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Blauflügel-Prachtlibelle, Foto: Andreas Kristl

Foto: Franz Kovacs

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Wildschwein, Foto: Ewald Neffe

Moorfrosch, Foto. Herfried Marek

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Fischotter, Foto: Ewald Neffe

Alpenbockkäfer, Foto: Herfried Marek

Landschaften voller Tiere

Besonderheiten aus der Tierwelt

Wenn im tief verschneiten Jänner der Alpensteinbock seine Spuren im Gebirge zieht oder im Juli der Apollofalter auf Brautschau geht, dann sind sie vielleicht bei uns gerade das „Tier des Monats“.
Die 48 Österreichischen Naturparke beheimaten eine Vielzahl imposanter Tierarten, von denen wir Ihnen jeden Monat einen besonderen Vertreter vorstellen. Kann die Wasseramsel wirklich schwimmen und wann kann ich einen Moorfrosch beobachten? Das und noch viel mehr zum Lebensraum und dem Verhältnis zu bestimmten Pflanzenarten erfahren Sie bei uns.

Fotos: E. Neffe & H. Marek

Durch die gegenseitige Abhängigkeit von Fauna und Flora wird auch ersichtlich, wie wichtig ein intaktes Ökosystem mit ihrer Biologischen Vielfalt ist. Um diese beeindruckende Vielfalt zu bewahren, führt der VNÖ in enger Zusammenarbeit mit den Österreichischen Naturparken gegenwärtig einige Projekte zum Schutz und Erhalt der Biodiversität durch. Damit leistet auch der Verband der Naturparke Österreichs einen bedeutenden Beitrag, diese wunderschönen Natur- und Kulturlandschaften unseres Landes so zu erhalten, wie sie sind - Landschaften voller Leben.

Amphibien

Alpensalamander

Foto: pixabay.com

Alpensalamander (Salamandra atra) werden max. 15 cm lang; die Weibchen sind größer als die Männchen. Die Unterseite ist bleigrau, alles andere schwarz gefärbt. Sie haben hervorstehende Augenhügel und an der Oberseite Querrillen am Rumpf und Schwanz.

Sie leben in nassen Laub- und Mischwäldern in Gebirgslagen auch oberhalb der Baumgrenze. Ihre Nahrung sind Kleintiere wie Insekten, Spinnen, Asseln und Regenwürmer. Die Paarungszeit ist um die Sommersonnenwende; zu dieser Zeit können sie besonders häufig beobachtet werden. Bei der Paarung wird das Weibchen vom Männchen verfolgt, das nach dem Aufsteigen seine Kehle am Kopf des Weibchens reibt. Danach klammert sich das Männchen Bauch an Bauch an das Weibchen und setzt nach Schwanzwurzelreiben ein Samenpaket ab, das vom Weibchen aufgenommen und gespeichert wird. Die Weibchen gebären 2 bis 3 Jahre nach der Paarung 1 bis 2 lungenatmende, sofort an Land lebensfähige Jungtiere (ca. 4 cm groß).

Fressfeine für Jungtiere sind vor allem Elstern, Dohlen und Schlangen. Erwachsene Tiere scheiden zum Schutz vor Fressfeinden ein giftiges Hautsekret aus. Alpensalamander sind in weiten Bereichen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes durch Zerstörung des Lebensraums bedroht. Sie stehen in Österreich, Deutschland und der Schweiz unter strengem Schutz!

Bergmolch

Foto: pixabay.com

Die Weibchen des Bergmolchs (Triturus alpestris) werden bis zu 12 cm, die Männchen bis zu 9 cm groß. Diese weisen während der Paarungszeit (April bis Juli) eine blaue Rückenfärbung auf. Ihre Flanken sind schwarz-weiß, der Rückenkamm gelblich-schwarz gepunktet. Die Weibchen sind dunkelgrau-braun-grünlich marmoriert und schwächer punktiert. Die Bauchseite beider Geschlechter ist leuchtend orange gefärbt. Nach dem Ende der Laichzeit verlassen die Tiere das Gewässer und entwickeln allmähliche eine unscheinbare „Landtracht". Der orangefarbene Bauch bleibt, wird aber weniger farbintensiv.

Bergmolche leben in Feuchtgebieten, d.h. gewässerreiche Wälder in hügeligen bis bergigen Landschaften (z.B. Waldtümpeln, Löschwasserteichen, Wildsuhlen, wassergefüllten Wagenspuren auf Forstwegen, Tümpeln auf den Almen). Nach dem „Erwachen“ aus der Winterstarre wandern sie sofort zu den Gewässern in der Nähe. Außerhalb der Laichzeit sind sie nachtaktive Landtiere.

Ein Weibchen kann in einer Saison bis zu 250 Eier produzieren. Diese heftet es einzeln an die Wasserpflanzen, indem es mit seinen Hinterbeinen eine „Tasche“ in die Blätter faltet. Je nach Wassertemperatur dauert die Embryonalentwicklung 2 bis 4 Wochen. Wie alle in Europa heimischen Amphibien dürfen Bergmolche und ihre Entwicklungsstadien nicht gefangen werden.

Feuersalamander

Foto: Herfried Marek

Feuersalamander (Salamandra salamandra) erreichen eine Körperlänge von ca. 23 cm und ein Körpergewicht von etwa 44 g. Sie haben eine tiefschwarze Haut mit einer gelben Zeichnung. Die Weibchen werden im Durchschnitt größer als die Männchen.

Sie leben in Laubwäldern und sind von Februar bis November anzutreffen, danach suchen sie ihr Winterquartier auf. Die Tiere verlassen bei Regenfällen, besonders nach längerer Trockenheit ihre Verstecke. Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis September; sie sind lebendgebärend. Die nachtaktiven Salamander ernähren sich von wirbellosen Organismen wie Asseln, kleinen Käfern und braunen Waldschnecken.

Seit 2009 ist der Salamander geschützt; das heißt, dass die Tiere nicht gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen. Bestandsgefährdung entsteht in der Hauptsache durch Eingriffe in Larvengewässer, wie Entwässerung und Verbauung sowie durch häufig befahrene Straßen.

Gelbbauchunke

Gelbbauchunke in Kahnstellung (Foto: S. Käfer)

Die Größe der Gelbbauchunke (Bombina variegata) liegt zwischen 35 und 56 mm; in Mitteleuropa sind Kopf-Rumpf-Längen von mehr als 45 mm aber selten zu beobachten. Die Tiere haben eine schmutzig graue Grundfarbe, die Unterseite inklusive der Innenseiten der Gliedmaßen und der Finger und Zehen ist intensiv hellgelb bis orange gefärbt und mit bleigrauen bis schwarzen Flecken oder Flächen durchsetzt.

Die Gelbbauchunke ist eine echte Europäerin (kommt nur in Europa vor)! Sie ist Erstbesiedlerin von kleinen frisch entstandenen Tümpeln, Fahrspuren oder Traktorspuren. Sie nutzt diese kleinen oft nur kurz vorhandenen Wasserstellen, da sich das Wasser dort schneller erwärmt, was gut für Laich und Larven ist. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten.

Ruf- und Laichaktivitäten (bis zu drei Perioden im Jahr) werden häufig durch ergiebige Regenfälle stimuliert. Die Eiablage erfolgt in die Kleingewässer, Kaulquappen schlüpfen bereits nach 2 bis 3 Tagen. Die Dauer der Larvenentwicklung hängt von der Umgebungstemperatur ab und liegt meist zwischen 41 und 67 Tagen.

Bei Gefahr nimmt sie manchmal die sogenannte Kahnstellung ein. Dabei macht sie ein Hohlkreuz, so dass die Ränder ihres intensiv gefärbten Bauches und ihrer Gliedmaßeninnenseiten von oben sichtbar werden (Unkenreflex). Dies soll Fressfeinde vor dem Hautgift warnen, das sie in dieser Situation absondert. Das Drüsensekret macht sie für manche Fressfeinde ungenießbar, für den Menschen wirkt das Sekret schleimhautreizend.

Kleiner Wasserfrosch

Foto: A. Schmidt

Kleine Wasserfrösche (Pelophylax lessonae) sind häufig grasgrün, manchmal blau- oder gelbgrün mit schwarzen Rückenflecken – fließende farbliche Übergänge zu See- und Teichfröschen kommen vor. Sie erreichen eine Größe von ca. 7 cm. Zwei Schallblasen ermöglichen sehr lautes Rufen.

Tümpelfrösche, wie diese Art noch genannt wird, leben in vegetationsreichen Teichen, Tümpeln, Moorgewässern, Bächen und Kolken. Sie sind gierige Fresser von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken sowie anderen Amphibien; fliegende Insekten werden im Flug geschnappt. Die Hauptlaichzeit ist im Mai, wobei die Weibchen bis zu 3.000 Eier in mehreren Laichballen ablegen. Überwintert wird an Land. Die Männchen besetzen Reviere im Gewässer und verteidigen sie gegen Konkurrenten.

Die kleinen Wasserfrösche sind als „gefährdet“ eingestuft und stehen auf der Österreichischen Roten Liste sowie im Anhang IV der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie. Die Gefährdung ergibt sich durch Gewässerverschmutzung, Eutrophierung, Verbauung und v.a. durch Lebensraumschwund (d.h. das Verschwinden von kleinen Gewässern aus der Landschaft).

Kreuzkröte

Ihren Namen verdankt die Kreuzkröte (Epidalea calamita) dem hellen Rückenstreifen entlang der Wirbelsäule – „des Kreuzes“. Auch an der Art sich fortzubewegen, kann man sie leicht erkennen. Kreuzkröten hüpfen nicht, denn dafür haben sie zu kurze Beine. Sie huschen über den Boden wie Mäuse. Auffällig sind ihre zitronengelben Augen mit waagrecht-ovalen Pupillen. Am Bauch haben die Kreuzkröten ein individuelles Muster aus dunklen Flecken, an denen die einzelnen Individuen zu unterscheiden sind. Die Größe der Männchen reicht von 4 bis 7 cm, die der Weibchen von 5 bis 8 cm.

Die Kröten leben in Auwaldgebieten mit offenen, grabfähigen Böden und temporären Laichgewässern. Kreuzkröten haben ihre Laichzeit von Mai bis August. Das Weibchen legt ein- oder zweireihige, perlenkettenartige, 1 bis 2 m lange Laichschnüre, aus denen dunkle Kaulquappen schlüpfen. Ab dem Stadium, in dem sich die Hinterbeine entwickeln, haben sie einen hellen Kehlfleck. Kreuzkröten sind dämmerungs- und nachtaktiv; tagsüber vergraben sie sich unter Steinen u.a. Strukturen bzw. im Sand.

In Österreich ist die Kreuzkröte sehr selten. Laut der FFH-Richtlinie, Anhang IV ist sie eine streng zu schützende Art. Nach der Roten Liste Österreich ist sie sogar „vom Aussterben bedroht“.

Moorfrosch

Foto: Herfried Marek

Blaue Frösche in Österreich? Gibt es solche wirklich? Ja! Die Männchen des Moorfrosches färben sich zur Paarungszeit für wenige Tage tatsächlich himmelblau. Warum sie das tun, war lange Zeit ungeklärt. Neueste Forschungen liefern Antworten.

Foto: Sonja Eder

Leben in zwei Welten

Der Moorfrosch ist ein mittelgroßer, hell- bis dunkelbraun gefärbter Frosch mit einem dunklen Streifen hinter den Augen, der ihn als Vertreter der sogenannten „Braunfrösche“ ausweist. Von seinen beiden nächstverwandten Arten, dem Gras- und dem Springfrosch, unterscheidet er sich durch einen hellen, breiten Streifen am Rücken, der in der Regel dunkel gesäumt ist. Außerhalb der Paarungszeit sehen Männchen und Weibchen der Art gleich aus. Der Moorfrosch bewohnt Lebensräume mit einem hohen Grundwasserspiegel wie Augebiete, Bruchwälder oder Hoch- und Niedermoore bis in eine Seehöhe von 1.000 Metern. Wie bei allen heimischen Amphibienarten spielt sich sein Leben in zwei Welten ab: im Wasser und an Land. Im Frühling, wenn der Bärlauch den Boden in den Auwäldern grün einfärbt, wandern Männchen und Weibchen zu ihren Laichgewässern, um sich zu verpaaren und abzulaichen. Zur Anlockung der Weibchen bilden die Männchen Rufgemeinschaften. Die tiefen, leisen Rufe („wuog, wuog, wuog“) sind sowohl tagsüber als auch nachts zu hören. Jedes Weibchen kann zwischen 500 und 3.000 Eier abgeben. Als Anpassung an Moorgewässer, in denen die Art häufig vorkommt, weisen sowohl der Laich als auch die Larven, die allseits bekannten „Kaulquappen“, eine gewisse Toleranz gegenüber erhöhten Säurewerten auf. Außerhalb der Fortpflanzungszeit halten sich Moorfrösche an Land auf. Die Sommerlebensräume befinden sich meist in unmittelbarer Nähe der Laichgewässer. Die Überwinterung erfolgt an Land, in Hohlräumen und Spalten. Infolge der Trockenlegung und Kultivierung von Mooren und anderen Feuchtgebieten ist der Moorfrosch in Österreich gefährdet. Intensive Landwirtschaft und auch Straßenverkehr bedingen eine Verinselung der Populationen. Das hat dazu geführt, dass die Art europaweit streng geschützt ist.

Foto: Tobias Schernhammer

Blau für die Liebe

Jedes Jahr im zeitigen Frühjahr findet ein Naturereignis der besonderen Art statt: die Paarung der Moorfrösche. Doch was ist daran so besonders? Als einzige heimische Froschart verfärben sich die Männchen des Moorfrosches in dieser Zeit himmelblau. Eine derartige visuelle Signalgebung ist bei Fröschen fast ausschließlich von tropischen Arten bekannt. Durch die Einlagerung von Lymphflüssigkeit unter die Haut kommt es zu spektralen Veränderungen der Haut und die Moorfrösche werden zu blauen Farbklecksen. Mit dem Blau nutzen die Tiere einen Farbton, der für Frösche besonders gut wahrnehmbar ist. Warum es zu dieser einzigartigen Verfärbung kommt, war lange Zeit unklar. Neueste Forschungen konnten nun zeigen, dass die Männchen nicht wegen der Weibchen „blau anlaufen“, sondern um anderen Männchen gegenüber unmissverständlich ihr Geschlecht zu demonstrieren. Bei den Moorfröschen als sogenannte „Explosivlaicher“ muss es schnell gehen mit der Zeugung des Nachwuchses. Innerhalb weniger Tage drängen sich hunderte, zum Teil sogar tausende Männchen auf engstem Raum um ein Weibchen zu ergattern und sich zu paaren. Da können Fehlverpaarungen unter Männchen wertvolle Zeit kosten und den Fortpflanzungserfolg schmälern. Die auffällige Farbveränderung dient daher nicht – wie so oft im Tierreich – dem Imponieren der Weibchen. Sobald die Weibchen abgelaicht und das Gewässer verlassen haben, nehmen die Männchen wieder ihre unauffällige braune Färbung an.

Reptilien

Europäische Hornotter

Foto: pixabay.com

Die Europäische Hornotter (Vipera ammodytes) wird auch Sandviper, Hornviper oder Sandotter genannt. Die bis zu 95 cm lange Schlange ist für europäische Verhältnisse sehr groß. Die Männchen werden größer als die Weibchen.Ihre Färbung variiert sehr stark. Meistens sind die Tiere grau, gelblich, oder rotbraun mit einem dunkleren Zickzack- oder Rautenband auf dem Rücken. Die Farbe dieses Bandes variiert ebenfalls von hellbraun bis schwarz. Männliche Tier sind meistens etwas heller gefärbt als die Weibchen und ihre Kopf- und Körperzeichnung ist ausgeprägter. Die Schwanzunterseite ist bei beiden Geschlechtern gelblich, rötlich oder grünlich.
Der Kopf ist dreieckig und deutlich vom Rumpf abgesetzt. Das auffällige, rundum mit kleinen Schuppen bedeckte Horn an der Schnauze ist namendgebend. Der als „drohend“ empfundene Blick der Vipern kommt von kräftig ausgebildeten Leisten über den Augen. Die Pupillen sind senkrecht schlitzförmig.

Die Hornotter ist wie alle europäischen Vipern ovovivipar, d.h. die Eier werden im Mutterleib ausgebrütet und die Jungschlangen lebend geboren. Im Frühjahr kommen so bis zu 20 Schlangen pro Muttertier auf die Welt. Zuerst ernähren sie sich von Heuschrecken und kleinen Eidechsen. Wenn sie größer werden kommen auch kleine Säugetiere und Vögel mit auf den Speiseplan. Die Sandviper geht meist am späten Nachmittag und in der Abenddämmerung auf Beutefang. Die Beutetiere werden durch einen Giftbiss getötet. Die Giftzähne sind bis zu 1 cm lang.

