Zum Inhalt springen

AA AA AA

Foto: H. Marek

Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / R. Herbst

Foto: F. Kovacs

Foto: E. Neffe

Foto: J. Hinterleithner

Foto: E. Neffe

Foto: H. Marek

Europäische Naturparke-Erklärung

Am 16. April 2013 wurde in Deutschland die Europäische Naturparke-Erklärung von Vertretern der Dachverbände aus Frankreich, Ungarn, Slowenien, Luxemburg, der Schweiz, Deutschland und Österreich sowie des europäischen Dachverbandes EUROPARC Federation unterschrieben. Mit der Unterzeichnung dieses Dokuments, welches ein 10-Punkte-Programm zur Stärkung der ländlichen Räume in Europa enthält, setzen sie ein Zeichen für die nachhaltige Entwicklung und die verstärkte Zusammenarbeit der Naturparke.

Vertreter der Europäischen Naturpark-Dachverbände, v.l.n.r.: Béla Básthy, Präsident Ungarischer Naturparkverband; Dominique Lévêque, Vizepräsident Französische Föderation der regionalen Naturparke; Mag. Wolfgang Mair, Präsident Verband der Naturparke Österreichs; Staatsrat Jean-Michel Cina, Präsident Netzwerk Schweizer Pärke; Dr. Michael Arndt, Präsident Verband Deutscher Naturparke; Marco Schank, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen Luxemburg; Mag. Martin Šolar, Präsident Gesellschaft der Naturparke Sloweniens - Foto: Verband Deutscher Naturparke e. V.

Nachstehend sind die zentralen Punkte aus der Europäischen Naturparke Erklärung wiedergegeben.

Starke Naturparke – starke ländliche Räume

Naturparke gibt es in vielen europäischen Staaten. Es handelt sich um herausragende Landschaften mit einem besonderen Reichtum an natürlichem und kulturellem Erbe. Sie nehmen, zusammen mit anderen Schutzgebieten, bis zu 25 % der Landesflächen in den einzelnen Staaten ein und spielen eine vitale Rolle im großen Netzwerk der Parke in ganz Europa. Naturparke liegen insbesondere in den ländlichen Räumen und sind zukunftsweisend für den Erhalt von biologischer Vielfalt, Natur und Landschaft, für die landschaftsbezogene Erholung und einen nachhaltigen Tourismus, für die Umweltbildung sowie für die nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum.

Naturparke sind Modellregionen für integrativen Naturschutz

Als integrative Schutzgebiete für Mensch und Natur verbinden sie den Schutz und die Nutzung der Landschaft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Sie enthalten einen hohen Anteil an nationalen Schutzgebieten und schließen zahlreiche Gebiete des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 ein. Zusätzlich leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Sie sind national nach den Naturschutzgesetzen ausgewiesen und international entsprechend der Schutzkategorie V „Geschützte Landschaft“ der IUCN (International Union for Conservation of Nature) anerkannt. Sie tragen in den einzelnen Staaten dazu bei, internationale Verpflichtungen zu erfüllen. Hierzu zählt die Konvention über die biologische Vielfalt (CBD), die in einem Arbeitsprogrammverbindliche Ziele für die Entwicklung von Schutzgebieten festgelegt hat, zu denen auch Naturparke zählen.

Naturparke sind Motoren der Regionalentwicklung

Im Rahmen der Europa 2020-Strategie, die intelligentes, nachhaltiges und integriertes Wachstum fördern will, können Naturparke wichtige Beiträge leisten. Insbesondere in den Bereichen Beschäftigung, soziale Integration, Bildung, Ressourcen- und Klimaschutz tragen Naturparke auch heute schon zu einer positiven Entwicklung der ländlichen Regionen bei, u.a. durch Förderung von Wissensgrundlagen in ländlichen Gebieten, Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung von Ökosystemen, Förderung von lokalen Märkten und kurzen Vermarktungswegen oder durch die Förderung lokaler Entwicklung in ländlichen Gebieten. Darüber hinaus tragen sie zur Bewältigung des demografischen Wandels in den ländlichen Regionen bei. Naturparke sind Kooperationsmodelle Naturparke erreichen ihre Ziele nur gemeinsam mit vielen Partnern. Sie stimmen ihre Entwicklungsziele in der Region mit zahlreichen Akteuren ab und bieten so einen Rahmen für ein gemeinsames Engagement vieler Partner für die zukunftsorientierte Entwicklung der Region. Naturparke genießen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, stiften auf zeitgemäße Weise regionale Identität und sind in besonderer Weise geeignet, das ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement zu fördern.

