gefüllte Becher in einem Abstand von zwei Metern um einen „Fisch“ gestellt. Die Spieler/innen stellen sich in einem großen Kreis rund um den „Fischteich“ auf und je ein/e SpielerIn versucht sich an den Teich heranzuschleichen und einen Schluck aus dem Becher zu nehmen. Der Fisch versucht mit verbundenen Augen die Fliege zu orten und mit einer Spritzpistole zu erwischen. Wird eine erfolgreiche Fliege nicht getroffen, so wird sie zum Fisch, ansonsten scheidet sie aus.

Fledermaus und Nachtfalter

Bildungsziele: Jäger-Beute-Verständnis, Kenntnis über Fledermäuse, Spaß und Bewegung


Alter: Kindergarten, VS, NMS

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Augenbinde (aber nicht unbedingt notwendig)


Ablauf: Einem/r MitspielerIn werden die Augen verbunden (oder wird gebeten, die Augen zu schließen) – er/sie wird zur Fledermaus, die beim Jagen nichts sehen kann, aber über Ultraschall ihre Beute ortet. 2 bis 3 andere MitspielerInnen werden zu Nachtfaltern, die das ideale „Fledermausessen“ darstellen. Alle anderen MitspielerInnen bilden einen schützenden Kreis (wie eine Höhle) rund um die Fledermaus und die Nachtfalter. Die Fledermaus muss nun blind innerhalb der Höhle die Nachtfalter fangen. Um sie zu finden ruft sie „piiep!“ und die Nachtfalter müssen gleich darauf mit „buup!“ antworten. Die übrigen MitspielerInnen verhalten sich ruhig und achten einfühlsam darauf, dass kein Falter und auch nicht die Fledermaus die Höhle verlassen kann. Sobald ein Nachtfalter berührt wird, ist er gefressen und geht in den Kreis oder er wird zur Fledermaus.

 

Eine Spielanleitung mit weiteren Anregungen finden Sie hier!

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