Sandvipern gelten als tag- und dämmerungsaktiv. Tagsüber sonnen sie sich in der Nähe ihrer Schlupfwinkel. Sie sind nicht aggressiv und versuchen vor Bedrohungen stets zu fliehen; wenn sie allerdings in die Enge getrieben werden, zischen sie und beißen zu. Der Biss ist nicht schmerzhaft und meist blutend. Todesfälle nach Vipernbissen kommen vor allem bei Kindern oder geschwächten Personen vor.
Im Winter sammeln sich Hornottern in großen Zahlen an geeigneten Überwinterungsplätzen in mehreren Metern tiefen Felsspalten und halten dort eine bis zu 6 Monate dauernde Winterruhe. Das Verbreitungsgebiet der Schlangen umfasst Norditalien, Südösterreich (Dobratsch) und spannt sich von Slowenien bis zum Kaukasus und Griechenland. Sie leben im steinigen, trockenen Buschland und lichten Wäldern. Besonders häufig findet man sie an trockenen, sonnigen Felshängen und auf Steinmauern. Entgegen ihrem Namen – Sandvipern – kommen sie nur selten auf Sandflächen vor.

Östliche Smaragdeidechse

Foto: Herfried Marek

Mit einer Gesamtlänge von bis zu 35 cm ist die Smaragdeidechse (Lacerta viridis) die größte heimische Eidechse. Sie wiegt bis zu ca. 60 g. Die smaragdgrüne Farbe und die blauen Kehlchen der Männchen machen sie zum farbenprächtigsten Reptil Österreichs. Im Frühjahr nach der Häutung – Hochzeitskleid – ist die Färbung besonders intensiv.

Smaragdeidechsen bevorzugen sonnenerwärmte Geländehänge mit einem ausreichenden Feuchtegrad und einer Mischung aus offenen Strukturen und mosaikartiger Vegetation, wie etwa Weinberge, Halbtrockenrasen oder Streuobstwiesen. Die tagaktiven Tiere nehmen am Morgen und Abend ausgiebige Sonnenbäder – tagsüber klettern sie nahrungssuchend im Pflanzengestrüpp umher. Sie ernähren sich hauptsächlich von Spinnen und Insekten, gelegentlich werden auch Früchte gefressen.

Fische

Bachforelle

Die Bachforelle (Salmo trutta fario) erreicht je nach Nahrungsangebot eine Körperlänge von ca. 20 bis 70 cm. Das Gewicht beträgt in der Regel bis 5 kg, maximal 9 kg. Der Körper der Forelle ist mehr oder weniger hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Ihr Rücken ist oliv-schwarzbraun und silbrig-blau, bauchwärts treten rote Flecken mit hellem Rand auf, die Bauchseite ist weißgelb. Die Lebenserwartung der Forelle beträgt bis zu 20 Jahre.

Bachforellen besiedeln schnell fließende, sauerstoffreiche, kühle und klare Gewässer mit Kies- oder Sandgrund. In erster Linie ernährt sich die Forelle von Kleintieren aller Art, auch geflügelten Insekten. Die Geschlechtsreife der Forelle wird nach etwa drei bis fünf Jahren erreicht. Je nach Verbreitungsgebiet findet die Laichzeit entweder von September bis Oktober oder von Dezember bis März statt. Die Forelle laicht in kleinen Flüssen und Bächen. Die durchschnittlich etwa 1.000 bis 1.500 Eier werden in einer Laichgrube abgelegt, die das Weibchen im Kies aushebt.

Bachforellen sind standorttreue Fische, die ihren Platz nur zur Fortpflanzung verlassen und auch nach Störungen an ihre angestammten Plätze zurückkehren. Die erwachsene Bachforelle beansprucht ein eigenes Revier. Tagsüber ist sie im Uferschatten verborgen, mit dem Kopf gegen die Strömung.

Huchen

Der Huchen (Hucho hucho) ist der größte Vertreter der Forellenartigen (Salmoniden). Er hat im Vergleich zu den anderen Forellenartigen einen lang gestreckten, im Querschnitt fast drehrunden Leib. Sein Kopf ist zugespitzt. Seine Körperform erinnert an einen Pfeil, eine Lanze. Seine Färbung kann von Gewässer zu Gewässer sehr unterschiedlich sein. Mit einer bei ausgewachsenen Exemplaren dokumentierten Körperlänge von bis deutlich über 130 cm und einem möglichen Körpergewicht von mehr als 30 kg gehört er zu den weltweit größten Süßwasserfischen.

Der Lebensraum des Huchens ist aufgrund von Sauerstoffgehalt und Wassertemperatur die Äschen- und Barbenregion größerer Flüsse. Er besiedelte diese Region der Flüsse im Donaugebiet, von Bayern bis zur Westukraine. Sein Lebensraum in der Jugend sind seichte, strömungsberuhigte Buchten. Dann, ein wenig größer, wechselt er in seichte Rieselstrecken und später, mit der steigenden Größe seiner Beutefische, allmählich in stärkere Strömung und tieferes Wasser. Die zum Teil ausgedehnten Laichwanderungen der geschlechtsreifen Tiere führt er von Ende März bis Anfang Mai durch. Der Huchen stellt als Groß-, Raub- und Wanderfischart sehr hohe Ansprüche an seinen Lebensraum, und gehört somit zu den bedeutendsten Indikatorfischarten, der die Verhältnisse der gesamten Fischzoonose sehr gut widerspiegelt.

Milchner, die männliche Tiere, erreichen ihre Geschlechtsreife meist mit 4 Jahren, die Rogner, die weiblichen, erst mit 5 Jahren. Zum Ablaichen bevorzugt er überströmte Schotterbereiche mit mittleren Fließgeschwindigkeiten um einen halben Meter pro Sekunde. Das Weibchen schlägt eine Laichgrube, in der die befruchteten Eier abgelegt werden. Die Entwicklungsdauer der Embryos ist stark temperaturabhängig.

Der Huchen war bis ins frühe 20. Jahrhundert in der österreichischen Donau und in fast allen ihrer größeren Zubringer kein seltener Fisch. Infolge der Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes durch Flussregulierungen, des massiven Ausbaus der Wasserkraft sowie Abwasserbelastungen kam es jedoch bereits im 19. Jahrhundert zu entsprechenden Einbußen und einem starken Rückgang der Bestände. Die Errichtung von Stauketten an der Donau und vielen ihrer Zubringer war wohl der gravierendste Eingriff und bestimmend für den hohen Gefährdungsgrad dieser Art.

Seeforelle

Als Seeforelle (Salmo trutta lacustris) wird eine in großen, sauerstoffreichen Seen lebende, großwüchsige Form der Forelle bezeichnet. Seeforellen werden über 80 cm groß. Ihr Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Die meist sehr hellen Flanken sind mit unregelmäßigen, schwärzlichen, gelegentlich auch braunen oder rötlichen Punkten oder Ringen gemustert.

Junge Fische besiedeln sowohl die warme Oberflächenschicht als auch die kalte Tiefenzone. Große Seeforellen halten sich im Sommer fast ausschließlich in tieferen Wasserschichten auf. Jungfische jagen kleine Flussbarsche bzw. sammeln Anflug (Insekten). Große Seeforellen ernähren sich vorwiegend von Fischen (Flussbarsche, Rotaugen, Lauben etc.). Die Laichzeit beginnt Mitte November und endet im Jänner. Seeforellen benötigen zum Ablaichen Kies, der gut mit Sauerstoff versorgt wird. Der Rogner (weiblicher Fisch) legt eine Laichgrube im Sediment an und gibt die Eier portionsweise in diese ab. Die von den Spermien des Milchners (männlicher Fisch) befruchteten Eier werden mit Kies zugedeckt und entwickeln sich dort innerhalb der nächsten 3 Monate zu fressfähigen Fischchen.

Jede Seeforelle kann durch ihre Zeichnung (Anordnung der Punkte) eindeutig identifiziert werden; beim Laichfischfang werden sie vermessen und fotografiert.

Insekten

Alpenbockkäfer

"Star der Holzkäferschar" - der Alpenbockkäfer, Foto: H. Marek

Einen besonders spektakulären Vertreter der Tierwelt hat man als „Botschafter“ der Urwaldarten auserwählt. Er ist der „Star der Holzkäferschar“ und er lebt nur im naturnahen Buchenwald mit Altbäumen und Totholz: der imposante Alpenbockkäfer (Rosalia alpina).

Ein Prachtkerl

Er ist auf Briefmarken und in Schulbüchern zu sehen. Ihn das erste Mal lebend zu beobachten überwältigt jede/n Naturbegeisterte/n. Und gerade im August stehen die Chancen dazu sehr gut. Ab Juli und in den August hinein kann man ihn – aber nur mit Glück und in bestimmten Regionen –bewundern. Als einer der farbenprächtigsten und größten Vertreter (bis 38 mm Köperlänge) der heimischen Bockkäfer ist er mit dem hellblauen Körper, den charakteristischen schwarzen Flecken sowie den schmucken Fühlerbüscheln unverwechselbar.
Doch um seinen Lebensraum ist es weniger prächtig bestellt. Besonders die Beseitigung seiner Brutbäume, in denen sich die Larven entwickeln, macht ihm zu schaffen. Der Käfer, und mit ihm eine Heerschar weiterer Waldlebewesen, benötigt vor allem alte, teilweise oder ganz abgestorbene Baumriesen an sonnigen Standorten. Wann haben Sie zuletzt bei Ihren Waldspaziergängen einen solchen Baum gesehen?
Sollte Ihnen ein derartiges Exemplar unterkommen – vor allem Rotbuchen, selten Bergahorne oder Bergulmen, können Sie selbst in die Rolle eines/r Naturforschers/in schlüpfen. Finden Sie das typische Ausschlupfloch des Käfers? Es ist flach-ovalförmig und bis zu 11 mm lang und 8 mm breit. Durch diese Öffnung dringt der erwachsene Käfer ins Freie, nachdem er mehrere Jahre als Larve und Puppe versteckt im Totholz gelebt hat.
Oftmals findet man hunderte kleine und große Schlupflöcher unterschiedlichster Insektenarten an einem Totholzstamm. Damit ist klar: totes Holz ist ziemlich lebendig.

Der Große Ahornboden - ein Lebensraum des Alpenbockkäfers, Foto: H. Marek

Botschafter der Urwaldarten

Vor etwa 6.000 Jahren, in der nacheiszeitlichen Klimaänderung, setzte die Ausbreitung der Rotbuche in Mitteleuropa ein. Bis zur Römerzeit bildete sie hier großflächige und urige Waldbestände. Überall waren Altbäume sowie stehende und liegende Totholzbäume in rauen Mengen vorhanden. Viele Organismen nutzten diese natürliche Ressource, der (ehemaligen) Baumart Nr. 1 in Mitteleuropa.

Später begann der Mensch den Wald intensiver zu nutzen, zu verändern und teilweise zu roden. Die Rotbuche wurde gebietsweise stark zurückgedrängt. Heute nehmen vielerorts Fichtenforste die ehemals von der Rotbuche dominierten Waldlebensräume ein. Am meisten mangelt es aber in allen Wäldern an Altbäumen und an Totholz.
Es liegt auf der Hand, dass dabei die Vielfalt der heimischen Waldnatur auf der Strecke bleibt. Besonders lichtliebende Arten und die Totholzbesiedler werden durch einförmige Aufforstungen und die „Waldhygiene“ in Mitleidenschaft gezogen. Alles in allem sind dadurch mehrere tausend Tierarten, aber auch Pilze und Flechten, nachteilig betroffen. Ziel des Naturschutzes und einer naturorientierten Waldbewirtschaftung ist es heute, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Erfreulich: In der Schweiz etwa gibt es nachweislich eine Zunahme des Alpenbockkäfers.
Windwürfe und Borkenkäferschäden an Fichten sind für die Forstwirtschaft verständlicherweise echte Katastrophen, aber sie kurbeln die Dynamik und Vielfalt im Wald enorm an. Davon profitieren viele jener Totholzbesiedler, die durch intensive Waldnutzung schon am Rande des Aussterbens stehen.
Der Alpenbockkäfer ist in den Naturschutzgesetzen der österreichischen Bundesländer und in mehreren internationalen Schutzübereinkommen genannt. Die Botschaft des Alpenbockkäfers ist eine eindeutige: Naturnahe Wälder mit Altbäumen und mit totem Holz sind ein Eldorado für die Natur-Vielfalt.

Apollofalter

Roter Apollo oder Apollofalter (Parnassius apollo), Foto: Herfried Marek

Der römisch-griechische Gott Apollo gilt als Sinnbild für Schönheit. Einer der schönsten, jedoch leider auch seltensten Tagfalter in Österreich ist nach dem griechischen Berg Parnass benannt, der dem Gott Apollo geweiht ist.

Wir zeigen, wieso dieser Schmetterling mit Hexen in Verbindung gebracht wurde und die als Butterdieb wie auch Tänzer bezeichnet werden kann.

Apollofalter sind hierzulande etwa im Naturpark Weißbach anzutreffen, Foto: Christine Klenovec

Wenn die Hexe von der Sahne nascht …

Mit ihrem spiralig eingerollten Rüssel, der übrigens über zahlreiche kleine Muskeln in der Rüsselwand ausgerollt wird, saugen Schmetterlinge allerlei Flüssiges. Feste Nahrung können sie im Gegensatz zu den Raupen nicht mehr zu sich nehmen. Sie fühlen sich nicht nur durch Blütennektar, sondern auch durch frische Milch und Butter angezogen. Früher dachte man, dass Hexen sich in hübsche Schmetterlinge verwandeln, um in Häuser zu gelangen. Dort konnten sie dann unbemerkt von der Sahne naschen. Auf jeden Fall lässt sich der Name auf das mitteldeutsche Wort „Schmetten“ zurückführen, welches Rahm oder Sahne bedeutet. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hießen die Insekten ausschließlich Tag- oder Nachtfalter ehe sich der Begriff Schmetterling durchsetzte. Die tollen, bunten und zum Teil schillernden Farben haben sie den Schuppen zu verdanken, die in dichten Reihen die Flügel besetzen. Besonders auffällig sind bei den Apollofaltern, mit dem wissenschaftlichen Namen Parnassius apollo, ihre großen roten, schwarz umrandeten Augenflecken auf den Flügeln. Die Raupen sind schwarz und haben links und rechts an der Seite je eine Reihe von orangeroten Punkten. Die Weibchen schlüpfen schon mit einem fertig entwickeltem Vorrat an Eiern. Die Männchen patroulieren über die Landschaft, um frisch geschlüpfte Weibchen auszumachen und sie dann so rasch wie möglich, nach kurzer Balz, zu begatten. Danach bildet sich eine Art verhärteter Stoppel am Geschlechtseingang der Weibchen, der eine weitere Begattung durch ein anderes Männchen verhindert. Schon am nächsten Tag beginnt das Weibchen mit der ersten Eiablage.

Schwarzer Apollofalter (Parnassius mnemosyne), Foto: Andreas Kristl

Tanz über der Landschaft

Wer sich die Zeit nimmt, einmal in Ruhe in einer blühenden Wiese zu sitzen und einfach nur zu beobachten, dem wird auffallen, wie viele Schmetterlinge vorbeiziehen. Oft bleiben sie nur kurze Zeit an einem Ort und besuchen wenige Blüten, bevor sie weiterziehen. Sollten Sie versuchen einem Schmetterling zu folgen, so werden Sie bemerken, dass Sie häufig schon rasch daran scheitern. Auch Räubern wie Vögeln oder anderen Insekten kann es schwer fallen, einen Schmetterling bei diesem unberechenbaren, scheinbar tanzendem Flug zu fangen.

