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Anja H/Pixabay

2021 ist das Jahr der Baukünstler

2021 findet der Aktionstag für die Biodiversität am 20. Mai statt. Wieder mit einem Insektenschwerpunkt, dieses Mal unter dem Motto „Landschaften voller Baukünstler“.

Fotos: dmitriydanilov62 – stock.adobe.com, Ralf Geithe – stock.adobe.com, phototrip.cz – stock.adobe.com, Pixabay

Einen wesentlichen Beitrag für das Funktionieren der Ökosysteme leistet die mit Abstand artenreichste Tiergruppe: die sechsbeinigen Insekten, mit einer schier unüberschaubaren Anzahl an Arten. Man traut es diesen kleinen Tierchen nur schwer zu, aber sie sind auch zu erstaunlichen Leistungen im Bereich „Architektur“ fähig. Ob graben, zimmern, kleben, spinnen, zerteilen und zusammensetzen – Insekten und Co. sind Meister unterschiedlicher Handwerkskünste.

Wir laden alle Naturpark-Schulen und -Kindergärten herzlich ein, beim österreichweiten Aktionstag den meisterlichen Baukünsten der Insekten auf die Spur zu kommen – ob kreativ, spielerisch oder forschend. Außerdem gibt es heuer die "Mitmach-Aktion"; mehr Infos finden sich hier.

Materialien für SchülerInnen Für Volksschule (Grundstufe II) und Mittelschule

Hornissennest, Foto: Photo 50000 – stock.adobe.com

Insekten sind schon durch ihre Artenzahl, rund 43.000 Arten sind es allein in Österreich, faszinierend. Zusätzlich sind es ihre zum Teil ausgeklügelten Lebensweisen, die uns staunen lassen. Diese sind langzeiterprobt – manche der Artengruppen leben seit über 300 Millionen Jahren fast unverändert auf der Erde.

Als Nützlinge, Bestäuber und Bodenbildner sind Insekten von unschätzbarem Wert. Darüber hinaus spielen sie eine wichtige Rolle in den Nahrungsnetzen, sind echte Schönheiten und erfreuen uns mit ihrer Formen- und Farbenpracht.

Wie Insekten Bauwerke errichten und warum sie das tun, kann hier online oder in unserem Material "Landschaften voller Baukünstler" (PDF-Download: 0,6 MB) nachgelesen werden.

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Beine

Mistkäfer, Foto: Pixabay/Nika Akin

Insekten graben oder zimmern mit ihren Beinen, die oftmals speziell dafür umgebildet sind. Das kannst du zum Beispiel an den Grabbeinen der Maulwurfsgrille sehen und auch bei einigen Käfern, Zikaden und Wanzen, die in Wiesen leben.


Mundwerkzeuge

Orientalische Mauerwespe, Foto: Geza Farkas – stock.adobe.com

Andere Insekten verwenden ihre Mundwerkzeuge, mit denen sie zerkleinern und zusammensetzen können. Die „Tönnchen“ der Mauerwespe, in der gelähmte Spinnen als Larvennahrung eingelagert werden, sind so ein Beispiel. Sie sind oftmals auch in Gebäuden zu finden.


Spinnfäden

Köcherfliegenlarve, Foto: Pixabay/Eva Engvall

Weitere Arten, wie manche Schmetterlingsraupen und Köcherfliegenlarven, erzeugen mit speziellen Organen Spinnfäden und stellen daraus kunstvolle Kokons und Wohnröhren her. Viele Spinnen und auch Spinnmilben können das ebenfalls. Sie sind keine Insekten, sondern Spinnentiere.


Was bauen Insekten und wozu?

Hügelbauende Ameisen, Foto: Pixabay/Hans Braxmeier

Insekten bauen Einrichtungen, die als Wohnung oder zur Aufzucht des Nachwuchses dienen. Manche Bauwerke werden auch für die Nahrungsbeschaffung angelegt.