Potentiale nutzen – Naturparke für vitale und lebenswerte ländliche Räume in Europa

Naturparke sind Partner der Regierungen in den einzelnen europäischen Staaten für eine Entwicklung der ländlichen Räume in Europa, die den Erhalt der biologischen Vielfalt mit einer nachhaltigen Landbewirtschaftung und der Schaffung von Arbeitsplätzen verbindet. Dass sich die Investition öffentlicher Mittel in die Naturparke auch wirtschaftlich lohnt, belegen allein schon die Studien zur touristischen Wertschöpfung, die Naturparke auslösen. Die Umsetzung der neuen Förderperiode der Europäischen Union 2014-2020 im Rahmen der Europa 2020-Strategie bietet die Chance, Naturparke noch intensiver für eine Stärkung der ländlichen Räume und die Umsetzung der Förderziele auf Ebene der Europäischen Union und der einzelnen Staaten zu nutzen. Naturparke sind besonders geeignet, um den Zielen der Europäischen-Kohäsionspolitik (Kohärenz, Komplementarität, Kooperation und Koordination) gerecht zu werden. Naturparke können hierbei im Rahmen des Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), des Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) erfolgreiche Projekte gestalten.

10-Punkte-Programm zur Stärkung der ländlichen Räume in Europa durch Stärkung der Naturparke

  • Naturparke verstehen es als Träger eines integrativen Naturschutzes, die Bevölkerung und die Landnutzer in die Erhaltung der Natur als Kapital der Region einzubeziehen. Sie schaffen Akzeptanz für den Naturschutz in ihrer Region. So unterstützen sie auch die erfolgreiche Umsetzung europäischer Programme wie Natura 2000 und Wasserrahmenrichtlinie.
  • Naturparke stärken das Image und die touristische Entwicklung der Region. Denn sie sind staatlich anerkannte Qualitätsmerkmale einer Region.
  • Naturparke sind Motoren der regionalen Entwicklung in ländlichen Räumen. Hierzu zählt die Schaffung einer gemeinsamen Aktionsplattform für die Menschen der Region ebenso wie die Erhöhung der touristischen Attraktivität durch Image und Angebote und die Stärkung der „weichen“ Standortfaktoren wie intakte Landschaft und regionale Identität.
  • Naturparke tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass Klimaveränderungen abgeschwächt werden und Anpassungen an einen Klimawandel stattfinden. Naturschutzmaßnahmen wie Moor- und Grünlandschutz gehören ebenso dazu wie die Stärkung regionaler Kreisläufe und der öffentlichen Mobilität.
  • Naturparke schaffen Mehrwerte und Innovationen. Hierzu zählen neue regionale Produkte in der Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz ebenso wie Angebote für einen barrierefreien Tourismus.
  • Naturparke stiften auf zeitgemäße Weise regionale Identität und binden die Menschen, Akteure und Institutionen in ihrer Region ein. Sie bilden so eine Plattform der Kooperation und schaffen die Grundlage für ein gemeinsames bürgerschaftliches Engagement der Menschen für ihre Region.
  • Naturparke vermitteln Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch qualifizierte Umweltbildung das Besondere von Natur und Kultur ihrer Region.
  • Naturparke engagieren sich dafür, das Kulturerbe in ihren Regionen zu erhalten sowie im Ansehen und Wert zu steigern.
  • Naturparke binden ihre Regionen in europäische und internationale Netzwerke ein und beteiligen sich an europäischen Projekten und Förderprogrammen.
  • Naturparke tragen dazu bei, die demografische Entwicklung in den ländlichen Räumen durch Erhöhung der Lebensqualität für die Bevölkerung, durch Entwicklungsimpulse wie im Tourismus und durch die Vermittlung einer regionalen Identität auch an jüngere Generationen abzufedern.
Top