Schmetterlinge machen eine vollständige Verwandlung (Metamorphose) durch. Das bedeutet, dass aus dem Ei eine Larve – die Raupe – schlüpft, die sich meist von unterschiedlichen Pflanzenblättern ernährt, und wenn sie groß und fett genug ist, wird sie zu einer Puppe. Diese ist ein starres bewegungsloses Gebilde, das an Pflanzenteilen aufgehängt ist, in der obersten Schicht des Bodens liegt oder aber eingehüllt in einen Kokon aus Fäden irgendwo klebt. Im Inneren vollzieht sich die wundersame Verwandlung zum Schmetterling, der am Ende aus dieser Puppe schlüpft. Jedes dieser Stadien hat unterschiedliche Ansprüche an den Lebensraum. Viele Raupen sind wahre Feinschmecker und ernähren sich nur von ganz bestimmten Pflanzen. Bei den Apolloarten sind dies unterschiedliche Dickblattgewächse wie Mauerpfeffer, Fette Henne oder Rosenwurz. Diese Pflanzen kommen auf trockenen, steinigen, besonnten Flächen mit magerem Charakter wie Halbtrockenrasen aber auch Almen und alpinen Matten, auf denen auch häufig das Echte Johanniskraut zu finden ist, bis ins Hochgebirge vor. In tieferen Lagen teilen sich Apollofalter oft den Lebensraum mit Schafen, deren trockene magere Weiden ebenfalls gut für ihn geeignet sind. Der erwachsene Falter ist wiederum auf Blütenpflanzen angewiesen, die ihn mit Nektar versorgen. Besonders gerne besucht er die Blüten der Pflanzen auf denen die Raupen fressen und rote beziehungsweise violette Blüten wie Disteln, Flockenblumen und Dost.

Blaue Holzbiene

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Blaue Holzbienen können zwar stechen, sie tun dies aber nur, wenn man sie in die Enge treibt. Dem Menschen gegenüber sind sie nicht angriffslustig und für diesen daher trotz ihrer Größe und imposanten Erscheinung völlig ungefährlich.

Imposant, aber harmlos

Mit einer Körperlänge von fast 30 mm ist die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ein wahrer Gigant unter den Bienen. Aufgrund ihrer beeindruckenden Größe und dem dicht behaarten Körper erinnert sie auf den ersten Blick an eine Hummel. Von dieser unterscheidet sie sich jedoch durch die blauschwarz gefärbten Flügel, die – je nach Lichteinfall – bläulich bis violett schillern. Bei Hummeln sind die Flügel hingegen stets klar und durchscheinend.

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Holzbienen sind nicht staatenbildend wie z. B. die Honigbiene sondern leben stets alleine. Der Gattungsname Xylocopa bedeutet „die Holzschneidenden“. Das kommt daher, dass Holzbienen ihre Nistgänge in Holz anlegen. Unmittelbar nach der Paarung im Frühling suchen die Weibchen nach trockenen, bereits morschen Holz und nagen in dieses mit ihren kräftigen Zähnen Gänge mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 cm. Die einzelnen Brutzellen liegen in einer Linie hintereinander und sind durch Zwischenwände getrennt. Eine Mischung aus Pollen und Nektar in Form eines Brotlaibes ist der Proviant für die Brut. Ist die Niststätte fertig, werden die Nistgänge verschlossen. Wird ein Nest von mehreren Bienen benutzt, können bis zu drei Meter lange Brutgänge entstehen. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum fertig ausgewachsenen Tier beträgt rund zehn Wochen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich vom Nektar und Pollen einer großen Bandbreite verschiedener Blüten wie etwa von Lippenblütlern, Korbblütlern oder Schmetterlingsblütlern. Ungewöhnlich für Solitärbienen ist die lange Lebensdauer der Weibchen, die häufig sogar gemeinsam mit ihren Nachkommen in einem Nest leben. Die Überwinterung erfolgt entweder einzeln oder in kleinen Gruppen in Spalten, selbst gegrabenen Erdlöchern oder in den Nestern.

Streuobstwiese, Foto: Franz Grabenhofer

Vom Klimawandel begünstigt

Das Hauptverbreitungsgebiet der Blauen Holzbiene befindet sich in Südeuropa. In Österreich kommt die Art nur in besonders wärmebegünstigten Regionen mit vielen Sonnentagen vor. Dort besiedelt sie am liebsten blüten- und totholzreiche Streuobstwiesen, aber auch Gärten, Parkanlagen, Waldsäume und lichte Wälder mit ausreichend Totholz. Sie sind standorttreu und nisten meist in dem Holz, aus dem sie selber geschlüpft sind. Im Laufe der Zeit kann das Holz gänzlich durchbohrt werden. Seit einigen Jahren scheint die Blaue Holzbiene ihr österreichisches Areal auszuweiten. Diese Ausbreitung könnte im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Durch die erhöhte Anzahl an trockenen, heißen Sommertagen sowie durch die schneearmen, milden Winter verbessern sich die Lebensbedingungen der wärmeliebenden Art. Holzbienen kommt eine große Bedeutung als Blütenbestäuber zu. In manchen Fällen kommen sie dieser Aufgabe jedoch nicht nach und betätigen sich stattdessen als „Nektarräuber“. Sind die Blüten für die große Biene zu schmal um mit dem Rüssel an den Nektar zu gelangen, nutzen sie ihre kräftigen Mundwerkzeuge und beißen einfach seitlich ein Loch hinein. So gelangt das Insekt an den Nektar, ohne aber die Blüte zu bestäuben.

Blauflügel-Prachtlibelle

Foto: Andreas Kristl

"Suche mäßig fließenden, sehr sauberen Bach mit Wasserpflanzen am Ufer zur Aufzucht meiner Kinder, als Blauflügel-Prachtlibelle bin ich schließlich nur das Beste gewohnt." So oder so ähnlich könnte ein Inserat dieser seltenen und anspruchsvollen Schönheitskönigin lauten.

Blauflügel-Prachtlibellen im Paarungsrad, Foto: Holger Gröschl - www.naturspektrum.de/ns1.htm

Ein prächtiger Tänzer

Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) ist eine der schönsten Libellenarten und hat als einzige durchgehend tiefblau gefärbte Flügel. Wie fast immer im Tierreich bleibt aber auch hier das prachtvolle Aussehen den Männchen vorbehalten, das Weibchen muss sich mit bräunlich gefärbten Flügeln begnügen. Mit einer Flügelspannweite bis zu 70 mm ist diese Libellenart die größte unter den Kleinlibellen.
Mit etwas Geduld kann man die Blauflügel-Prachtlibelle – von Mai bis in den September hinein – gut beobachten und viele interessante Verhaltensweisen entdecken. Der Paarung geht ein sehr auffälliges Balzverhalten voraus. Beim sogenannten Hochzeitsflug fliegen die Männchen im Schwirrflug, der mehr dem Flug eines Schmetterlings als dem einer Libelle ähnelt, umher. Die Männchen haben ein sehr ausgeprägtes Revierverhalten und verlassen ihr Territorium kaum. Bei ihrem Balztanz präsentieren sie den Weibchen die leuchtend rote Unterseite ihres Hinterleibes, die „Laterne“ oder das „Schlusslicht“. Damit leitet das Männchen das Weibchen zu einem passenden Eiablageplatz. Setzt sich das Weibchen nieder, signalisiert es Paarungsbereitschaft. Bei der Paarung wird das für Libellen charakteristische Paarungsrad gebildet: Dabei packt das Männchen das Weibchen mit den Hinterleibszangen. Danach werden die Eier vom Weibchen in Stängel von Wasserpflanzen unterhalb der Wasseroberfläche gestochen, sie verhält sich dabei wie eine Apnoetaucherin und kann bis zu 90 Minuten unter Wasser bleiben. Das Männchen übernimmt in der Zwischenzeit die Rolle des „Bodyguards“ und überwacht die Eiablage von der Ufervegetation aus.

Foto: Andreas Kristl

Aus den circa 300 abgelegten Eiern schlüpfen nach etwa drei Wochen die Larven, die sich unter überhängenden Pflanzen, Steinen und Baumwurzeln verstecken und so die ersten zwei Jahre im Wasser verbringen. Ihr Körper ist abgeflacht und schmal und auf diese Weise gut an das Leben in der Strömung angepasst. Wenn man vorsichtig unter Steinen oder anderen Verstecken im Wasser sucht, findet man vielleicht die eine oder andere Libellenlarve. Leicht erkennbar sind sie an einer Besonderheit: der zu einer Fangmaske geformten Unterlippe. In Ruhestellung liegt diese zurückgeklappt unter dem Kopf. Kommt ein Beutetier (Kleinwassertiere wie kleine Insektenlarven und Wasserinsekten) in Reichweite kann die Fangmaske blitzschnell ausgeklappt und die Beute gefangen werden. Die erwachsenen Prachtlibellen ernähren sich räuberisch von Insekten.

Foto: E. Neffe

Die anspruchsvolle Diva

Die Blauflügel-Prachtlibelle ist eine charakteristische Art langsam strömender Fließgewässer des Tieflandes. An stehenden Gewässern ist sie kaum zu finden. An ihr außergewöhnlich ist der sehr hohe Anspruch an den Lebensraum mit reichlich krautiger Ufervegetation und schattigen Plätzen. An sehr heißen Sommertagen braucht sie diese sonnengeschützten Ruheplätze, damit sich ihr dunkler Körper und die Flügel nicht zu sehr aufheizen. Der hohe Anspruch an die Wasserqualität macht sie zwar zu einem Anzeiger höchster Wassergüte, aber ihre Lebensraumsuche nicht einfacher. Auch die Wassertemperatur spielt eine Rolle, optimal für die Eiablage sind 13-18° Celsius, daher kommt die Blauflügel-Prachtlibelle meist an stärker (aber nicht völlig) durch Gehölze beschatteten Abschnitten der Fließgewässer und Auwäldern vor, wo zum Beispiel auch der Fischotter leben.

Foto: E. Neffe

Sind die Bachufer jedoch zu stark durch die Vegetation verwachsen, vor allem durch Neophyten wie das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), gelangen die Prachtlibellen nicht zu ihren Eiablageplätzen und eine Besiedelung wird unmöglich. Auch kleinsten Wasserverunreinigungen reichen, um ein Biotop für sie unbewohnbar zu machen: Schon die Larven reagieren sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel. Durch diese enge Verbindung mit ihrem Lebensraum ist diese Libelle dementsprechend selten. In vielen Bundesländern steht sie daher schon unter Naturschutz und stellt laut der „Roten Liste der Libellen Österreichs“ eine gefährdete Art dar. Zu wirksamen Schutzmaßnahmen zählen der Erhalt und die Wiederherstellung naturnaher Fließgewässerabschnitte mit einer Uferbepflanzung, bei der eine vollständige Beschattung vermieden wird.

Dunkle Erdhummel

Foto: Franz Grabenhofer

Die Erdhummel (Bombus terrestris) hat eine Länge von 15 bis 20 mm, ist schwarz behaart und hat je einen orangegelben Ring an der Vorderbrust und dem Hinterleib. Das Hinterende der Erdhummel ist weiß. Die Erdhummelkönigin unterscheidet sich durch ihre Größe vom übrigen Hummelvolk.

In ganz Europa sind Erdhummeln in Wäldern, grasigen Wiesenhängen, Gärten und Feldern vom Tiefland bis in die Berge anzutreffen.

Junge Königinnen werden erst auf dem Höhepunkt der Volksentwicklung gezeugt und sind bereits begattet. Sie überwintern in Erdlöchern und gründen im neuen Jahr (April) ein eigenes Volk, das aus 100 bis 600 Tieren besteht. Mit dem Tod der alten Bienenkönigin und des Volkes im Spätherbst ist deren Lebensjahr beendet.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Foto: pixabay.com

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) erreicht eine Flügelspannweite von 28 bis 33 mm. Die Weibchen haben eine dunkelbraune Flügeloberseite, bei den Männchen ist diese dunkelblau mit schwarzgrauem Rand, auf den Vorderflügeloberseiten sind schwarze Punkte. Bei beiden Geschlechtern sind die Flügelunterseiten graubraun mit bogenförmig gereihten, hell umrandeten schwarzen Punkten.

Die bevorzugten Lebensräume dieses Schmetterlings sind „Storchwiesen“ und verschiedene Feuchtwiesen, allerdings eher die trockeneren Randbereiche. In den Feuchtgebieten muss der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) wachsen. Die Falter sind sehr standorttreu. Die Flugzeit der Schmetterlinge ist relativ kurz, von Mitte Juni bis Mitte August.

Die Raupen können den Nestgeruch der Ameisen imitieren. Sie überwintern in Ameisenbauten und ernähren sich von deren Larven, im Gegenzug produzieren sie ein zuckerhaltiges Sekret für die Ameisen. Nach dem Schlüpfen muss der Falter den Ameisenbau sehr schnell verlassen, da er sonst selbst zum Futter wird.

Gottesanbeterin

Foto: Herfried Marek

Der Name Gottesanbeterin beruht auf der typischen Haltung der Beine, die an einen ins Gebet vertieften Menschen erinnert. Bigotterie! In Wahrheit ist sie nämlich ein männermordendes Monster, denn das Weibchen frisst das Männchen bei der Paarung auf. Richtig? Ein Faktencheck.

Foto: Franz Kovacs

Gefräßige Kampfkünstlerin

Viele kennen sie, auch wenn wenige die Gottesanbeterin in natura schon gesehen haben. Ihre Berühmtheit gründet vor allem auf ihrem spektakulären Paarungsverhalten. Schon Naturwissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert, wie Jean-Henri Fabre und Alfred Brehm, beobachteten bei der Paarung von Gottesanbeterinnen einen weiblichen Kannibalismus. Noch während der Paarung beginnt das Weibchen dem Männchen den Kopf abzubeißen und diesen bzw. auch den Rest des Männchens als „Mittagslunch“ zu verzehren. Das Männchen, wie häufig in der Liebe schon völlig kopflos, lässt sich beim Paarungsakt nicht stören und macht weiter – bis zum bitteren Ende.

Neuere Untersuchungen rehabilitieren den Ruf der Gottesanbeterinnen allerdings beträchtlich. Dieser „wissenschaftliche Mythos“ ist weitgehend falsch. Zwar kann es von Zeit zu Zeit vorkommen, dass die Weibchen ihre Männchen beim Paarungsakt verspeisen, das passiert allerdings fast ausschließlich in Gefangenschaft und viel seltener als bisher angenommen. In den meisten Fällen führen Männchen und Weibchen ein Balzritual durch, ähnlich einem Tanz, das die Männchen vor dem Gefressenwerden schützt.

Im fernen China ist die Gottesanbeterin (wissenschaftlich heißt die Familie Mantidae) aus einem anderen Grund ein Star. Die traditionelle Form des Mantis-Kung-Fu‘s geht der Legende nach auf einen Kung Fu-Meister zurück, der einen Kampf einer Gottesanbeterin mit einem viel größeren Insekt beobachtete. Die Mantis gewann. Der Meister kopierte ihre Art zu kämpfen und wurde beinahe unschlagbar. Heute ist das Mantis-Kung Fu immaterielles Kulturerbe der Volksrepublik China.

Trockenwarme, halboffene Magerwiesen - Lebensraum der Gottesanbeterin, Foto: E. Neffe

Manche mögen‘s heiß

Noch vor rund 30 Jahren galt die Europäische Gottesanbeterin in Österreich als extrem selten. Sie ist jedoch eher eine Sonnen- als Gottesanbeterin und mag deswegen warmes, trockenes Wetter. Die in den letzten Jahrzehnten merkbare Klimaveränderung mit den milderen Wintern und den heißer werdenden Sommern, hat sich für die einzige heimische Fangschrecke positiv bemerkbar gemacht. Sie kann sich mehr und mehr ausbreiten und „Land gewinnen“.

Allerdings ist sie, was ihren Lebensraum betrifft, wählerisch. Nicht jede Wiese wird von ihr als neue Heimat angenommen. Trockenwarme, insektenreiche, halboffene Magerwiesen mit zum Teil eingestreuten Buschwerk und Hecken sind ihre Jagdreviere und Entwicklungsnischen. Ohne diese reich strukturierte Kulturlandschaft gäbe es vieles nicht, was sie zum Leben braucht.

Allen voran können dort unterschiedliche andere Insekten gefunden werden, die mit den zu Fangapparaten umgewandelten Vorderbeinen erfasst und gefressen werden. Schon die Larven der Gottesanbeterin sind große Räuber und halten nichts von vegetarischer Kost. So wird im Leben einer Gottesanbeterin eine beträchtliche Zahl an möglichen Schadinsekten erbeutet und so ein wertvoller Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht erbracht.

Auch Wiesen durchziehende Hecken sind für das Vorkommen dieses außergewöhnlichen Insekts von Bedeutung. Wenige Tage nach der Paarung legen die Weibchen mehrere etwa 4 cm lange Eikokons an Zweigen und höher stehenden Gräsern und krautigen Pflanzen in selten gemähten, heckennahen Randbereichen ab. Dort verbleiben diese über den Winter. Im Frühjahr schlüpfen dann aus jedem dieser Eigelege mehr als 100 Jungtiere und das Fressen und Gefressenwerden beginnt von vorne.