Einige Insekten kombinieren das alles auch miteinander. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Bauten von hügelbauenden Ameisen, die übrigens geschützt sind. Auch die Wabennester von Hummeln im Boden, von Wespen und Hornissen in Hohlräumen vonalten Bäumen und nicht zuletzt natürlich die der Honigbienen sind ausgeklügelte Bauwerke.

Wie oben erwähnt betätigen sich Insekten auch für die Nahrungsbeschaffung als Baukünstler. Ein Beispiel hierfür ist derAmeisenlöwe. Er ist die Larve der Ameisenjungfer und ein Fallensteller. In sandigen und trockenen Stellen legt er Fangtrichter an und erbeutet darin kleine Insekten, wie Ameisen oder Raupen. Wer einmal in den Fangtrichter gerät, kommt nicht mehr heraus, weil der lockere Sand an den Trichterwänden immer weiter nach unten rutscht, je mehr das Opfer versucht, zu entkommen.


Fragen

1. Insekten haben keine Hände, mit denen sie anpacken können. Wie errichten sie ihre Bauwerke?

2. Für welche Zwecke stellen Insekten Bauwerke her?


Begriffserklärungen

Nützlinge: Mit Nützlingen sind Lebewesen gemeint, wie Spinnen oder Insekten, die dem Menschen nützen. Sie fressen Insekten, die wir als Schädlinge bezeichnen, wie beispielsweise Läuse, weil sie sich über Blumen und Gemüse hermachen.

Bestäuber: Als Bestäuber werden Insekten benannt, die Blüten besuchen, um an den Nektar heranzukommen. Dabei berühren sie die Staubbeutel, in denen die Pollen stecken. Daraufhin bleiben Pollen an den Insekten hängen und werden bei der nächsten Blüte an der sogenannten Narbe wieder abgestreift. So wird die Blüte bestäubt und kann Früchte und Samen bilden.

Bodenbildner: Als Bodenbildner werden u.a. Insekten bezeichnet, die im Boden leben und durch ihre Lebensweise zur Fruchtbarkeit des Bodens beitragen, so dass Pflanzen dort besser wachsen können. Ameisen zum Beispiel zerlegen tote Tiere und führen so dem Boden wieder Nährstoffe zu, die Pflanzen zum Wachsen brauchen. Durch ihre Gänge lockern sie den Boden auf.

Kokon: Ein Kokon ist ein Gehäuse, das von Tieren mittels eines Sekrets hergestellt wird. Ein Sekret ist eine Flüssigkeit, die die Tiere in speziellen Drüsen/Organen herstellen können und mit der sie verschiedene Aufgaben erfüllen können, wie beispielsweise kleben. So können manche Schmetterlingsarten einen Kokon mittels Seidenfäden herstellen, die sie mit einer Drüse spinnen. In ihm überdauert die Puppe die Zeit bis zum Schlüpfen.

Baukünstler in Haus und Garten

Foto: Pixabay/Stanly8853

Insekten und andere Tiere kennen keine Grundgrenzen und Zäune. Daher dringen sie natürlich auch in den Wohnbereich von Menschen und in ihre Gärten ein. Manche von Ihnen sind echte Baukünstler!

Unser Material zu "Baukünstler in Haus und Garten" kann gleich hier online abgerufen oder heruntergeladen (PDF-Download: 0,5 MB) werden.

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Orientalische Mauerwespen

Foto: Volodymyr – stock.adobe.com

Zu den auffälligsten Bauten von Insekten an Gebäuden gehören die „Tönnchen“ der Orientalischen Mauerwespe, die an regengeschützten Stellen unter Dach, sowohl innen als auch außen am Haus, angelegt werden. Die Tiere sehen durch ihre Größe bedrohlich aus, sind aber vollkommen harmlos.


Ameisenlöwen

Foto: Vilalii Hulai – stock.adobe.com

Gleiches gilt für die Ameisenlöwen, die an sandigen, sonnigen Stellen ihre Fangtrichter anlegen. Unten in der Trichtermitte lauern sie darauf, dass eine Ameise oder ein anderes kleines Insekt die Böschung betritt und mit dem Sand ins Rutschen gerät. Ameisenlöwen sind die Larven der Geflecktflügligen Ameisenjungfer, die ein Fluginsekt ist.

