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Einführung ins Thema

Insektenvielfalt und ihre Bedeutung für die Naturparke

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Der Rückgang an Insektenarten und vor allem der insektenreichen Lebensräume, wie ein- und zweimähdige Wiesen, blütenreiche Gärten, Brachen, Auen, Hecken und Teiche ist seit mehreren Jahrzehnten im Gange. Diese Entwicklung macht auch vor Naturpark-Grenzen nicht Halt. Vielerorts mangelt es an blühenden und lebendigen Landschaften. Aber nur in diesen ist durch die Lebensraum- und Artenvielfalt ein langfristig ausgewogenes und gesundes Ökosystem möglich, das auch künftigen Entwicklungen, wie Klimawandel und der Einwanderung problematischer, nicht heimischer Arten, besser begegnen kann.

Warum ist das wichtig? Was kann die Natur, was können Insekten leisten?

Insekten spielen in ihrer Fülle und Gesamtheit eine Schlüsselfunktion für funktionierende Ökosysteme und selbstregulierende Vorgänge in der Natur: Insekten bilden wesentliche Teile der Nahrungsnetze, sie sind essentiell als Zersetzer von totem organischen Material und am Bodenaufbau beteiligt und sie kontrollieren Massenentwicklungen potenzieller Schadorganismen. Ein großer Teil der Nutzpflanzen, und damit unsere Lebensmittelversorgung, ist von bestäubenden Insekten abhängig. Zudem sind Insekten in ihrer Vielfalt, dem Formenreichtum und der Farbenpracht prädestiniert, das Schöne und Faszinierende der heimischen Natur als emotionales Erlebnis inszenieren zu können.

Hier werden Ideen und Tipps vorgestellt, die LehrerInnen und PädagogInnen dabei helfen sollen, die Bedeutung von Insekten und vielfältiger Landschaft Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. Dabei sind die Aktivitäten – so gut es geht – wesentlichen Leistungen von Insekten für uns Menschen zugeordnet:

  • Insekten als Nützlinge: Wir beginnen mit dem enormen Potenzial der räuberischen oder parasitischen Lebewesen als Gegenspieler von Arten, die sich in Massen entwickeln und aus menschlicher Sicht zu Schädlingen werden können.
  • Insekten in den Nahrungsnetzen: Durch ihre enorme Anzahl und Zahl an Einzeltieren (9 von 10 heimischen Tieren sind Insekten) bilden sie wesentliche Bestandteile in den Nahrungsnetzen und Nahrungsketten.
  • Insekten als Bestäuber: Dann kommen die zahlreichen Blütenbesucher ins Spiel. Sie sichern Blütenvielfalt und Fruchtgenuss von vielen Pflanzen, die wir essen.
  • Insekten im Boden: Pflanzenwachstum ist nur dann möglich, wenn im Boden durch Zersetzung jene Nährstoffe frei werden, die jede Pflanze benötigt. Auch Insekten helfen dabei.
  • Insektenschönheiten: Die Mechanismen der Evolution zeigen sich gerade bei den Insekten in einer Fülle an Formen und Farben sowie in einer Mischung aus Schönheit und komplizierten Lebensweisen, die uns staunen lassen.

Insekten beobachten Das Wunder der Naturvielfalt vor der Haustüre erforschen

Foto: Verein Naturparke Niederösterreichs/ www.pov.at

Rund 40.000 unterschiedliche Insektenarten leben in Österreich – eine unüberschaubare Fülle an Arten, die alle heimischen Lebensräume von den Tieflandflüssen bis in die felsigen Gipfelregionen oftmals sehr artenreich besiedeln. Tatsächlich ist es auch so, dass sogar auf kleinen Grünflächen am Rand von Straßen, im Haus- und Gemüsegarten Insekten leben und dort auch beobachtet werden können.