Honigbiene

Foto: Ewald Neffe

16 Stunden am Tag Putz- und Bautätigkeit, Kinderbetreuung, Außendienst, Transport von Lasten mit der eigenen Körperkraft im Ausmaß eines Drittels des eigenen Körpergewichts. Würden sie diesen Job annehmen? Die Honigbiene schon!

Foto: Christoph Müllebner

3000 km für ein Honigbrot

Das ganze Leben einer Honigbiene gleicht einer Arbeitsmaschine. Je nach Alter übernimmt sie unterschiedliche Aufgaben wie Putzen, Larven füttern, Wabenbau, Heizen, Kühlen, Wasser sammeln, Nektar sammeln, Nektar eindicken, Pollen sammeln und Propolis sammeln. Für einen Kilo Honig müssen Bienen vier Mal um die Erde fliegen. Damit der Honig zähflüssig wird muss er mehrmals aus den Zellen herausgesaugt und durch züngeln mit dem Rüssel, wodurch das Wasser verdunstet wird, eingedickt werden. Diesen Vorgang nennt man „Umtragen“. Am Ende ist die Zuckerkonzentration so hoch, dass der Honig wasseranziehend wirkt. Deswegen wirkt er auch desinfizierend, weil er aus Mikroorganismen das lebenswichtige Wasser herauszieht und diese nicht mehr leben können. Beim Umtragen wird der Honig mit wertvollen Enzymen, anderen Eiweißmolekülen und Säuren versetzt. Sommerbienen sind groß und stark, leben aber nicht lange. Winterbienen sind kleiner, kommen ab dem Sommer zur Welt und leben bis zu sechs Monaten um mit der Königin, die bis zu sechs Jahre alt werden kann, zu überwintern. Dazu bildet das ganze Volk eine sogenannte Traube, in der alle Bienen dichtgedrängt aneinander sitzen und während sie langsam über die mit honiggefüllten Waben wandern davon naschen und aktiv Wärme produzieren. Wenn die Körpertemperatur einer Biene unter 9°C fällt, verfällt sie in eine Starre und kann sich nicht mehr bewegen. Daher wandern Bienen die außen an der Traube sitzen nach einer gewissen Zeit nach innen, um sich wieder aufzuwärmen. Ab dem Frühjahr legt die Königin bis zu 2000 Eier am Tag – wie viel man wohl einem Huhn zu fressen geben müsste, damit es so viele Eier am Tag legt? Da die Sommerbienen nur ca. einen Monat alt werden, müssen dementsprechend viele Junge, und das können bis zu 200.000 pro Jahr sein, nachkommen, damit ausreichend Bienen da sind, um die anfallenden Arbeiten zu übernehmen.

Foto: Andreas Kristl

Wie ist das mit den Blumen und den Bienen?

Damit der weibliche Stempel von Blüten mit dem männlichen Pollen von anderen Blüten befruchtet wird, haben Pflanzen unterschiedliche Strategien entwickelt. Manche bilden große Mengen an kleinen, leichten Pollen und lassen diese vom Wind vertragen. Diesen Pollen sammeln die Bienen als wichtiges Eiweißfutter für ihre Larven. Besonders im Frühjahr, wenn sich das Volk stark vermehrt sind daher typische Sträucher von Hecken wie Haseln und Weiden aber auch blühendes Beerenobst besonders wichtig für Bienenvölker. Wenn Pollen nicht vom Wind vertragen werden kann, brauchen die Pflanzen dazu Insekten. Diese locken sie mit zartem Duft und leckerem Blütennektar an. Große bunte Blütenblätter signalisieren den Bienen schon von weitem: „Hier bin ich und ich habe etwas für dich“.

Foto: Franz Kovacs

Bienen sind blütenstet und besuchen solange dieselbe Art von Blüten, bis keine blühenden mehr zu finden sind. Auf diese Weise sind sie besonders effektive Bestäuber, weil sie immer den richtigen Pollen mit zur nächsten Blüte nehmen. Wenn Bienen in der Nähe von Streuobstgärten wohnen und die Temperaturen zur Blütezeit warm genug sind, dann steigert sich der Ertrag dadurch enorm und so kommt es, dass manche Apfel- und Birnbäume im Herbst zum Bersten voll mit leckeren Früchten sind. Fast alle heimischen Obstsorten werden von Bienen bestäubt. Einen optimalen Lebensraum für Bienen, stellen artenreiche Fettwiesen dar. Nach den zeitig im Frühjahr blühenden Pollenlieferanten und Obstbäumen, bieten diese bunten Wiesen das restliche Jahr über ausreichend Nahrung für die Honigbiene. Auch viele Laubbäume wie Ahorn und Linden sind wertvolle Nektarlieferanten. Besonders Laubmischwälder mit Edelkastanienbäumen liefern uns eine ganz besondere Geschmacksnote in so manchem Honig, welcher etwa in einem Honigreingerl zur wahren Gaumenfreude wird.

Schwalbenschwanz

Foto: Barbara Derntl

Beim Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist die Flügeloberseite schwarz-gelb gefärbt. An den Hinterflügeln befinden sich eine blaue Binde und ein roter Augenfleck. Auffallend ist der schwanzartige Fortsatz an jedem Hinterflügel, der an die verlängerten Schwanzfedern der Rauchschwalbe erinnert und namensgebend für den Schwalbenschwanz ist. Die unbehaarten Raupen haben eine grüne Grundfärbung mit schwarzen und orangen Zeichnungselementen.

In den vielen trockenen Magerwiesen des Naturparks kommt der Schwalbenschwanz zahlreich vor. Besonders häufig treffen sich die Falter auf Hügelkuppen zur Geschlechterfindung („Hilltopping“). Der Falter überwintert als Puppe, pro Jahr fliegen mindestens zwei Generationen. Bei günstiger Witterung kann noch eine
3. Generation im September fliegen. Die Raupen fressen an verschiedenen Doldenblütlern.

Segelfalter

Foto: Archiv Naturpark Kaunergrat / O. Lindsberger

Segelfalter (Iphiclides podalirius) gehören zur Familie der Ritterfalter und haben eine Flügelspannweite von 50 bis 70 mm. Die Flügel sind blassgelb mit einem schwarzen Streifenmuster, welches sich optisch von den Vorderflügeln auf die Hinterflügel fortsetzt. Typisch sind außerdem die blauen Randmonde mit dem blauschwarzen, rot gerandeten Augenfleck am Innenwinkel. Die Raupe der Segelfalter ist grün oder gelblich gefärbt und hat einen feinen, gelben Längsstreifen so wie rote Punkte. Sie wird bis zu 40 mm lang.

Segelfalter findet man auf Krüppelschlehen in warmen, offenen Gebieten wie Halbtrockenrasen und Trockenrasen. Dort können diese Schmetterlinge zwischen Mai und August beobachtet werden.

Die Falter sammeln sich an Bergkuppen für ihren Balzflug, das so genannte „Hilltopping“. Sie haben einen hohen Raumanspruch und benötigen daher ein dichtes Netz an Teilhabitaten mit den bevorzugten Futterpflanzen Schlehe, Zwetschge und Eingriffliger Weißdorn. Der Verlust dieser strukturreichen Lebensräume führt in Mitteleuropa fast überall zu stark rückläufigen Beständen der Art.

Storchschnabel-Bläuling

Foto: pixabay.com

Der Storchschnabel-Bläuling (Plebejus eumedon) hat eine Flügelspannweite von 26 bis 30 mm. Die Flügeloberseiten sind dunkelbraun, die Unterseiten hell graubraun mit orangen Randflecken und einem auffallenden, weißen Längswisch. Die hellgrünen Raupen werden ca. 15 mm lang.

Der Schmetterling lebt in Feuchtwiesen mit Vorkommen von Wiesenstorchschnabel (Geranium pratense). Im Juni und Juli fliegen die Schmetterlinge, überwintert wird als kleine Raupe. Sie ernähren sich ausschließlich von Storchschnabelarten.

Der Bläuling ist geschützt. Um den Tieren die Entwicklung in allen Stadien zu ermöglichen, sollten Flächen abwechselnd gemäht werden.

Säugetiere

Alpensteinbock

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen (Michaela Walch)

Der Alpensteinbock, ein äußerst gewandter Felskletterer, war im Mittelalter als „kletternde Apotheke“ bekannt und heiß begehrt unter Wilderern. Ausgerottet und wiedereingebürgert – eine Leidensgeschichte von Kopf bis Fuß – mit Happy End?

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen (Michaela Walch)

Die kletternde Apotheke

Heute ist der Alpensteinbock den meisten Alpenbewohnern ein Begriff, aber an seine Berühmtheit im Mittelalter kommt er nicht mehr heran – Gott sei Dank, denn als Hauptlieferant von Magensteinen, den so genannten Bezoaren, wurde er enorm stark bejagt und in den Ostalpen sogar gänzlich ausgerottet. Im Mittelalter wurden dem Bezoar heilkräftige und magische Wirkungen nachgesagt und als Arznei etwa gegen Pest, Fieber, Epilepsie und Seitenstechen eingesetzt.

Foto: H. Marek

Aber nicht nur die Bezoare erfreuten sich großer Beliebtheit, in den Ostalpenländern wurde bevorzugt das Horn des Alpensteinbocks für die Zubereitung von Arzneien verwendet, in der Schweiz und in Westeuropa wiederum das Blut. Sogar Losung, Fett, Haut, Herz, Hoden usw. wurden verarbeitet und für Heilzwecke verwendet. Die Beschaffenheit seiner Hörner machte den Alpensteinbock nicht nur für medizinische Zwecke höchst beliebt, sondern auch für die Hornschnitzerei. Gegenstände, wie Becher, Dosen, Kelche und Anhänger, ab dem Mittelalter hergestellt für Klerus und Adel, haben die Zeit überdauert und existieren zum Teil heute noch. Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Schwund der Alpensteinböcke registriert und man versuchte über drakonische Strafen für Wilderei diesen einzudämmen, leider erfolglos. In den Alpen starb das Tier gänzlich aus.

Erste Einbürgerungsversuche ab dem 18. Jahrhundert vom Appenin (Gebirge in Mittelitalien) aus blieben leider hinter den Erwartungen zurück, zumindest in Österreich. Erst ab 1924 konnten erste neue österreichische Kolonien in Salzburg und der Steiermark begründet werden. Die Einbürgerung wurde weiter ausgedehnt und heute leben wieder rund 4.000 Tiere in Österreich. 

Lebensräume im Gebirge, Foto: H. Marek

König der Alpen

Der europaweit geschützte Alpensteinbock ist ein echter Kletterexperte und bewohnt Höhenbereiche zwischen 1.300 m und  3.000 m Seehöhe. Er ist ein Sonnenliebhaber und mag es gerne warm und trocken. Im Sommer hält er sich gerne auf südexponierten Rasen- und Felshängen auf, wo auch die Spinnweb-Hauswurz zuhause ist. Für sein charakteristisches Fluchtverhalten, die Aufwärtsflucht, benötigt er Felswände, -klüfte oder -schluchten. Auch ein freier Rundblick ist ihm sehr recht.

Kletterpartie im Gebirge, Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

An seine Wintereinstände stellt er weit spezifischere Ansprüche. Hier spielen Schneelage, Niederschlagsmenge, Hangneigung, Felsanteil und Bewaldungsgrad eine große Rolle. Sind die optimalen Lebensraumbedingungen nicht gegeben, fällt es ihm schwer, zu überleben. Er meidet besiedeltes und beweidetes Gelände, auf Almen ist er somit so gut wie nie zu bewundern. Hat er ein geeignetes Habitat gefunden, ist der Alpensteinbock ein geselliges Tier, allerdings mit klassischer Rollenverteilung. Die alten Böcke streifen einzeln umher, während die Geißen sich um den Nachwuchs kümmern und in einer Herde von 10-20 Tieren zusammenleben. Die männliche Jugend lebt in Junggesellenherden zusammen, bis für sie die Paarungsreife erreicht ist.

Der König der Alpen ist in ein felsiges Reich zurückgekehrt. Medizinische Wunder erwartet keiner mehr, Bewunderung ist angesagt.

Bechsteinfledermaus

Foto: Rupert Raab

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) ist mittelgroß mit einer Flügelspannweite von 25 bis 30 cm und einem Gewicht von 7 bis 12 g. Sie hat auffällig lange Ohren. Das Rückenfell der erwachsenen Tiere ist rötlich-braun, das der Jungtiere hellgrau. Sie kann bis ca. 20 Jahre alt werden.

Strukturreiche Streuobstwiesen sind typische Jagdgebiete für die Bechsteinfledermaus. Streuobstwiesen stellen durch die Kombination von unterschiedlich alten Obstbäumen und einer extensiv genutzten Wiese einen besonders artenreichen Lebensraum dar. Es finden hier sowohl Bewohner lichter Wälder, als auch der offenen Kulturlandschaft Platz. Das reiche Nahrungsangebot lockt die verschiedensten Tiere in Streuobstwiesen, vor allem Insekten und andere Kleinlebewesen. Diese wiederum dienen vielen Vogelarten aber z.B. auch Fledermäusen als Nahrungsquelle.
Die Bechsteinfledermaus ist sehr standorttreu; die Sommer- und Winterquartiere liegen meist unter 50 Kilometer voneinander entfernt (Kurzstreckenwanderer). Als Sommerquartier werden Baumhöhlen, Stammanrisse und Fledermauskästen als Ersatzquartiere; als Winterquartier unterirdische Hohlräume (Höhlen, Stollen, Keller) sowie möglicherweise auch Baumhöhlen genutzt.

Die meist kleinen Wochenstubenkolonien umfassen ca. 30 Weibchen und ihre Jungtiere, eine Wochenstubenkolonie nutzt mehrere Baumhöhlen als Sommerquartier, ein häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Tagesschlafplätzen ist typisch; die Männchen leben den Sommer über alleine oder in kleinen Gruppen. Die Bechsteinfledermaus ist eine in Österreich seltene Fledermausart. Sie ist in der Roten Liste Österreichs als „gefährdet“ eingestuft. In der FFH-Richtlinie ist sie in Anhang II und IV aufgeführt.

Eichhörnchen

Foto: Herfried Marek

Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist an eine baumbewohnende und kletternde Lebensweise angepasst. Es hat ein Gewicht von ca. 200 bis 400 g, die Kopfrumpflänge beträgt 20 bis 25 cm. Der buschige Schwanz ist 15 bis 20 cm lang und dient als Kletter- und Balancierhilfe. Die Oberseitenfarbe variiert von Hellrot bis Braunschwarz; die Bauchseite ist weiß oder cremefarben. Das Winterfell ist dichter als das Sommerfell, zusätzlich haben sie im Winter bis zu 3,5 cm lange, rotbraune Ohrpinsel.

Das Eichhörnchen kommt in Laub- und Mischwäldern vor und fühlt sich auch in Parkanlagen und Gärten sehr wohl, solange genug Versteckmöglichkeiten existieren. Es hat zwei Paarungszeiten, eine im ausgehenden Winter mit Wurf im März oder April und eine im späten Frühjahr mit Wurf zwischen Mai und August. Es kommen
1 bis 6 Junge, die bei der Geburt, taub, blind und nackt sind, zur Welt.

Eichhörnchen gehören zu den Allesfressern. Ihre Nahrung variiert nach Jahreszeit von Beeren, Früchten und Samen über Knospen und Pilze bis hin zu Tieren, wie z.B. Würmern, Larven und Schnecken. Sie legen im Herbst Vorräte für den Winter an.
Ihre natürlichen Feinde sind Baummarder, Wildkatze, Uhu, Habicht und Mäusebussard. Den Greifvögeln können die Eichhörnchen häufig entkommen, indem sie in kreisenden Bewegungen um den Baumstamm herumlaufen.

Europäisches Ziesel

Foto: Ewald Neffe

Das europäische Ziesel (Spermophilus citellus) ist ein gelb-braun-graues, mittelgroßes Nagetier. Es misst ohne den dicht behaarten, rund 5 bis 7 cm langen Schwanz etwa 20 cm. Je nach Jahreszeit wiegt es zwischen 200 bis 430 g. Charakteristisch ist das „Männchen-Machen“, das den Tieren eine bessere Übersicht gibt und das rechtzeitige Erkennen von Gefahren ermöglicht. Bei Gefahr geben die Tiere ihre typischen „Pfiffe“ ab.

Die Art ist in den pannonischen Grassteppen und den agrarisch geprägten Kultursteppen bis ins östliche Mitteleuropa verbreitet. Weide-, Mager- und Trockenrasen der Tief- und Hügelländer Ostösterreichs sind die wichtigsten Habitate für die heimischen Zieselbestände. Heute sind die Vorkommen auf die Reste ehemaliger Trockenrasen, wiesenartige Raine und Böschungen sowie auf Sekundärlebensräume wie Sport- und Golfrasen, Flugplätze, Kasernen- und Fabriksgelände zurückgedrängt.