Hier finden sich spannende Infos zu Ameisenlöwen!


Wespen

Foto: Pixabay/Capri23auto

Auch Wespen kommen in Gärten vor. Was viele nicht wissen: Wespen sind echte Baukünstler! Sie bauen kunstvolle Nester aus Papier. Für den Bau ihrer Nester verwenden sie Papier, das sie aus Holz herstellen. Dafür zerkauen die Weibchen die Holzfasern und vermischen den entstandenen Brei mit einem Sekret aus ihren Speicheldrüsen. Die Nester der verschiedenen Arten schauen ganz unterschiedlich aus, denn jede Wespenart verwendet unterschiedliche Holzfasern und auch bei der Vorliebe für den Nistplatz gibt es Unterschiede. Anhand der Färbung und des Ortes des Nestes können die verschiedenen Arten unterschieden werden.

Andere Wespenarten, wie die Lehmwespe, formen ihre Brutzellen aus Lehm. Dazu vermischen sie feuchten Lehm mit ihrem Speichel. In Zweigen, am Mauerwerk oder auch in Nisthilfen kannst du die mit Lehm verschlossenen Einzelnester finden.

Hier gibt's mehr Infos zu den Nestformen verschiedener Wespenarten und über die Lebensweise der Lehmwespe!


Spinnen

Gartenkreuzspinne, Foto: Pixabay/Nenneinszweidrei

Spinnen gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Auch sie sind wichtige Kleintiere, die in Gärten leben, und wahre Meisterinnen der Webkünste, wie die Gartenkreuzspinne. Spinnen können problemlos über ihr klebriges Netz laufen, denn sie wissen genau, dass die vom Zentrum ausgehenden Hauptfäden als einzige nicht klebrig sind.

Spinnennetze sind echte Wunderwerke mit präzisem Aufbau in den verschiedensten Formen. Dabei ist die Spinnseide, die die Spinne mit Hilfe ihrer Spinndrüsenproduziert, ein wahrer Superstoff der Natur!Im Vergleich mit Stahl ist sie stabiler als dieser und so elastisch, dass sie um das Dreifache ihrer Länge gedehnt werden kann, ohne zu reißen. Dabei ist Spinnseide auch noch extrem leicht und dünner als menschliches Haar.

Hier gibt's mehr Infos zu Spinnen und zur Spinnenseide!


Fragen

1. Suche dir einen Baukünstler aus, der im Haus und Garten lebt:

  • Wie heißt das Tier?
  • Wo kannst du es meistens finden?
  • Wozu errichtet es sein Bauwerk?

2. Schau dich drinnen oder draußen um:

  • Entdeckst du ein Insektenbauwerk?
  • Wo hast du das Bauwerk gefunden?
  • Was denkst du, wer der Baukünstler ist?
  • Zeichne das Bauwerk oder mache ein Foto.

Begriffserklärungen

Sekret: Sekret ist ein Fachwort für unterschiedliche Körperflüssigkeiten, die von Körperdrüsen produziert und abgesondert werden, wie zum Beispiel Speichel.

Brutzellen: Brutzellen werden von Insekten angelegt, die sich um ihre Brut, also ihre Nachkommen, kümmern. Brutzellen sind kleine Kammern, in denen Nahrungsvorräte angelegt werden, die die Larven zum Heranwachsen brauchen. Normalerweise befindet sich in einer Brutzelle nur eine Larve. Nur bei den Hummeln wachsen in großen Zellen viele Hummeln heran.

Baukünstler auf der Wiese und Streuobstwiese

Foto: Pixabay/Hans Braxmeier

Wiesen sind ein Paradies für Insektenfans! Je mehr Pflanzenarten in einer Wiese wachsen, desto höher ist auch die Artenzahl von Insekten und anderen Kleintieren. Manche sind hervorragende Baukünstler. In einer einzigen blütenreichen Magerwiese können mehrere tausend Arten leben – daher gelingen Beobachtungen von Tierbauten in solchen, nur ein- oder zweimal im Jahr gemähten Wiesen, am ehesten.