Was man dazu braucht ist lediglich die Muße und Zeit sich mit „Lupenblick“ den Tierchen anzunähern. Sehr hilfreich dabei ist ein Wiesenkescher, mit dem die Tiere vorsichtig von den Pflanzen gestreift werden können. Vorsichtig, denn jedes einzelne Tier will wohlbehalten wieder an Ort und Stelle frei gelassen werden. Ein durchsichtiges Gefäß mit Schraubverschluss, besser noch eine Dosen- oder Becherlupe helfen, die Tiere für die Beobachtung sicher zu verwahren. Jedes Tierchen wird versuchen zu fliehen, bitte unbedingt einen rücksichtsvollen Umgang mit den Lebewesen pflegen!

Viele Insekten halten sich an nicht gemähten Wiesen, Böschungen und Waldrändern auf. Manche leben im Totholz, unter Rinde, unter Steinen oder in der ersten Bodenschicht. Besonders artenreich sind naturnahe Teiche, hier wimmelt es nur so von Insekten im Wasser und in der Luft. Ein Wasserkescher oder ein großer Kübel sind bei den Beobachtungen empfehlenswert.

Im Bach findet man die meisten Insekten in nicht so schnell fließenden Abschnitten und meistens unter etwas größeren Steinen. Manche graben sich im Sand ein. Ein kleines Sieb und ein Pinsel sind bei dieser Arbeit sehr hilfreich.

Übrigens: Gefährlich-giftige Insekten sind in Österreich nicht heimisch, ein paar wenige können stechen oder beißen, aber die sind den meisten ohnehin gut bekannt.

Was kann ich tun? Insekten und ihre Lebensräume schützen

Foto: pixabay

Für Insekten und viele andere Tiere und Pflanzen sind eine abwechslungsreiche Landschaft, viele Hecken, Bäume, Teiche und nicht so häufig gemähte oder gar nicht genutzte Lebensräume sehr wichtig. Dabei reichen oft ein paar Quadratmeter aus, die als Blühfläche stehen bleiben, wo heimische Gehölze gepflanzt werden oder ein kleiner Teich gegraben wird. Viele Insekten sind gut flugfähig und können neu entstandene Lebensräume schnell besiedeln – die Natur ist sehr dankbar, über jeden kleinen Fleck, der blüht, nicht mit Pestiziden behandelt wird oder einfach ungestört bleibt.

Hier eine Liste von Tätigkeiten, die helfen, dass Insekten bessere Lebensmöglichkeiten haben:

  • Blühfläche oder Blühstreifen anlegen
  • Wiese bis zum Aussamen stehen lassen; „wilde“ Wiesenstreifen und -ecken im Garten stehen lassen, die weder gemäht noch betreten werden.
  • Hecke pflanzen: In heimischen Wildstrauchhecken fühlen sich Käfer, Bienen, Schmetterlinge und Vögel sehr wohl.
  • Brachestreifen stehen lassen
  • Alte und tote Bäume stehen lassen
  • Liegen gelassenes Laub, Astschnitt und Totholz sind ein wertvoller Rückzugsort
  • Verschiedene heimische Pflanzen für Insekten im Garten setzen:
    Sal-Weide: Ihre Palmkätzchen sind eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen nach dem Winter. Sie ist eine wertvollePollenquelle und ein üppiger Nektarspender für zahlreiche Schmetterlinge, vor allem für diejenigen, die überwintern, sowie für viele Käfer, Hummeln und Wespen.
    Frühlingsblumen: wie z.B. Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen für früh im Jahr fliegende Insekten
    Wildblumenbeet anlegen
    Wildrosenanstelle von Zierrosen setzen
  • Einen Nasch- und Kräutergarten für Mensch und Insekten anlegen: Hier erhalten Sie mehr Tipps zu Insektengärten!
  • „Bienenfreundlicher Garten“: Hier gibt's mehr Tipps zu einem bienenfreundlichen Garten!
  • Keine Pestizide verwenden
  • Naturnahe Teiche und Tümpel mit Flachwasserzonen anlegen, keine Fische einsetzen
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