Ziesel sind rein tagaktiv. Sie leben in Bauen: Der Dauerbau liegt bis zu 1 m tief, besteht aus mehreren Röhren und einem Nestraum und hat bis zu fünf Eingänge. Dort verbringen die Ziesel die Nacht und den Winter und ziehen ihre Jungen auf. Als Abort dient eine zweite Kammer oder ein blind endender Gang. Weiters werden Schutzbaue angelegt, die meist nur aus einfachen Röhren bestehen. In diese flüchten die Ziesel bei drohender Gefahr. Obwohl sie in Kolonien leben, besitzt jedes Tier seinen eigenen Bau.

Das Ziesel hält Winterschlaf und ist daher nur zwischen Mitte März und Ende September zu beobachten. Nach dem Winterschlaf erfolgt die Paarung. Die Jungen werden in der Nestkammer geboren und sind bei der Geburt nackt und blind. Sie wiegen nur etwa 6 g. Nur das Weibchen kümmert sich um die Jungenaufzucht. Die Wurfgröße beträgt zwischen 2 bis 10 Junge, die ca. 6 Wochen gesäugt werden.
Die Nahrung der Ziesel besteht vor allem aus Samen. Sein Name „Spermophilus“ bedeutet Samenfreund. Daneben werden auch Wurzelwerk, Zwiebel, Knollen, Gräser, Kräuter, aber auch Insekten und andere wirbellose Tiere gefressen. Über den Sommer müssen sich die Tiere eine bis zu 5 mm dicke Fettschicht anfressen von der sie während des Winterschlafs zehren.

Während des Winterschlafs sinkt die Körpertemperatur von 37 bis 38°C auf 6 bis 7°C ab. Vor rund 50 Jahren galt das Ziesel noch als Kulturschädling und es wurden „Schwoaferlprämien“ für jedes erlegte Ziesel ausbezahlt. Durch eine großräumige Lebensraumzerstörung ist das Ziesel aber heute stark bedroht und steht auf der Österreichischen Roten Liste und gehört nach europäischem Naturschutzrecht zu den streng zu schützenden Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse.

Feldhase

Feldhase, Foto: Herfried Marek

Feldhasen (Lepus europaeus) haben ein Gewicht von ca. 3 bis 6 kg und eine Länge von bis zu 70 cm. Die Hinterfüße können rund 18 cm lang werden. Die Fellfarbe variiert von rostgelb bis rötlich-braun. Ihre Ohren sind blassgrau, haben aber an den Spitzen schwarze dreieckige Flecken. Zur Zeit der Fortpflanzung sind sie tagaktiv, ansonsten dämmerungs- und nachtaktiv. Feldhasen vermehren sich sehr schnell; sie haben 3 bis 4 Würfe pro Jahr mit jeweils 1 bis 5 Jungen.

Sie ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Besonders gern verstecken sie sich im langen Gras der Wiesen. Sie halten sich überall dort auf, wo es für sie ein Versteck gibt. Dort bleiben sie auch bis man ihnen sehr nahe kommt, erst dann flüchten sie. Aufgrund der starken Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand des Feldhasen in vielen Regionen Europas rückläufig.

Fischotter

Foto: E. Neffe

Auf den ersten Blick erscheinen Fischotter verspielt und putzig. Wer genauer hinsieht, bemerkt aber schnell, dass diese Nachtschwärmer in vielerlei Hinsicht  bemerkenswert sind: Fischotter sind großartige Schwimmer, die sich verspielt im Wasser wälzen, schlammige Uferböschungen hinab rutschen und pfeifen. Der Aufbau ihres Felles mit über 50.000 Haaren pro cm² lässt uns staunen, aber das ist noch lange nicht alles!

Fischotterpärchen im Naturpark Hochmoor Schrems, Foto: S. Eder

Apnoe-Taucher und Nachtschwärmer

Fischotter gehören, wie der Dachs, das Wiesel oder der Iltis, zur Familie der Marder – mit dem kleinen Unterschied, dass der Fischotter als Lebensraum das Wasser gewählt hat, die anderen marderartigen aber Landlebensräume bevorzugen. Der Wassermader, wie der Fischotter wegen seiner verwandtschaftlichen Beziehungen auch manchmal genannt wird, ist aus vielerlei Hinsicht ein wahrhaft bemerkenswertes Tier. Sein Fell ist ein „Hightech-Schutzanzug“, perfekt geschaffen für das Leben und Überleben im Wasser. Mit über 50.000 Haaren pro cm² besitzt der Fischotter eines der dichtesten Felle der gesamten Tierwelt. Der Mensch hat übrigens im besten Falle maximal 900 Haare pro cm² auf seinem Kopf, im Alter können es noch viel weniger werden. Nicht genug damit, sind die einzelnen Haare der Otter, wie bei einem Reißverschluss miteinander verzahnt. Das Fell ist dadurch superdicht und kein Wasser dringt bis zur Haut vor. 

Foto: S. Eder

Während er schwimmt verfangen sich Luftbläschen zwischen den Haaren. Auch das hat seinen Sinn. Dadurch wird das Fell zu einem optimalen Wärmeschutz. Der Fischotter kann so, da er keinen Winterschlaf hält, sogar in kalten Wintern im Wasser herumschwimmen und auf Beutefang gehen. Dabei entpuppt er sich als wahrer Apnoe-Taucher. Bis zu 8 Minuten bleibt er, ohne einmal aufzutauchen und Luft zu holen, unter Wasser, um seiner Beute hinterher zu jagen. Dies tut er gewöhnlich in der Dunkelheit, wenngleich er auch selten tagsüber beobachtet werden kann. Bevorzugt besteht seine Beute aus Fisch, aber sein Speiseplan sieht auch Frösche, Wasservögel, Nagetiere bis zur Größe der Bisamratte, Krebse und dann und wann auch Schlangen vor.

Fließgewässer und Auwald im Naturpark Tiroler Lech, Foto: E. Neffe

Fischotter in Oberssauce

Der Fischotter bewohnt alle Arten von Süßwasserlebensräumen. Besonders wohl fühlt er sich in Fließgewässern und Auen mit einer reichen Fischfauna. Ohne einer entsprechenden Dichte an Beute kann er seinen lebhaften, quirligen Lebensstil nicht aufrechterhalten. Denn allzu bald würde der Verlust an Energie den Gewinn an Nahrung übersteigen. Deswegen geht er bei der Jagd auch besonders effizient vor. Er versucht mit kleinstmöglichem Aufwand viel Beute zu machen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf kranken und geschwächten Tieren. Diese sind leichter zu erhaschen und deswegen ein lohnenswerter Fang. Dadurch spielt der Otter in natürlichen, ökologisch ausgewogenen Lebensräumen, eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Fischbestände.

Foto: H. Marek

In der Vergangenheit galt der Otter bei uns als nahezu ausgestorben. Ein Grund dafür war die direkte Jagd des Menschen auf ihn. Schon im Mittelalter wurde ihm nachgestellt. Dem Fischotter wurde einfach der Status als Säugetier abgesprochen. Als „fischähnliches“ Wesen stellte er so eine perfekte, angeblich richtig zubereitet, wohlschmeckende Fastenspeise dar. „Pastete vom Fischotter“ oder „Fischotter in Oberssauce“ waren damals keine unüblichen Gaumenfreuden. Auch das Fell des Wassermarders war sehr beliebt und wurde hoch gehandelt. Flussverbauungen und die Beseitigung der Ufervegetation an Fließgewässern setzten ihm schwer zu und drängten den Otter mehr und mehr zurück.

Seit Ende der 1980er Jahre erholen sich die Bestände des Fischotters aufgrund von Artenschutzprojekten wieder. Auch die Verbesserung ihrer natürlichen Lebensräume durch den Wasserbau zeigte positive Auswirkungen auf den Otter. So fand dieses faszinierende Tier den Weg zurück in unsere heimische Landschaft.

Gämse

Foto: Ewald Neffe

Ausgewachsene Gämsen (Rupicapra rupicapra) können eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 110 bis 130 cm und eine Widerristhöhe von 70 bis 85 cm erreichen. Das Gewicht der Weibchen liegt zwischen 25 und 40 kg, Männchen sind im Durchschnitt etwa 10 kg schwerer. Die Fellfarbe ist im Sommer schmutzig rotbraun und im Winter dunkelbraun mit weißem Bauch.

Gämsen kommen im gesamten Alpenraum in Herden von etwa 15 bis 30 Tieren vor. Sie mögen einen ungestörten Lebensraum, deshalb findet man sie auch in unzugänglichen Gebieten (Felsen etc.). Sie ernähren sich von Blättern, Kräutern und Gräsern, im Winter auch von Flechten und Moosen. Ende Mai oder Anfang Juni wirft die Gämse meist ein Junges, selten 2 oder 3, das drei Monate gesäugt wird. Die Geißen werden nach zwei Jahren geschlechtsreif.

Krainer Steinschaf

Foto: Naturpark Südsteiermark

Krainer Steinschafe (Ovis orientalis aries) sind mittelgroß und feingliedrig, mit geradem Nasenprofil und kurzen waagrecht stehenden Ohren. Ihre grobe Wolle ist meist weiß oder schwarzbraun, seltener grau und gescheckt. Gesicht und Beine sind unbewollt, der Schwanz ist mit Wolle bedeckt. Die Tiere haben meistens keine Hörner, nur ca. 10% der Schafe und Widder tragen Hörner. Die Schafe erreichen ein Gewicht von 50 bis 60 kg, Widder 70 bis 80 kg.

Die Vegetationsperiode verbringen die Schafe auf der Weide, den Winter im Stall. Optimal ist eine extensive Weidehaltung ohne Kraftfutter.
Das Krainer Steinschaf ist traditionell ein Milchschaf mit asaisonalem Brunftzyklus. Die durchschnittliche Milchleistung liegt zwischen 300l und 500l. Durch die hervorragenden Muttereigenschaften sind die Tiere auch für die reine Mutterschafhaltung sehr gut geeignet. Drei Ablammungen in zwei Jahren sind möglich, Zwillinge sind häufig. Das ideale Erstablammalter liegt bei 16 bis 18 Monaten.

Das Krainer Steinschaf war einst im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul weit verbreitet, wo es zur Milch- und Käsegewinnung gehalten wurde. Um die Milchleistung zu steigern wurde das Krainer Steinschaf in Slowenien ab den 1960er Jahren verstärkt mit dem Ostfriesischen Milchschaf gekreuzt. In einigen Gebieten ist es in seiner Reinform erhalten geblieben, wie etwa in den slowenischen Alpen im Gebiet des Triglav-Nationalparks. Dort wurden 1986 noch reinrassige Schafe gefunden, von denen einige 1988 und 1991 nach Österreich importiert wurden. 1992 erfolgte die Anlegung eines Herdenbuchs. Seit 1995 ist das Krainer Steinschaf als „hochgefährdet“ im ÖPUL-Programm verankert.

Luchs

Foto: Herfried Marek

Der eurasische Luchs (Lynx lynx) hat eine Körperlänge von 80 bis 120 cm und eine Schulterhöhe von 50 bis 70 cm. Männchen wiegen zwischen 20 und 25 kg, Weibchen zwischen 15 und 20 kg. Das Fell ist braun mit dunklen Flecken, die Körperoberseite ist im Sommer rötlich bis gelbbraun, während des Winters grau bis graubraun.

Die Tiere leben als Einzelgänger, die vor allem in der Dämmerung und nachts jagen. Während des Tages ruhen Luchse in ihren Verstecken. Zu ihrer Nahrung zählen kleine und mittelgroße Säugetiere und Vögel. Ihr Lebensraum sind große Waldareale mit dichtem Unterholz. Die Paarungszeit liegt zwischen Februar und April. Nach einer Tragzeit von 73 Tagen kommen 2 bis 5 Junge zur Welt. Das Tier steht unter Artenschutz.

Merinoschaf

Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / Fotograf: www.pov.at

Merinoschafe (Ovis orientalis aries) werden besonders wegen ihrer Wolle gezüchtet, aber auch die Fleischgewinnung spielt bei der Haltung eine große Rolle. Sie erreichen ein Alter von 10 bis 12, maximal 20 Jahren. Das männliche Tier nennt man Bock oder Widder, das weibliche wird als Mutterschaf, Au, Aue oder Zibbe bezeichnet. Die Tragzeit der Schafe beträgt ca. 5 Monate und es werden durchschnittlich ein bis zwei Lämmer geworfen.

Von Frühling bis Herbst grasen die Schafe auf den Trockenrasen, dabei wechseln sie den Standort immer wieder. Die Schafe werden häufig eingesetzt, um die Verbuschung zu verhindern, die Vegetation kurz zu halten und damit den typischen Trockenrasen zu erhalten.

Murmeltier

Foto: Gerhard Wurzer

Murmeltiere (Marmota marmota) haben eine Körperlänge von ca. 50 cm zzgl. eines 15 cm langen Schwanzes und wiegen ca. 8 kg. Der Pelz ist dicht und grau in unterschiedlichen Farb- und Helligkeitsvarianten, der braune Schwanz buschig behaart mit schwarzem Farbtupfer am Ende. Sie haben vier große Nagezähne, die das ganze Leben nachwachsen.

Sie leben in Kolonien auf tiefgründigen Almen und Weiden im Gebirge, wo sie weitläufige Baue anlegen können. Sie fressen hauptsächlich Gräser und Kräuter und halten sechs Monate Winterschlaf. Murmeltiere besitzen Drüsen, mit deren Ausscheidungen Artgenossen erkannt und Kolonien abgegrenzt werden.

Reh

Foto: pixabay.com

Ausgewachsene Rehe (Capreolus capreolus) haben eine Körperlänge von 93 bis 140 cm und erreichen eine Schulterhöhe zwischen 54 und 84 cm. Sie wiegen je nach Ernährungszustand zwischen 11 und 34 kg. Das Haarkleid ist im Sommer auf der Körperoberseite und den Außenseiten des Körpers glänzend, wobei die Färbung individuell von einem dunklen Braunrot bis zu einem Fahlgelb variieren kann. Die Innenseite der Läufe und der Unterbauch sind heller und gelblicher. Der Übergang vom Sommer- zum Winterhaarkleid erfolgt im September und Oktober. Er verläuft zunächst unauffällig, weil die roten Sommerhaare das wachsende graue Winterhaar lange optisch überdecken.

In der ursprünglichen Waldlandschaft Europas besiedelte das Reh Waldlichtungen, Waldrandzonen sowie andere, unterwuchsreiche und baumarme Lebensräume. Rehe sind Wiederkäuer und werden als „Konzentratselektierer“ bezeichnet, da sie ausschließlich leicht verdauliche Nahrung bevorzugen. Grundsätzlich sind Rehe bestrebt, in dem Lebensraum zu bleiben, in dem sie geboren wurden.
Bei Rehen kommt es im Gegensatz zu anderen Hirscharten zur Keimruhe. Das befruchtete Ei entwickelt sich erst ab Dezember und führt in Mitteleuropa zur Geburt der Jungtiere (Kitze) vorwiegend im Mai und Juni des folgenden Jahres. Die Gesamttragezeit beträgt durchschnittlich 290 Tage oder 9,5 Monate.

Kitze, die von Menschen aufgezogen werden, können sich sehr problematisch entwickeln. Handaufgezogene Bockkitze, die nie mit Artgenossen spielten, entwickeln die gleichen Verhaltensmerkmale wie natürlich aufwachsende Kitze. Sie sind allerdings auf den Menschen geprägt und nehmen ihn auch als Kampfpartner an.

Rind

Foto: Andreas Kristl
Foto: Andreas Kristl

Die Hausrinder stammen vom Auerochsen ab und werden heute in vielfältigen Rassen gezüchtet. So gibt es spezielle Rassen für die Milchproduktion, andere geben mehr Fleisch. Rinder sind Wiederkäuer und können daher Milch und Fleisch aus Gras produzieren. Von Juni bis September grasen sie auf Almen und Weiden. Im Winter werden sie in Laufställen mit Heu und Silage gefüttert.

Rinder (Bos primigenius taurus) sind im Allgemeinen ungefährlich – sie greifen nur an, wenn sie sich oder ihre Kälber bedroht fühlen. Auf der Alm sind sie für die Offenhaltung der Flächen enorm wichtig, sonst würden unsere Almen auf Grund der Höhenlage bald mit Bäumen zuwachsen.