Unser Material zu "Baukünstler auf der Wiese und Streuobstwiese" kann gleich hier online abgerufen oder heruntergeladen (PDF-Download: 0,5 MB) werden.

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Feldgrillen

Foto: phototrip cz – stock.adobe.com

Ab Mai entdeckst du in solchen Wiesen mit großer Wahrscheinlichkeit Feldgrillen und ihre Grillenlöcher. Die Tiere graben kleine verzweigte Gänge und sitzen vor den Löchern, um zu zirpen.

Hier gibt's einen interessanten Artikel zur Feldgrille.


Schaumzikaden

Foto: Ralf Geithe – stock.adobe.com

Zur selben Zeit kannst du in vielen Wiesen die Schaumnester von Schaumzikaden sehen – der so genannte Kuckucksspeichel. Das Weibchen legt Eier auf Gräser. Aus denen schlüpfen Larven, die gemeinsam die schützende Schaumhülle erzeugen – das ist ein guter Trick gegen Fressfeinde und gegen Austrocknung.

Hier findet sich Erstaunliches zu Wiesenschaumzikaden.


Spinnennetze

Foto: Pixabay/Albrecht Fietz

In höheren und später gemähten Wiesen faszinieren die Netze von Webspinnen. Perfekt aufeinander abgestimmte Materialien verbunden mit Kunstfertigkeit machen die Netze zum Wohnraum und zur Falle für Fluginsekten.

Hier erfährt man, wie Spinnen ihre Netze bauen.


Wabennester

Foto: pixabay/Gerhard G.

Noch erstaunlicher sind die Wabennester von Wespen, Hornissen, Hummeln und Honigbienen. Die letzten beiden sind ganz wichtige Bestäuber von Wildpflanzen und Nutzpflanzen, ohne die Blütenreichtum und die Ernte von Obst und Gemüse eingeschränkt wären. Besonders wichtig ist dies in Streuobstwiesen, denn Honigbienen und Wildbienen erhöhen stark die Qualität und Menge von erntefähigem Obst.

Schauen wir uns einmal den Baukünstler Honigbiene genauer an: Ein Bienenstock besteht aus sechseckigen Waben, der Baustoff dafür ist Wachs. Die Arbeiterinnen produzieren es mit ihren Wachsdrüsen. Dabei entstehen kleine Wachsplättchen, die die Biene mit den Hinterbeinen nach vorne zum Mund befördert und mit ihrem Speichel durchknetet. Dann wird die Wabe geformt. Um die Waben zu bauen, hängen sich die Bienen zu einer richtigen Baukette zusammen.

Hier gibt's interessante Infos zu Hummeln und über den Bau von Bienen-Waben.


Fragen

1. Suche dir einen Baukünstler aus, der auf der Wiese oder Streuobstwiese lebt:

  • Wie heißt das Tier?
  • Wozu errichtet es sein Bauwerk?
  • Wo kannst du die Bauwerke finden?

2. Bringe mehr zu diesem Baukünstler in Erfahrung, indem du nachforschst. Schreibe auf, was du Interessantes herausgefunden hast.


Begriffserklärungen

Magerwiesen: Magerwiesen wachsen auf Böden, auf denen das Regenwasser schnell versickert und in denen nur wenige Nährstoffe verfügbar sind, die von den Pflanzen aufgenommen werden können. Auf ihnen wachsen seltene Pflanzen, die an diese schwierigen Lebensbedingungen angepasst sind. Auch einige Insektenarten können dort beobachtet werden, die sonst nirgends zu finden sind.

Wildpflanzen: Wildpflanzen sind Pflanzen, die sich ohne menschliche Hilfe angesiedelt haben und ohne Pflege wachsen.

Nutzpflanzen: Nutzpflanzen werden von Menschen angebaut und gepflegt. Sie werden unter anderem als Nahrungsmittel zu Heilzwecken oder als Viehfutter verwendet.

Streuobstwiese: Auf Streuobstwiesen wachsen verstreut viele verschiedene Obstbäume, die unterschiedliches Obst, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Walnüsse tragen. Die Wiese kann gleichzeitig auch als Weideland dienen und das Heu als Einstreu für den Stall genutzt werden.

