Naturvermittlung für Menschen mit Behinderungen
Tagung „Naturvermittlung für Menschen mit Behinderungen“
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Barrierefreiheit ist eine neue planerische Konzeption, die im deutschsprachigen Raum – im Gegensatz zu angloamerikanischen Ländern – noch in den Kinderschuhen steckt. Der von Michaela Künzl vorgestellte Modellmanagementplan Barrierefreiheit im Nationalpark Berchtesgaden stützt sich auf die Vernetzung von Fachleuten aus den Bereichen der Umweltbildung, des Naturschutzes und der Behindertenarbeit und will als Vorbild für andere Großschutzgebiete dienen. Markus Keplinger, Therapiewerkstättenleiter im Pflegezentrum Kainbach, konkretisierte die Anforderungen der Behinderteneinrichtungen an Naturvermittlungsangebote sowie NaturvermittlerInnen und Barbara Holzer stellte mit ihrem „Wald der Sinne“ einen erfolgreich umgesetzten barrierefreien Erlebnisweg vor, bei dem sie die Wirkung der Kraftquelle Natur ganz bewusst einsetzt. Von der Geschichte der Integration bis zur gelebten Integration an der VS Kalkleiten, in der seit heuer nach dem Jena-Plan-Konzept unterrichtet wird, berichtete Susanne Moosbrugger. Jürgen Einwanger von der Alpenvereinsjugend beleuchtete die Anforderungen an die Naturvermittlung und stellte den von Ulrike Schwarz geleiteten SPOT Lehrgang „Jugendarbeit integrativ“ vor.
Josef Limberger, Naturschutzbund Oberösterreich, brachte seinen druckfrischen „Wanderführer 3“ mit zur Tagung, dessen Routenbeschreibungen detaillierte Informationen zu den Wegen, zu der behindertengerechten Infrastruktur und den gastronomischen Angeboten verbindet. Leo Pürrer präsentierte die von der Behinderten-Selbsthilfegruppe Hartberg geltenden Kriterien für barrierefreie Urlaubsangebote und verwies auf ihre umfangreiche Datenbank, die barrierefreie Hotels, Freizeiteinrichtungen und Gastronomiebetriebe in der Steiermark umfasst und seit 15 Jahren einzeln besucht und kontrolliert wird. Franz Handler und Verena Langer gaben einen Überblick über bestehende barrierefreie bzw. integrative Naturvermittlungsangebote im deutschsprachigen Raum und stellten mit den Anforderungen und Vorbereitungsarbeiten bei der Planung Ergebnisse des Projekts vor, das der Tagung voranging. Am zweiten Tag fanden Workshops und Führungen statt, bei denen die Möglichkeit zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch rege angenommen wurde.
Erkenntnisse, Anregungen und Vereinbarungen im Zuge der Diskussionen:
| Möglichkeiten für Naturerlebnisse liegen oft unmittelbar vor der Haustüre. Man muss aufmerksam und geschult sein, diese Begegnungsmöglichkeiten auch Anderen mitteilen zu können – insbesondere Menschen, die in ihrem Aktionsradius eingeschränkt sind. | |
| Da sich bereits verschiedene Institutionen mit dieser Thematik auseinandersetzen, ist die Möglichkeit für einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch wichtig und stellt eine große Hilfestellung dar. | |
| Von einzelnen TeilnehmerInnen wurden weitere Exkursionen vereinbart. | |
| Das Arbeiten in der Gruppe beflügelt die Ideen. Eine theoretische Auseinandersetzung in Verbindung mit praktischen Handlungen unterstützt neue Zugänge für Sinneswahrnehmungen. | |
| Eine Sammlung von Spielen, die Möglichkeiten für Sinneswahrnehmungen bieten, wäre notwendig. | |
| Für das Arbeiten mit behinderten Menschen ist es wichtig, über die Auswirkungen von Sinnesbeeinträchtigungen Bescheid zu wissen. Was ist möglich und notwendig, worauf ist Rücksicht zu nehmen. | |
| Für alle Angebote, die behinderten Menschen Möglichkeiten der Erholungs- und Freizeitgestaltung in Natur und Landschaft bieten, ist eine einheitliche Kennzeichnung (Piktogramme) erforderlich. Alle Gemeinden, Tourismuseinrichtungen, Betriebe, Freizeit- und Erholungseinrichtungen, Natur- und Nationalparke usw. sollen sich einer einheitlichen Bezeichnung, die für die unterschiedlichen Formen von Behinderungen eine Entscheidungshilfe darstellt, bedienen. | |
| Behindertengerechte Angebote müssen einheitlich kommuniziert werden. Dies erfordert leicht verständliche, aussagekräftige und einheitliche Formulierungen. | |
| Um alle Aktivitäten, Institutionen und Organisationen, die sich um die Belange der besonderen Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Formen von Behinderungen engagieren, zu koordinieren, bedarf es einer Stelle, von der diese Vernetzungsleistungen übernommen werden. | |
| Um die Naturvermittlungsangebote, wie sie von WaldpädagogInnen, Natur- und Landschaftsführern, Nationalparkrangern, usw. erbracht werden, auch für die unterschiedlichen Zielgruppen von behinderten Menschen anbieten zu können, ist eine Zusatzqualifizierung erforderlich. Dazu wird im Naturpark Mürzer Oberland eine Klausur abgehalten, die ein Konzept für erforderliche Ausbildungsinhalte im Sinne eines Aufbaumoduls erarbeitet. | |
| Wichtiger Partner für viele der angesprochenen Anliegen ist der Tourismus. Für die Sektoren Freizeitwirtschaft, Gastronomie und Beherbergung ist die Zielgruppe der behinderten Menschen eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe, weder von ihrer Anzahl, noch von ihrer Finanzkraft. |
Begrüßung, Einleitung und Schlussworte zur Tagung:
Johannes Kunisch, Oö. Akademie für Umwelt und Natur
Peter Iwaniewicz, BMLFUW
Wilbirg Radler, Oö. Akademie für Umwelt und Natur
| Führungen: |
| Modellhafte Führung für die Zielgruppe Menschen mit geistigen Behinderungen Barbara Holzer |
| Modellhafte Führung für die Zielgruppe RollstuhlfahrerInnen Josef Limberger |
| Workshops: |
| Naturvermittlung für Menschen mit Behinderungen – Weiterarbeit Franz Handler |
| Integration allgemein Susanne Moosbrugger |
Wir danken allen Mitwirkenden und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!
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Verband der Naturparke Österreichs
Franz Handler |
Oö. Akademie für Umwelt und Natur
Johannes Kunisch |