Rotfuchs

Foto: Herfried Marek

Das Fell ist oberseits rötlich, unterseits weiß, die unteren Teile der Beine sowie die Hinterseiten der Ohren sind schwarz. Das Körpergewicht der Männchen liegt zwischen 5,5 und 7,5 kg, und die Körperlänge bei 65 bis 75 cm. Weibchen sind etwas leichter und kleiner. Die Schwanzlänge variiert zwischen 35 und 45 cm.

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) stellt keine besonderen Anforderungen an seinen Lebensraum. Er kommt in Wäldern, Grasland, Äckern und sogar in Siedlungsgebieten vor. Die Beutetiere von Füchsen sind vorwiegend kleine Nagetiere, sie fressen aber auch Schnecken, Würmer und sogar Obst. Der Rotfuchs wird mit etwa 10 Monaten geschlechtsreif. Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der sogenannten Ranzzeit. Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen gebiert das Weibchen, die Fähe, durchschnittlich vier bis sechs Junge.

Füchse leben meistens in umfangreichen Bauen, die sie entweder selber graben oder von Dachsen übernehmen. In sehr großen Bauen kommt es vor, dass Fuchs und Dachs gemeinsam darin leben.

Rothirsch

Foto: Herfried Marek

Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist eines der größten an Land lebenden Säugetiere Mitteleuropas. Die voll entwickelte Geweihlänge liegt zwischen 90 und 120 cm, das Gewicht des Tieres zwischen 100 und 320 kg. Das Fell hat im Sommer eine helle kastanienbraune Farbe. Weibchen sind bedeutend kleiner als Männchen. Nur die männlichen Tiere tragen ein Geweih, das einerseits Waffe, andererseits Statussymbol ist.

Der natürliche Lebensraum dieser dämmerungs- und nachtaktiven Tiere ist der Wald. Rothirsche ernähren sich in erster Linie von Gras, aber auch von Baumrinde, Kräutern, Feldfrüchten etc. Männchen werden mit 5 bis 6 Jahren geschlechtsreif, Weibchen mit 2 bis 4 Jahren. Die Paarungszeit (Brunftzeit) ist im Herbst im September und Oktober – hier ertönt auch das kraftvolle „Röhren“ des Rothirsches. Die Hirsche verlassen die Weibchen, wenn die Brunft vorüber ist, und rotten sich für den Rest des Jahres zu „Junggesellen“-Rudeln zusammen. Die Trächtigkeitsdauer liegt bei durchschnittlich 235 Tagen. Die Jungen werden etwa 7 Monate gesäugt.

Wildschwein

Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / Fotograf: www.pov.at

Wildschweine sind seit geraumer Zeit österreichweit im Vormarsch. Aufgrund der Klimaerwärmung werden unsere Winter immer milder und kürzer und die Zeiten der Nahrungsknappheit nehmen ab. Infolgedessen kommt es zu einem Anwachsen der Bestände.

Bache mit Frischlingen, Foto: Naturpark Sparbach

Vom „Brechen“ und „Rauschen“

Das Wildschwein, das aufgrund seines dunklen, fast schwarzen Fells auch als „Schwarzwild“ oder „Schwarzkittel“ bezeichnet wird, gehört der Ordnung der Paarhufer an. In der Jägersprache werden die paarigen Hufe als „Schalen“ bezeichnet. Damit zählt das Wildschwein wie auch Hirsch, Reh und Gämse zum sogenannten „Schalenwild“. Im Gegensatz zu Hirsch & Co ist das Wildschwein jedoch kein Wiederkäuer sondern ein Allesfresser. Um zu den Wurzeln, Knollen, Würmern und Insektenlarven zu gelangen brechen die Schweine mit ihrer Schnauze die obere Erdschicht auf und pflügen dabei im wahrsten Sinne des Wortes den Boden um. Ein Stück Schwarzwild kann dabei jährlich bis zu 4 ha Wald- und Wiesenoberfläche bewegen und hat damit eine wesentliche Bedeutung für die Bodendurchlüftung im Wald.

Foto: E. Neffe

Wildschweine sind sehr anpassungsfähig und nutzen ein breites Spektrum an Lebensräumen. Bevorzugt halten sie sich in feuchten Laub- und Mischwäldern auf, da sie dort die herbstliche Mast an Bucheckern und Eicheln nutzen können und ausreichend feuchte Stellen für ihr Schlammbad finden.

Foto: H. Marek

Die geselligen Tiere leben in Familienverbänden, den Rotten, die von alten, erfahrenen Weibchen angeführt werden. Der Kern einer Rotte ist die Leitbache und ihre Frischlinge sowie weibliche Nachkommen unterschiedlichen Alters. Junge Männchen werden im Alter von etwa 1,5 Jahren verstoßen. Geschlechtsreife männliche Tiere leben als Einzelgänger und schließen sich nur während der „Rauschzeit“ von November bis Jänner der Rotte an. Nach einer Tragzeit von knapp vier Monaten werden vier bis neun Frischlinge geboren. Die Mitglieder einer Rotte erkennen sich am Geruch. „Hosenflicker“ sind übrigens zwei- bis dreijährige männliche Wildschweine, deren Wehrhaftigkeit noch zu wünschen übrig lässt. Ganz im Gegensatz zu ausgewachsenen Keilern, deren verlängerte Eckzähne im Unter- und Oberkiefer, die sogenannten „Hauer und Haderer“ ernstzunehmende Waffen darstellen. 

Foto: E. Neffe

Schweine auf dem Vormarsch

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Wildschweine aus weiten Teilen Mitteleuropas verschwunden. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nehmen die Bestände jedoch stark zu. Die Ursache für den Zuwachs liegt in der hohen Fortpflanzungsleistung der Art in Kombination mit den Folgen der Klimaerwärmung. Bei gutem Futterangebot – vor allem in den Wintermonaten – werden die Jungtiere früher geschlechtsreif, zudem verringert sich ihre Sterblichkeit. Auch die Fruchtbarkeit der reifen Bachen steigt an. Neben der Klimaerwärmung spielt aber auch der Mensch ganz unmittelbar eine Rolle: Vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft, aber auch durch falsche Fütterung, werden ungewollt Nahrungsquellen für das Schwarzwild verfügbar gemacht. Damit kommt es zwangsläufig zu einem Anwachsen der Bestände. Auf der Suche nach neuen Lebensräumen dringen Wildschweine sogar in Städte ein und nutzen Parks, Gärten und Friedhöfe zur Futtersuche. Auch vor Spielplätzen wird nicht Halt gemacht, da die stets gut gefüllten Mülleimer eine attraktive Nahrungsquelle darstellen.

In Österreich ist die Anzahl an erlegten Tieren seit 1950 um mehr als das Hundertfache angestiegen. Im Jagdjahr 2015/16 wurden rund 31.700 Stück Schwarzwild geschossen. Dazu kommen knapp 900 Stück Fallwild – mehr als 500 allein durch den Straßenverkehr. Da sich Wildschweine durch ein hohes Lernvermögen, ein sehr gutes Gedächtnis und ein ausgeprägtes Zeitempfinden auszeichnen, gestaltet sich die Bejagung zunehmend schwieriger.

Wimperfledermaus

Foto: pixabay.com

Die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) hat eine Körperlänge von 41 bis 53 mm und eine Flügelspannweite von 220 bis 245 mm. Das Gewicht beträgt zwischen 7 und 15 g. Sie haben ein langes, wolliges, dreifarbiges Rückenfell und die Flügel sind relativ breit ausgebildet.

Diese Fledermäuse haben eine wärmeliebende Art und beziehen ihr Sommerquartier etwa in Burgen. So findet sich die größte Kolonie von Wimperfledermäusen in Mitteleuropa in der Burg Lockenhaus im Naturpark Geschriebenstein-Irottkö. Den Winter verbringen sie kopfüber hängend in Höhlen, Felsspalten und hohlen Bäumen. Als Säugetiere bringen Fledermäuse lebende Junge zur Welt, die bis zur Selbständigkeit mit Muttermilch ernährt werden. Danach fressen sie kleine Insekten und Spinnen. Die Fledermäuse werden im Alter von ein bis zwei Jahren geschlechtsreif und haben nur einen Fortpflanzungszyklus pro Jahr. Tragzeit, abhängig vom Ernährungszustand der Mutter, liegt zwischen 40 und 60 Tagen. Pro Wurf werden in der Regel ein, selten zwei Junge geboren. Die Wimperfledermaus zählt zu den bedrohten Tierarten, und ist daher landesgesetzlich geschützt.


Vögel

Alpenschneehuhn

Foto: Archiv Naturpark Ötztal / R. Hölzl

Das Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) gehört zu den Raufußhühnern. Im Sommer ist der Hahn braungrau mit schwarzen Flecken, die Henne hellbraun durchsetzt mit dunkelbraunen Bändern. Im Winter sind Schneehühner durch ihre weißen Federn optimal getarnt. Einzig die Federn am Schwanz und beim Männchen zudem ein Streifen vom Schnabel bis hinter die Augen bleiben schwarz. Schneehühner werden an die 40 cm groß und ein knappes halbes Kilo schwer. Ihre Flügelspannweite beträgt ca. 50 cm.

Das Alpenschneehuhn bevorzugt als Lebensraum alpine Rasen und Zwergstrauchheiden bis hinauf in die spärlich bewachsenen Geröllfelder der alpin-nivalen Zone. Während der Wintermonate bevorzugen die Vögel vor allem Flächen, die durch den Wind von Schnee freigelegt sind. Die Tiere kommen in den (hoch)alpinen Bereichen oberhalb der Baumgrenze vor. Schneehühner sind monogam und territorial. Ab März/April beginnt die Balz, bei der vor allem die rot gefärbten Hautlappen über den Augen der Hähne hervorstechen. Die Brutzeit ist im April/Mai. Ein Mal pro Jahr gibt es ein Gelege mit 3 bis 11 Eiern; die Brutdauer beträgt ca. 21 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter. Die Nahrung der Alpenschneehühner ist sehr breit gefächert: junge Triebe, Beeren, Samen und Knospen, Spinnen, Insekten und Würmer.

Auch ihre Füße sind bis zu den Zehen hinab befiedert. Dadurch können sie auf dem weichen Schnee laufen ohne stark einzusinken. Eine besondere Eigenheit der Schneehühner sind die beiden bis zu 25 cm langen Blinddärme. In ihnen lebt eine spezielle Art von Bakterien, die in der Lage sind, den Holzstoff Lignin zu verdauen, der für alle Pflanzenfresser und auch für den Menschen unverdaubar ist. Auf diese Weise wird in der holzreichen Zwergstrauchnahrung auch das letzte Quäntchen Energie verwertet.

Das Alpenschneehuhn gilt europaweit als nicht gefährdet, da der Vogel auch über die Alpen hinaus sehr weit verbreitet ist. Jedoch können bestimmte menschliche Nutzungen (z.B. Erweiterung von Wintersportgebieten) eine Bedrohung für die Bestände darstellen.

Auerhuhn

Foto: Herfried Marek

Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) ist Europas größter Hühnervogel. Der Hahn wiegt etwa 3,5 bis 6 kg und hat eine Flügelspannweite von 90 cm. Er hat eine dunkelgrau-schwarze Färbung, einen weißen Achselfleck und ein blaugrün schillerndes Brustschild. Die Hennen sind mit ca. 1,3 bis 2,3 kg wesentlich kleiner und haben eine Flügelspannweite von nur 70 cm. Ihr Gefieder ist rostbraun bis rostgelb und weist oft schwarzgraue Sprenkel auf. Das Auerwild hat besonders im Winter stark befiederte Füße. Charakteristisch für beide Geschlechter sind die nackten, roten Rosen oberhalb der Augen, welche zur Balzzeit stark anschwellen (Balzrosen).

Der bevorzugte Lebensraum ist ein lockerer, großflächiger und reich gegliederter Mischwald mit einem hohen Anteil an Nadelhölzern sowie einem üppigen Altholzbestand. Solch lückige Althölzer lassen genügend Licht auf den Boden, wodurch ein guter Bodenbewuchs, ein reiches Insektenleben und ein günstiges Klima für die Küken ermöglicht werden. Auerwild braucht einen ganzjährigen Zugang zu Wasser und die Möglichkeit Magensteine aufzunehmen.

as Vorkommen ist vor allem von März bis Juni durch charakteristische Balzgesänge nachzuweisen. Man unterscheidet generell zwei Arten der Balz: Morgens erfolgt die Baumbalz (auf einem traditionellen Balzbaum sitzend und singend), welche im Tagesverlauf in die Bodenbalz übergeht. Die Eier (durchschnittlich 8 Stück) werden an einem geschützten Ort in eine flach gescharrte Mulde gelegt und von der Henne knapp 4 Wochen bebrütet. Das Auerhuhn ist ein hochspezialisierter Pflanzenfresser. Die Nahrung besteht im Sommer hauptsächlich aus Heidelbeerblättern, Beeren, Grassamen und jungen Sprösslingen. Im Winterhalbjahr ernähren sie sich von Nadeln und Knospen der Kiefern, Fichten, Tannen und Buchen. Die Küken ernähren sich in den ersten Wochen vor allem tierisch (Insekten), stellen sich dann jedoch allmählich auf pflanzliche Kost um.

Der Vogel ist zwar ein tagaktiver, jedoch sehr scheuer, unauffälliger Waldbewohner, dessen Bestand in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Die Ursache dafür ist eine beträchtliche Reduktion der Lebensräume. So wurden zahlreiche Mischwälder durch (Fichten-)Monokulturen ersetzt und vielschichtige, reich strukturierte Wälder in strukturarme Wirtschaftswälder umgewandelt.
Das Auerwild ist europaweit nicht gefährdet, wird jedoch in der Roten Liste Österreichs als „stark gefährdete Art“ genannt.

Bienenfresser

Foto: Franz Kovacs

Die ca. 28 cm großen Bienenfresser (Merops apiaster) sind sehr bunt – Bauch- und Brustbereich sind türkis, Scheitel, Nacken und Rücken rostbraun, die Flügel sind ebenfalls in diesen Farben gehalten. Über dem gelblichen Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreif. Der lange Schnabel ist leicht gebogen. Adulte Tiere haben verlängerte mittlere Schwanzfedern (Schwanzspieße). Die insgesamt blasser gefärbten Jungvögel sind, auf dem Rücken und den Flügeldecken zusätzlich grünlich getönt.

Sie sind Koloniebrüter in Höhlen, in Steilufern von Flüssen, Seen, Teichen oder Sandgruben und mögen besonders offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und Gebüschen. Als Nahrung dienen ihnen Hautflügler wie Bienen, Wespen, Hummeln, aber auch Libellen, Zikaden und fliegende Käfer. Ihre Brutzeit reicht von Mitte Mai bis Ende Juli.

Bienenfresser sind Zugvögel, die bei uns den Sommer verbringen und in Afrika überwintern. Sie sind sehr selten und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sie bevorzugen warmes Klima; in Deutschland galten sie Ende der 1980er Jahre als ausgestorben, seit 1990 wandern die Vögel jedoch wieder ein.

Birkhuhn

Foto: Herfried Marek

Das Männchen ist blauschwarz gefärbt, hat weiße Unterschwanzdecken und ein weißes Flügelband. Über den Augen hat es einen markanten, roten Fleck; die Hennen sind schlicht braun und schwarz gefleckt. Das Birkhuhn ist etwa so groß wie ein Haushuhn, also ca. 50 cm und bis zu 1,5 kg schwer.

Birkhühner (Lyrurus tetrix) halten sich gerne in Waldlebensräumen auf, bevorzugen aber besonders lichte Randbereiche und Lichtungen. Lieblingsstellen sind Sumpfränder, Ufer und Inseln, Ränder von Feldern und Holzschlagflächen. Sie nehmen hauptsächlich pflanzliche Nahrung zu sich. Die Jungen fressen Insekten und Weichtiere.
Die Paarungszeit ist von April bis Mai. Das Birkhuhn legt ca. 7 bis 10 gelblich-weiße, schwach gefleckte Eier, aus denen die Jungen schlüpfen. Diese sind dann nach ca. 2 Wochen flugfähig.

Von März an führen die Birkhähne einen Balztanz an ganz bestimmten Balzplätzen auf, die sie jedes Jahr aufsuchen. Sie plustern sich auf, springen plötzlich in die Höhe, tragen Scheinkämpfe aus und geben dabei eigenartige zischende und gluckernde Laute von sich. Die Weibchen suchen die Balzplätze viel später als die Männchen auf und erscheinen dort erst im April.