Baukünstler an Bäumen, in Hecken und im Wald

Foto: Pixabay/Pexels

Im Wald leben sehr viele Insektenarten. Die meisten davon brauchen alte Bäume oder Totholz, weil sie sich darin entwickeln, wie der Hirschkäfer, oder weil sie ihre Nahrung darin finden. An sonnigen Waldrändern und an besonntem Totholz sind Bauten und Spuren von Insekten und anderen Kleintieren am leichtesten zu sehen.

Vielleicht gelingt dir die Entdeckung eines Waldmistkäfers oder einer Wildbiene. Mit Sicherheit kannst du im Wald Spechthöhlen entdecken, in deren Nähe du die verschiedensten Nachmieter beobachten kannst, wie Fledermäuse, Siebenschläfer oder Stare. Aber auch Insekten, wie Wildbienen, Hummeln, Wespen, Fliegen und Holzkäfer freuen sich über den fertigen Wohnsitz. Mehr zu Baumhöhlen und ihren Bewohnern findet man hier.

Unser Material zu "Baukünstler an Bäumen, in Hecken und im Wald" kann gleich hier online abgerufen oder heruntergeladen (PDF-Download: 0,5 MB) werden.

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Waldameisen

Foto: Pixabay/Ratfink1973

Häufig kannst du im Wald die Kolonien von hügelbauenden Waldameisen finden, ihre Nester sind sogar gesetzlich geschützt. Ameisen gehören zu den wenigen heimischen Insekten, die Staaten mit Arbeitsteilung bilden und zudem raffinierte Lebensweisen haben.

Ameisen sind hervorragende Baukünstler: Aus Erde und Pflanzenteilen bauen sie in „Teamwork“ riesige Nester, die „Ameisenhügel“, die bis zu zwei Meter hoch sein können, wobei der größte Teil des Nests unterirdisch ist. Eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die kleinen Insekten nur rund sechs Millimeter groß sind.

Ein Ameisenbau besteht aus einem ausgeklügelten System mit zahlreichen Kammern und Gängen: von Vorratskammern, Brutkammern, bis hin zu einer Art Heizung mit Klimaanlage! Durch ihren Nestbau sorgen Ameisen für den Abbau von Laub und Holz, lockern damit den Boden auf und fördern die Humusbildung.

Foto: dmitriydanilov62 – stock.adobe.com,

Ameisen bauen nicht nur beeindruckende Wohnbauten – vom Ameisenhügel aus führen auch zahlreiche Ameisenstraßen in die unmittelbare Umgebung. Die Ameisen markieren dabei mit Duftstoffen den Verlauf ihrer Straßen. So weiß jede Ameise, wo sie hinmuss und so funktioniert der Nachschub ins Nest.

Rote Waldameisen tragen als nützliche Helfer zum ökologischen Gleichgewicht im Wald bei: Als gefräßige Räuber verspeisen sie unzählige Insekten, deren Larven und Spinnentiere, darunter auch massenhaft Forstschädlinge. Sie fressen Aas und kranke Tiere und verbreiten den Samen von Pflanzen.

Wer mehr lernen möchte, erfährt hier:


Arbeitsblatt für den Unterricht zum Thema Ameisen

  • Was bedeutet „Nachmieter“ von Spechthöhlen?
  • Welche Tiere können das sein?
  • Welche Bauwerke errichten Waldameisen?
  • Wie machen sie das und welche Materialien verwenden sie?
  • Wie entstehen Ameisenstraßen?
  • Wie tragen Waldameisen zum ökologischen Gleichgewicht bei?

Arbeitsblatt für einen Waldbesuch zum Thema Ameisen

Wenn du im Wald bist, kannst du Folgendes ausprobieren: Suche eine Ameisenstraße und beobachte sie!

  • Wo beginnt die Ameisenstraße?
  • Wo führt sie hin?
  • Gehe sie entlang und zähle deine Schritte bis zum Ziel. Wie viele Schritte ist die Ameisenstraße lang?
  • Du kannst auf die Ameisenstraße ganz vorsichtig ein kleines Hindernis legen und beobachten was passiert. Wie reagieren die Ameisen auf das Hindernis?
  • Was passiert, wenn du einen Leckerbissen für die Ameisen (totes Insekt, Obststück etc.) auf die Straße legst? Wie reagieren die Ameisen?

Begriffserklärungen

Totholz: Totholz ist Holz, das nicht mehr lebt, wie umgefallene Bäume oder abgebrochene Äste. Es ist Nahrung für viele Pilze oder Pflanzen, wie Moose und bietet Tieren Schutz. Ohne Totholz gäbe es viele Insekten und Käfer nicht.

Nachmieter: Ein Nachmieter ist ein Mieter, der in eine freigewordene Mietwohnung einzieht. Auf Tiere übertragen ist ein Nachmieter ein Tier, das selbst keine Behausung gebaut hat, aber einen Bau bewohnt, der ursprünglich von einem anderen Tier angelegt wurde.

Kolonie: Als Kolonie wird eine Gruppe von Lebewesen bezeichnet, die unmittelbar nah beieinander leben. Das Siedlungsgebiet einer Kolonie ist räumlich getrennt von anderen Siedlungsgebieten der gleichen Art.

Staat: In einem Tierstaat leben viele Tiere einer Tierart in einer Gemeinschaft zusammen, in der jedes Lebewesen eine ihm zugedachte Aufgabe erfüllt. Bei den Honigbienen legt zum Beispiel die Bienenkönigin die Eier, die Arbeiterinnen haben verschiedene Aufgaben: unter anderen den Bau der Waben, das Säubern der Zellen oder die Fütterung der Larven. Die Aufgabe der männlichen Drohnen ist, sich mit der Bienenkönigin zu paaren.

Arbeitsteilung: Bei der Arbeitsteilung wird eine Arbeit auf verschiedene Lebewesen aufgeteilt. Dabei übernehmen zwei oder mehr Lebewesen aufeinander abgestimmte Rollen und jedes Tier erfüllt eine festgelegte Aufgabe.

Humusbildung: Lebewesen im Boden, wie Regenwürmer, Kleinstlebewesen und Bakterien zerlegen tote Pflanzen, Tiere oder deren Ausscheidungen in ihre Bestandteile und helfen so, die Nährstoffe verfügbar zu machen. Mit ihrer Hilfe entsteht Humus. Die Humusschicht ist die fruchtbare oberste Bodenschicht, über die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt werden.

Ökologisches Gleichgewicht: Ein Ökosystem ist ein Beziehungsgeflecht zwischen einer Lebensgemeinschaft, also von Tier- und Pflanzenarten, und ihrem Lebensraum. Alle stehen in Abhängigkeit und Wechselwirkung zueinander. Ein Ökosytem befindet sich im ökologischen Gleichgewicht, wenn sich sein Zustand ohne von außen kommende Störungen nicht verändert.

Forstschädlinge: Forstschädlinge sind vorwiegend Insekten, deren Larven an oder im Holz von Bäumen leben. Sie ernähren sich von Blättern bzw. Nadeln oder vom Holz der Bäume im Wald, die dadurch absterben können.

Baukünstler an und in Gewässern

Foto: Pixabay/Peter H.

In naturnahen Teichen, möglichst fischfrei, und in natürlichen Bächen leben zahlreiche Insekten, in erster Linie aber wasserbewohnende Larven von Insekten: Beispiele sind Libellen, Eintagsfliegen, Schlammfliegen und Köcherfliegen. Andere leben zeitlebens im Wasser wie Wasserkäfer und Wasserwanzen, zu denen Schwimmwanzen und Rückenschwimmer gehören. Hier erfährt man, welche Tiere am Bach entdeckt werden können.

Unser Material zu "Baukünstler an und in Gewässern" kann gleich hier online abgerufen oder heruntergeladen (PDF-Download: 0,5 MB) werden.