Dreizehenspecht

Der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) ist mit einer Körperlänge von 20 bis 22 cm etwas kleiner als ein Buntspecht und auf Grund des Fehlens jeglichen Rots in der Gefiederfärbung gut bestimmbar. Kennzeichnend sind die dunklen Wangen und der helle, gelbliche Bart- sowie der weiße Überaugenstreif. Die bei den meisten Kletterspechten weitgehend funktionslose nach hinten gerichtete Zehe ist bei dieser Art äußerlich völlig zurückgebildet. Beim normalen Auf- bzw. Abwärtsklettern stehen zwei Zehen nach vorne und eine nach hinten. Beim spiraligen Klettern stehen die drei Zehen etwa im rechten Winkel zueinander.

Der Vogel kommt in allen Waldtypen, vorzugsweise Hochstammwald mit Starkholz, vor. Er braucht einen entsprechenden Totholzanteil und beigemischte Laubwälder. Der Specht ist indirekt durch die Ringelung der Bäume gut nachweisbar.
Dreizehenspechte legen jedes Jahr neue Bruthöhlen an, die allein das Männchen in tote oder absterbende Nadelbäume, meist Fichten, meißelt. Nur selten werden vorjährige Bruthöhlen oder solche von anderen Spechten benutzt. Die 3 bis 5 reinweißen, spitzovalen Eier werden auf den nur durch Hackspäne etwas aufgelockerten Höhlenboden abgelegt und unter regelmäßiger Ablösung etwa
12 Tage bebrütet.

Der Specht ernährt sich vor allem von Insekten, die er durch Hacken oder Stochern aus der Rinde meist toter oder zumindest in ihrer Lebenskraft stark beeinträchtigter Bäume erbeutet. Die Aktivitätsperiode beginnt mit Sonnenaufgang und endet mit Sonnenuntergang. Ausgesprochenes Schlechtwetter kann diese Periode etwas verkürzen. Der Dreizehenspecht ist laut Vogelschutzrichtlinie geschützt. Ein bereits wesentlicher Beitrag für den Schutz aller Spechtarten sind die Naturwaldreservate, in denen keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr stattfindet.

Eichelhäher

Foto: Andreas Kristl

Der Eichelhäher (Garrulus glandarius) hat ein Gewicht von ca. 170 g, bei einer Größe von 33 bis 35 cm. Der Oberkopf ist überwiegend hell, mit kräftigen schwarzen Streifen. Der Rücken ist rötlich-grau und die Flügeldecken sind auffällig schwarz-blau gebändert. Die Bauchmitte sowie der hintere Rücken und der Bürzel sind weiß. Letzteres Merkmal fällt vor allem im Flug deutlich auf.

Dieser Vogel kommt in Laub-, Misch- und Nadelwäldern vor, die eine reiche untere Baumschicht oder hohe Strauchschicht aufweisen. Er ernährt sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung wie Eicheln, Haselnüssen, Bucheckern, Mais, Getreide, Beeren und Früchten. Der Eichelhäher beginnt Ende März bis Anfang April mit seinem Brutgeschäft. Das Weibchen legt 3 bis 7 Eier, nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Jungen und verlassen nach 21 bis 23 Tagen das Nest. Erst nach 6 bis 8 Wochen sind die Jungvögel selbstständig.

Der Alarmruf des Eichelhähers ist ein lautes, raues und charakteristisches Rätschen. Er ist in der Lage, Stimmen anderer Vögel oder auch Geräusche nachzuahmen. Sehr charakteristisch ist der Flug, der durch die unregelmäßigen Flügelschläge leicht unbeholfen wirkt. Auf dem Boden und im Geäst bewegt er sich meist hüpfend.

Eisvogel

Foto: Ewald Neffe

Der Eisvogel (Alcedo atthis) hat einen gedrungenen Körper (16 bis 18 cm) mit kurzen Schwanzfedern und eine Flügelspannweite von etwa 25 cm. Der spitze Schnabel ist ca. 4 cm lang. Das Gewicht liegt zwischen 35 und 40 g. Die Oberseite wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis türkisfarben; auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen.

Eisvögel leben an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Diese sollten ausreichend von Gehölzen gesäumt sein. Er ist in West- und Mitteleuropa ein Standvogel. Seine Nahrung besteht aus Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Die Jagdmethode des Eisvogels ist das Stoßtauchen. Die Eiablage findet vormittags statt. Jeden Tag wird ein Ei gelegt. Die Eier sind weiß, glatt, fast rund und zeigen in den ersten Tagen zartes Rosa. Danach färbt sich die Oberfläche porzellanweiß. Die Brutzeit dauert 19 bis 21 Tage.

An einer lotrechten oder leicht nach vorn geneigten Steilwand aus Lehm oder festem Sand wird mit dem Schnabel eine Nisthöhle gegraben. Die leicht ansteigende Nisthöhle mit einem Kessel am Ende ist 40 bis 80 cm lang, im Querschnitt hochoval und etwa 8 cm hoch. Der Kessel hat einen Durchmesser von 17 cm.

Flussuferläufer

Foto: A. Vorauer

Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) wird bis zu 22 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 40 cm. Sein Gewicht beträgt 40 bis 80 g. Er hat einen weißen Bauch und eine olivbraune Oberseite; die Beine sind blassgelb.

Er lebt in Bach- und Flussauen und brütet in Mulden auf den Kiesbänken. Seine Nahrung sind Insekten, Spinnen und Weichtiere. Der Zugvogel überwintert im Mittelmeerraum bis Südafrika. Das größte Brutvorkommen in Österreich gibt es – mit ca. 30 bis 36 Brutpaaren – übrigens im Naturpark Tiroler Lech.

Grünspecht

Foto: Ewald Neffe

Der Grünspecht (Picus viridis) wird bis zu 31 cm lang und hat eine Flügelspannweite von bis zu 52 cm. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite blass hell- bis graugrün. Der Kopf ist an den Seiten durch eine schwarze Gesichtsmaske gezeichnet, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Der Oberkopf und der Nacken sind rot, der Bürzel grüngelb. Die Ohrgegend, Kinn und Kehle sind dagegen weißlich. Die Flügel oder Schwingen der Tiere sind braunschwarz, gelblich oder bräunlich-weiß gefleckt. Die Steuerfedern sind auf grüngrauem Grund schwärzlich gebändert.

Er bevorzugt halboffene Landschaften mit ausgedehnten Altholzbeständen und sucht seine Nahrung fast ausschließlich auf dem Boden („Erdspecht“). Am Speiseplan stehen Ameisen, Würmer, Käfer, Spinnen, gelegentlich auch Beeren. In Mitteleuropa ist er eine der am weitesten verbreiteten Spechtarten.
Die Balz beginnt ab Dezember und nimmt dann über den Jänner und Februar deutlich zu. Die eigentliche Paargründung erfolgt Mitte März bis Anfang April. Als Nisthöhlen dienen im Regelfall verlassene Brut- und Überwinterungshöhlen anderer Spechte oder die eigenen Überwinterungshöhlen.
Das Weibchen legt fünf bis acht reinweiße Eier. Die Brutdauer beträgt 14 bis 17 Tage, 23 bis 27 Tage nach dem Schlüpfen fliegen die Jungen aus, eine lose Elternbindung bleibt jedoch noch einige Wochen bestehen. Auffällig ist der markante Reviergesang, der wie ein lautes Lachen klingt.

Kuckuck

Das Aussehen des Kuckucks (Cuculus canorus) ähnelt dem des Sperbers oder des Turmfalken. Das Gefieder der Männchen ist grau bis graubraun gefärbt. Bauchseite, Brust und Kehle sind hellgrau bis fast weißlich. Das Gefieder der Weibchen ist oberseits braun bis rostbraun. Bauch- und Brustseite sind deutlich heller. Die Jungvögel ähneln bis zur ersten Mauser dem Weibchen. Der Kuckuck wird ca. 33 cm lang und erreicht ein Gewicht von ca. 120 g. Die Flügel sind spitz und der abgerundete Schwanz ist. 13 bis 15 cm lang. Der gestufte Schwanz wird nicht selten gefächert, und die Flügel werden etwas abgespreizt hängen gelassen. Die Flügelspannweite beträgt
55 bis 60 cm. Der kräftige Schnabel weist eine dunkelgraue Färbung auf und ist leicht nach unten gebogen. Der Fuß der Kuckucke ist zygodactyl – die erste und vierte Zehe weisen nach hinten, die zweite und dritte sind nach vorn gerichtet. Der Reviergesang des Männchens ist der namensgebende Ruf „gu kuh".

Der Kuckuck benötigt vor allem vielfältige Landschaften mit naturnahen Lebensräumen und unzähligen Kleinstrukturen. Mischwälder, Moor- und Heidelandschaften bis über die obere Waldgrenze, mit exponierten Plätzen im Gehölz oder Hochgebirge sind sein bevorzugtes Revier. Dabei ist das Vorkommen der Vögel, die ihm bei der Fortpflanzung als Wirte dienen, ausschlaggebend. Er ist ein Brutparasit; das Weibchen legt seine Eier einzeln in fremde Nester. Die Eier des Kuckucks sind größer als die des Gastgebers und viele Wirtsvögel merken den Betrug und entfernen dieses fremde Ei oder es wird die ganze Brut aufgegeben. Nimmt das Singvogelpaar aber das Ei an, hat der eigene Nachwuchs keine Chance mehr. Sofort nach dem Schlüpfen des Jungkuckucks entfernt dieser die anderen Jungen oder die Eier. Behaarte Raupen, die von anderen Vögeln meist verschmäht werden, bilden einen großen Anteil der Nahrung. Aber auch Käfer, Heuschrecken, Ohrwürmer usw. gehören mit auf den Speiseplan.

Der Kuckuck ist ein Langstreckenzieher. Kleine Teile der Population überwintern schon in Westafrika, der größte Teil wandert über den Äquator hinaus. In Österreich treffen die Vögel erst im Mai ein und schon Anfang/Mitte August wird das Brutgebiet wieder verlassen. Nach neuesten Erkenntnissen bewacht das Kuckucksweibchen seinen Nachwuchs in den verschiedenen Nestern und fliegt im August gemeinsam mit ihnen in den Süden.

Mornellregenpfeifer

Die Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) sind ca. 20 cm groß mit einer Flügelspannweite von etwa 60 cm und einem Gewicht von 100 (Männchen) bis 120 g (Weibchen). Wichtigste Erkennungsmerkmale sind der breite, bis in den Nacken verlaufende weiße Überaugenstreifen und ein weißes, dunkel eingefasstes Brustband. Die Nahrung des Mornell besteht vor allem aus Insekten.

Sie sind Zugvögel, die in Nordafrika und im Mittleren Osten überwintern und von Mai bis September im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen zu Gast sind. Der Vogel ist gemäß der Artenschutzverordnung des Landes Steiermark geschützt und vor allem besonders bedeutsam ob seines in Mitteleuropa einzigartigen Vorkommens in den Seetaler Alpen.

Neuntöter

Foto: Andreas Kristl

Der Neuntöter (Lanius collurio) ist mit 16 bis 18 cm Länge die kleinste mitteleuropäische Würgerart. Die Flügellänge beträgt durchschnittlich 93 mm. Das Durchschnittsgewicht liegt bei den Männchen bei 28 g und kann sich bei den Weibchen während der Brutzeit auf 32,8 g erhöhen. Er zeigt einen sehr ausgeprägten Sexualdimorphismus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Färbung. Das Männchen hat, worauf der Name „Rotrückenwürger“ hinweist, einen rostrotbraunen bis kastanienbraunen Rücken und ebenso gefärbtes Schultergefieder. Oberkopf und Nacken heben sich mit ihrem hellen Blaugrau deutlich davon ab.

Dieser Vogel besiedelt gut überschaubares, sonniges Gelände, das offene Bereiche mit niedrigem oder kargem Bewuchs (z.B. Staudenfluren, Wiesen, Trockenrasen) im Wechsel mit versprengten Hecken oder Gehölzen mit weniger als 50% Deckung aufweist. Zur Ansitzjagd und Revierbeobachtung sowie als Neststandort benötigt er
1 bis 3 m hohe Sträucher. Hierbei werden Dornsträucher wie Schlehen, Weißdorne oder Heckenrosen bevorzugt. Der Vogel ist vor allem durch sein Verhalten bekannt, Beutetiere auf Dornen aufzuspießen.

Zu seiner Nahrung zählen vorwiegend Großinsekten (Käfer, Hummeln, Bienen und Wespen), aber auch kleine Säugetiere und Vögel. Seine Nester legt er bevorzugt in Dornsträuchern an. Neuntöter verpaaren sich meistens nur für die Dauer einer Brutsaison. Die Vögel sind bereits im ersten Jahr geschlechtsreif. Sie sind Zugvögel und in Österreich von Mai bis Oktober anzutreffen; überwintert wird im tropischen Afrika.

Tannenhäher

Ein Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes), Foto: Herfried Marek

Von Singvögeln erwartet man sich einen melodischen Gesang. Umso überraschender ist es, dass der Tannenhäher, mit seinen krächzenden Rufen zu diesen zählt. Seine „wahre Stärke“ liegt woanders: Im Gedächtnissport kann ihm keiner das Wasser reichen.

Wir zeigen, was diesen Vogel so besonders macht und wie andere Tiere und Pflanzen in seinem Lebensraum von dessen Vorkommen profitieren.

Foto: Tobias Schernhammer

Nomen est Omen

Hört man den Ruf des Tannenhähers, dann kann man es kaum glauben. Der Tannenhäher gehört zu den Raben und die wiederum zu den Singvögeln. Der eigentliche Gesang ist unauffällig und selten zu hören. Der Ruf des Tannenhähers ist schon wesentlich bekannter. Als melodiös, wie bei einem Singvogel zu erwarten, kann man ihn wahrlich nicht bezeichnen. Er ist ein zwar lautes, aber heiseres Krächtzen, das vor allem zur Brutzeit weithin zu vernehmen ist. Mit zunehmender Erregung, etwa wenn sich ein Feind annähert, wird dieser Ruf schneller gereiht. Auch andere Tiere des Waldes verstehen diese Signale und werden so vor möglichen Gefahren gewarnt. Dem Ruf verdankt dieser auffällig weiß gesprenkelte Vogel auch einen Teil seines Namens. Die Wurzel des Wortstamms „Häher“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeuten „heiser schreien“ und wer den Ruft kennt, kann das nur bestätigen. Der zweite Teil des Namens bezieht sich auf seinen ureigensten Lebensraum, den Wald. Der Tannenhäher ist eng an das Vorkommen von Nadelbäumen, wie Fichten, Tannen und Zirben gebunden. In tieferen Lagen sind seine Hauptnahrung Haselnüsse, im Gebirgswald, dort wo die Zirbe vorkommt, ernährt er sich fast ausschließlich von deren Nüssen. Die Nadelbäume braucht die Zirbelkrähe, wie der Tannhäher noch genannt wird, auch für den Nestbau. Die Nester, aus mit feuchter Erde verkleisterten Ästen, Gras, Flechten und Moos, werden bereits früh im Jahr hoch im Baum, bevorzugt in Fichten, Zirben oder anderen Kiefern errichtet.

Zapfen einer Zirbe, Foto: Herfried Marek

Das Superhirn

Im Gebirge besiedelt der Tannenhäher neben den eigentlichen Wäldern auch Waldgrenzbereiche und kommt sogar über der Waldgrenze bis zu einer Seehöhe von 2.000 m vor. In einem Lebensraum, wo auch der Steinbock und die Rostblättrige Alpenrose daheim sind, ist der Winter besonders hart. Es herrscht eisige Kälte und in den Hochlagen liegt eine oftmals meterdicke Schneedecke. Diese hält sich nicht selten über sechs Monate oder länger. Sie bedeckt die Vegetation und es ist schwierig Nahrung zu finden. Damit der Tannenhäher auch im Winter genug zu fressen hat, legt er sich Vorratskammern an. Von allen europäischen Vögeln zeigen nur der Tannenhäher und der Eichelhäher dieses Verhalten. Die Anlage von Nahrungsdepots ist unter den Wirbeltieren üblicherweise den Säugern vorbehalten. In bis zu 14.000 Verstecken werden an die 100.000 Zirbensamen und andere Nüsse für den Winter gehortet. Da der Tannenhäher ein wahres Superhirn ist, findet er ungefähr 80 % aller Verstecke, sogar unter einer dicken Schneedecke, wieder. Trotz dieser Fähigkeit, die einem Superhelden würdig ist, bleiben genug Samen über, die sich im nächsten Frühjahr zu jungen Zirbenpflanzen auswachsen können. Dadurch trägt der Tannhäher wesentlich zur Verbreitung und Verjüngung der Zirbenbestände in den Alpen bei. Die Ehrenbezeichnung „Förster der Zirbe“ hat sich der Tannenhäher redlich verdient.