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Köcherfliegen-Larven

Köcherfliegenlarve in ihrer Wohnröhre.
Foto: phototrip cz – stock.adobe.com

Die besten Baukünstler im Wasser sind ohne Zweifel die Larven der Köcherfliegen. Köcherfliegen sind mit den Schmetterlingen verwandt und haben wie diese die Möglichkeit, einen Faden zu erzeugen.

Mit diesem Spinnfaden spinnt die Köcherfliegenlarve auf fast wundersame Weise winzige Steinchen, Holzstückchen oder Pflanzenteile zu einer Wohnröhre, dem Köcher, zusammen. Der Köcher ist ein röhrenförmiges Gebilde, das an einem Ende eine große und am anderen eine kleine Öffnung hat. Meistens ragen nur der Kopf und die Beinchen aus dem Köcher heraus.

Erwachsene Köcherfliege.
Foto: Michael Tieck – stock.adobe.com

Die Köcher dienen den Larven nicht nur als schützendes Gehäuse vor Feinden, sondern sorgen auch dafür, dass die Larven nicht von der Strömung im Bach davongetragen werden. Expertinnen und Experten können sogar an der Form des Köchers erkennen, zu welcher Köcherfliegen-Art eine Larve gehört. Sie haben nämlich alle einen ganz charakteristischen Baustil.

Einige Köcherfliegenlarven bauen ein Fangnetz auf, das wie ein Spinnennetz funktioniert: die Larven sitzen in ihrem Köcher und lauern, ob sich ein Beutetier in diese Fangreuse verirrt. Köcherfliegenlarven findest du am besten unter Steinen, in klaren und fließenden Gewässern.

Hier gibt's mehr Infos zu Köcherfliegen.


Fragen

1. Wo genau kannst du Köcherfliegenlarven entdecken?
2. Mit welchen anderen Insekten sind Köcherfliegen verwandt?
3. Wie stellt die Köcherfliegenlarve ihren Köcher her?
4. Wozu benötigt die Larve den Köcher?
5. Wie helfen die Köcher der Larven dabei, verschiedene Köcherfliegen-Arten
voneinander zu unterscheiden?

Unterlagen für LehrerInnen

Ideen und Tipps

Die gemeinsamen Aktionen der Naturpark-Schulen und -Kindergärten lassen diese in ihrer Gesamtheit in Erscheinung treten und zeigen deren großes Engagement für die Biodiversität. In den „Ideen und Tipps“ finden Sie Inspirationen und Anleitungen zum Mitmachen.

Diese Ausgabe der „Ideen und Tipps“  (PDF-Download: 2,6 MB) steckt voller Anregungen für Aktivitäten zum Jahresthema des Aktionstages 2021 „Landschaften voller Baukünstler“. Hier geht‘s zur Online-Version der „Ideen und Tipps“.

Praxismaterialien für Projekte

Die Aktivitäten der folgenden Praxismaterialien sind auch in den „Ideen und Tipps“ 2021 zu finden. Die Unterlagen enthalten ausführliche Anleitungen, Vorlagen und Beobachtungsblätter.

Weitere Praxismaterialien zu Insekten, auch für Homeschooling, finden sich hier

Informationen zum Aktionstag

Mitmach-Aktion

Heuer gibt‘s die Mitmach-Aktion, an der sich alle Naturpark-Schulen und -Kindergärten beteiligen können. Dabei gibt es eines von drei hochwertigen Insektenhotels zu gewinnen (PDF-Download: 0,4 MB).

Flyer "Wir machen mit!"

Informationen zum Aktionstag 2021 und zum Motto "Landschaften voller Baukünstler" (PDF-Download: 0,7 MB).

Plakat "Wir machen mit!"

Plakat zur Ankündigung von Aktivitäten zum Aktionstag 2021 (PDF-Download: 1,0 MB).

Einladung

Jedes Jahr findet der österreichweite Aktionstag der Naturpark-Schulen und -Kindergärten statt. Alle sind eingeladen, sich mit Projekten und Präsentationen unter dem Motto „Landschaften voller Baukünstler“ zu beteiligen (PDF-Download: 1,4 MB).


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