Turmfalke

Foto: Ewald Neffe

Die Männchen der Turmfalken (Falco tinnunculus) erreichen durchschnittlich eine Körperlänge von 34 cm, die Weibchen von 36 cm; die Flügelspannweite beträgt etwa 75 cm. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern ist die Kopffärbung; bei den Männchen ist der Kopf grau, bei den Weibchen einheitlich rotbraun.

Der Turmfalke ist eine anpassungsfähige Art, die in unterschiedlichsten Lebensräumen zu finden ist. Generell meidet er sowohl dichte, geschlossene Waldbestände als auch völlig baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der Kulturlandschaft, der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Grundsätzlich benötigt er zum Jagen freie Flächen mit niedrigem Bewuchs.  
Die Turmfalken können ganzjährig, aber speziell zur Brutzeit im Frühjahr beobachtet werden. Sie legen meist 3 bis 6 Eier, in der Regel ab Mitte April. Die ocker-gelblich bis braunen Eier sind meist stark gefleckt und zwischen 3,4 und 4,4 cm lang. Das Weibchen brütet die Eier allein aus. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. Als Nahrung dienen ihnen kleine Säugetiere oder kleine Singvögel.

Nach dem Mäusebussard ist der Turmfalke die häufigste mitteleuropäische Greifvogelart. Der Bestand an Turmfalken war in Mitteleuropa über viele Jahrzehnte weitgehend stabil. Nur nach sehr kalten Wintern oder schlechten Mäusejahren kam es kurzzeitig zu Bestandseinbußen, die aber gewöhnlich sehr schnell wieder ausgeglichen wurden.

Uhu

Foto: Greifvogelzuchtstation Hagenbachklamm

Der Uhu (Bubo bubo) zählt zu den größten Nachtgreifvögeln weltweit. Er erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 1,80 m und ein Gewicht bis 3,5 kg. Die großen orangefarbenen Augen sind vor allem für die Jagd in der Dämmerung und Nacht geeignet, für einen guten Gesamtüberblick kann der Uhu seinen Kopf um 270° drehen.

Der sehr scheue Vogel lebt bevorzugt in abwechslungsreichen, bewaldeten Gebieten mit Felswänden (Felsenbrüter); zur Brutzeit im Frühjahr können durchschnittlich 2 bis 4 Jungtiere schlüpfen. Zu seinen bevorzugten Beutetieren zählen kleinere Säugetiere wie Mäuse, Ratten, aber auch Igel und Kaninchen.

Waldkauz

Foto: Herfried Marek

Der Waldkauz (Strix aluco) ist eine mittelgroße Eulenart, die eine Körperlänge von 40 bis 42 cm erreichen kann. Das Gewicht liegt zwischen 450 und 550 g, das Weibchen ist größer als das Männchen. Der Vogel hat eine eher gedrungene Gestalt mit rundem Kopf, das Gefieder ist rindenähnlich gefärbt.

Waldkäuze sind wendige Flieger, was ihnen in ihrem Lebensraum, Wäldern und Parkanlagen, zu Gute kommt. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv und ernähren sich von Vögeln, Fischen, Insekten und Kleinsäugern. Im Februar/März werden 2 bis 4 Eier gelegt und die Jungvögel schlüpfen nach 30 Tagen.

Wasseramsel

Foto: Tobias Schernhammer

Unter allen österreichischen Vögeln, nimmt die Wasseramsel eine besondere Stellung ein. Sie ist der einzige Singvogel, der als echter Wasservogel bezeichnet werden kann. Ein dichtes Federkleid hilft dabei, ist aber nur eine Anpassung von vielen.

Foto: Ewald Neffe

H2O macht die Wasseramsel froh

Über 4.000 Singvogelarten sind weltweit bekannt. Der Lebensraum Wasser wird von den wenigsten Vertretern dieser Vogelgruppe intensiv genutzt. In Österreich stellt die Wasseramsel ein Unikum unter den Singvögeln dar. Nur sie erbeutet praktisch ihre ganze Nahrung tauchend unter Wasser. Dabei ist sie ziemlich heikel. Vegetarische Kost wird verschmäht und nur versehentlich verzehrt. Was sie wirklich will, ist Fleisch, besser gesagt, tierisches Eiweiß. In klaren und sauberen Fließgewässern geht sie auf Jagd nach Wasserinsekten, Würmern und selten kleinsten Fischen. Die Art und Weise, wie sie diese fängt, ist bemerkenswert. Neben der Möglichkeit in stehender Position den Gewässeruntergrund nach Beute abzusuchen, ist die Wasseramsel in der Lage zu tauchen. Die Schwimmbewegungen durch die biegsamen Handschwingen der Flügel erwecken den Eindruck eines Vogelflugs unter Wasser. So ein Tauchgang, kann bis zu 30 Sekunden dauern, ist aber meist schon nach wenigen Sekunden vorbei. Ein einzigartiges Verhalten in der heimischen Vogelwelt. Nicht die einzige Besonderheit: Die meisten Singvögel geben ihren Gesang im Frühjahr zum Besten. Das Lied der Wasseramsel ist vor allem im Winter, von Dezember bis Februar, zu hören. Es ist ein abwechslungsreiches Zwitschern, Murmeln und Pfeifen, welches trotz des Rauschens eines Bachs auch noch in 50 Meter Entfernung zu hören sein kann. Für die Verständigung unter Artgenossen ist der Gesang häufig trotzdem zu leise. Die Wasseramsel weiß sich auch hier zu helfen. Durch auffälliges „Knicksen“, ein Wippen des gesamten Körpers, und Augenblinzeln spricht man untereinander mittels Zeichensprache.

Fließgewässer - Lebensraum der Wasseramsel, Foto: Ewald Neffe

Ein cooler Typ

Klare, saubere Fließgewässer, bevorzugt am Oberlauf der Flüsse, mit rascher Strömung und seichtem Wasser: So sieht das Zuhause der Wasseramsel aus. Bei einem Spaziergang durch eine naturnahe, wasserführende Schlucht mit Linden, Ahorn, Eschen, Hollerbeeren und dem typischen Hirschzungenfarn kann man sie auf Steinen sitzen sehen. Wird sie dabei von einem angreifenden Sperber überrascht, stürzt sie sich kopfüber ins Wasser. Feinde können nicht folgen. Sie ist gerettet. Dieser Lebensraum bietet ihr Sicherheit, Nahrung und Brutraum. Sie verlässt ihn auch im Winter nicht. Während andere Vögel vor der Kälte und dem Schnee in den Süden flüchten, harrt sie so lange aus, bis der Bach gänzlich zugefroren ist. Erst dann muss sie weichen und sucht nach eisfreiem Fließgewässer. Der Winter am Fluss kann sehr streng sein, doch selbst bei minus 40°C taucht sie im Wasser nach Nahrung. Durch ihr dichtes, eingefettetes Gefieder ist sie vor Kälte und Nässe geschützt. Ab dem Spätwinter widmet sich dieser „coole“ Vogel der Fortpflanzung. Hat das Wasseramselmännchen ein passendes Weibchen gefunden, werden fußballgroße Kugelnester aus Moos gebaut oder alte Nester ausgebessert und bezogen. Die Brutplätze finden sich immer nahe am stark strömenden Wasser, oft tief in Höhlungen versteckt. Je feuchter und dunkler, desto besser, könnte man meinen. Dies dient dazu, dass mögliche Nesträuber wenig Chancen auf Erfolg haben. Nach dem Schlüpfen dauert es noch ein gutes Monat bis die Jungen selbständig sind und sich ihre eigene Reviere suchen. Hat es noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts besorgniserregend für die Wasseramsel ausgesehen, so ist durch die Verbesserung der Wasserqualität und wasserbauliche Maßnahmen dieser prächtige und einzigartige Vogel an unseren Fließgewässern wieder häufig zu beobachten.

Weißstorch

Foto: Andreas Kristl

Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein Weitstreckenzieher, der in Afrika südlich der Sahara überwintert. Er ist standortreu und kehrt im März/April in sein vorjähriges Nest zurück. Im August/September zieht er wieder nach Afrika. Der Weißstorch sucht die traditionelle Kulturlandschaft, vor allem offene Wiesenflächen, die ihm als Nahrungsrevier dienen, denn hier ist das Vorkommen der Nährtiere, wie Frösche, Heuschrecken und Kleinsäuger reichhaltig. Weißstörche sind bis zu einem Meter große, schwarz-weiß gefiederte Schreitvögel. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden; die Jungtiere erkennt man an den dunkler gefärbten Schnäbeln.

Die Paarung, die bis zu achtmal am Tag wiederholt werden kann, erfolgt am Nest und ist, da von heftigem Klappern begleitet, ein auffälliges Schauspiel. Ende April ist das Gelege mit 2 bis 5 Eiern meist komplett. Die Brutdauer beträgt etwa 32 Tage. Beim Brüten lösen sich die Partner ab. Bis zum Alter von 3 bis 4 Wochen wird die Nahrung abwechselnd von je einem Altvogel herbeigeschafft, während der andere am Horst bleibt. Ungefähr 65 Tage nach dem Schlüpfen fliegen die Jungen schließlich aus.

Infolge der Intensivierungen in der Landwirtschaft hat sich der Weißstorchbestand erheblich verringert. Seit einigen Jahren ist der Bestand durch spezielle Maßnahmen jedoch wieder stark angestiegen. Beispielsweise gelang es im Naturpark In der Weinidylle durch das mit dem Naturschutzpreis 2012 ausgezeichnete Projekt „Weißstorchbelebung im Naturpark in der Weinidylle“ (2010 bis 2014) den Weißstorchbestand von 9 Brutpaaren und 28 Jungstörchen (2011) innerhalb kurzer Zeit auf 17 Brutpaare und 38 Jungstörche (2013) zu erhöhen.

Wespenbussard

Foto: Volkmar Scherr
Foto: Volkmar Scherr

Der Wespenbussard (Pernis apivorus) ist ein mittelgroßer, breitflügeliger Greifvogel (Länge: 52 bis 59 cm, Flügelspannweite: 113 bis 135 cm). Männchen haben einen blaugrauen Kopf und eine braungraue Oberseite; Weibchen sind unscheinbarer und auf der Oberseite dunkelbraun. Der Schwanz hat eine deutliche dunkle Endbinde. Die Iris ist gelb, bei Jungtieren dunkel gefärbt.

Der Wespenbussard bewohnt klimatisch begünstigte, offene Landschaften. Seine Nahrung (Wespen und Bienen, aber auch Amphibien, Spinnen oder Jungvögel) sucht er auf Lichtungen, Waldrändern und Wiesen. Im Juli und der ersten Augusthälfte werden die Jungen im Horst gefüttert. Es werden ihnen v.a. Wespennester gebracht, die die Altvögel mit den Füßen ausscharren. Dafür sind Schnabel und Augen mit schuppenartigen Federn vor Stichen geschützt.

Wiedehopf

Foto: Franz Kovacs

Der mit den tropisch verbreiteten Nashornvögeln verwandte Wiedehopf ist einer unserer hübschesten und auffälligsten heimischen Vogelarten. In früheren Zeiten ein regelmäßiger Bewohner alter Streuobstwiesen, ist er heute selten geworden.

Foto: Franz Kovacs

Leben auf zwei Kontinenten

Der Wiedehopf ist eine wärmeliebende Vogelart, die in Österreich nur in den niederschlagärmsten und wärmsten Regionen zu finden ist. Er ist ein klassischer Kulturfolger, der extensiv bewirtschaftete Streuobstbestände und Weiden mit schütterer, kurzrasiger Vegetation sowie Laubmischwälder bewohnt. Seine Beute – Großinsekten und deren Larven – sucht er auf dem Boden. Dabei hilft ihm sein langer, gebogener Schnabel, mit dem er im Boden verborgene Grillen, Raupen, Engerlinge oder Käfer ertastet. Eine spezielle Kiefermuskulatur erlaubt es ihm, den Schnabel im lockeren Boden zu öffnen und zu schließen. So kann er Beutetiere packen und herausziehen. Da seine Zunge winzig und deshalb nicht dazu geeignet ist, einen mit der Schnabelspitze ergriffenen Bissen nach hinten in den Schlund zu befördern, wirft der Wiedehopf die oft großen, sperrigen Insekten in die Luft, fängt sie mit dem Schnabel auf und schluckt sie dann.

Wenn bei uns der Sommer seinen Höhepunkt erreicht, machen sich die ersten Vögel bereits auf ihren langen Weg in Richtung Süden. Auf ihrem Zug folgen sie keinen festen Zugrouten und sind meist einzeln unterwegs. Dabei entpuppen sich die nur rund 70 Gramm schweren Vögel als richtige „Dauerflieger“. Die Alpen, das Mittelmeer und gelegentlich auch die Sahara werden ohne Umweg überflogen. Dabei dringen die Vögel in beachtliche Höhen vor: Im Himalayagebiet wurden ziehende Wiedehopfe in Höhen von fast 7.000 Metern beobachtet. Ziel der europäischen Tiere ist Afrika. Dort überwintern sie in der Sahelzone. Die ersten Rückkehrer erreichen ihre europäischen Brutplätze Mitte März.

Foto: Tobias Schernhammer

„Stinken wie ein Wiedehopf“

Zur Balzzeit im April stellen die Männchen ihren auffälligen Kopfschmuck zur Schau und versuchen mit lauten Rufen die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Ihr unverkennbare „Gesang“ besteht meistens aus drei dumpfen, flötenähnlichen Elementen, die auf „u“ enden und zum wissenschaftlichen Gattungsnamen „upupa“ geführt haben. Gelingt es dem Männchen ein Weibchen in seine Bruthöhle zu locken, ist die Paarbildung abgeschlossen. Die Neststandorte sind äußerst unterschiedlich und umfassen Ganz- oder Halbhöhlen jeglicher Art. Bei Brutbäumen zeigt die Art eine Bevorzugung von hochstämmigen, alten Obstbäumen, insbesondere von Apfelbäumen; Hirschbirnbäume werden nur selten bewohnt. Das Weibchen legt sechs bis zehn Eier, die sie alleine bebrütet. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Küken. Solange diese gehudert werden, erfolgt die Versorgung mit Nahrung durch das Männchen.

Zur Abwehr von Fressfeinden hat der Wiedehopf eine ganz besondere Verhaltensweise entwickelt, die ihm den Beinamen „Stinkvogel“ eingebracht hat. Fühlen sich die Jungvögel in ihrer Bruthöhle bedroht, stoßen sie schlangenähnliche Zischlaute aus und spritzen als Abwehrreaktion ihren Kot aus der Höhle. Schreckt das mögliche Fressfeinde noch nicht ab, sondern sie ein übelriechendes Sekret aus der Bürzeldrüse ab. Diese Drüse ist während der Brutzeit sowohl beim Weibchen, als auch bei den Nestlingen besonders gut entwickelt. Von diesem Bürzeldrüsensekret rührt der strenge Geruch her, der üblicherweise von Wiedehopfbrutstätten ausgeht und zu der Redewendung „Du stinkst wie eine Wiedehopf“ geführt hat.

Zwergohreule

Foto: Ewald Neffe

Die Zwergohreule (Otus scops) ist eine drosselgroße, grau oder bräunlich rindenfarbene Eule mit einer Flügelspannweite von 47 bis 54 cm. Der Rücken ist fein dunkel gemustert, die Bauchseite hell-dunkel längsgestreift. Die Federohren werden bei Beunruhigung aufgestellt.

Der nachtaktive Zugvogel, der südlich der Sahara überwintert, lebt hierzulande von April bis September in halboffenen Landschaften und Streuobstwiesen. Früher eintreffende Männchen besetzen ein Revier mit Höhlen in Bäumen. Wichtig sind extensiv genutzte Flächen mit reichem Großinsektenangebot (im Burgenland sind das v.a. Streuobstwiesen). Er jagt größere Insekten und Spinnen, auch Regenwürmer, Asseln sowie Kleinvögel, Kleinsäuger und Laubfrösche. Zwergohreulen führen monogame Saisonehen. Bei der Eiablage Mitte Mai bis Mitte Juni werden 3 bis 4 Eier gelegt. Die Brutdauer beträgt 20 bis 31 Tage; im Alter von 33 Tagen sind die Jungtiere voll flugfähig.

Das größte nationale Brutvorkommen der in Österreich extrem seltenen Zwergohreule findet sich übrigens im Naturpark Rosalia-Kogelberg. Die Tiere werden hier regelmäßig gezählt und Nistkästen im Naturpark angebracht, um sie in ihrer Ausbreitung zu unterstützen.

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