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Weiterbildung 2010 - Naturvermittlung für Menschen mit Behinderungen

Naturvermittlung für Menschen mit Behinderung

Die Weiterbildungsveranstaltung für Natur- und Landschaftsführer/innen zum Thema „Naturvermittlung für Menschen mit Behinderung“ fand vom 28. bis 30 Mai 2010 im Naturpark Mürzer Oberland statt. Am Seminar, das vom Verband der Naturparke Österreichs in Zusammenarbeit mit dem LFI Steiermark und dem Oesterreichischen Alpenverein angeboten wurde, nahmen insgesamt 12 Personen aus dem Bereich der Behindertenbetreuung und Naturvermittlung teil.

Das praxisorientierte Seminar wurde von Ulrike Schwarz geleitet. Sie zeigte den Teilnehmer/innen verschiedene Möglichkeiten, wie Spiele für Menschen mit Behinderung adaptiert werden können und wie an eine Naturführung herangegangen werden kann. Die wichtigste Aussage des Tages war, dass nicht neue Angebote geschaffen werden müssen, sondern die bereits bestehenden angepasst werden sollen. Eva Habermann, die Geschäftsführerin des Naturparkes Mürzer Oberland, stellte den Teilnehmer/innen den Naturpark vor und berichtete von den Programmen und Projekten, die zum Seminarthema im Naturpark durchgeführt werden. Am Abend gab es eine Diskussionsrunde zu Anforderungen von Rollstuhlfahrer/innen mit Erwin Gruber – selbst Rollstuhlfahrer und ehemaliger Hauptschullehrer.

Am Samstag begleitete die Natur- und Landschaftsführerin Renate Dobrovolny die Teilnehmer/innen rund um den Freinerhof in die Natur. Mit Spielen, in die auch die „Blinden“ und „Rollstuhlfahrer/innen“ integriert wurden, konnten auch hier wieder viele Erfahrungen mit dem Umgang mit Menschen mit Behinderungen gesammelt werden. Am Nachmittag entwickelten die Teilnehmer/innen eigene Angebote, die dann mit der gesamten Gruppe ausprobiert wurden.

Am letzten Tag des Seminars führte Barbara Holzer durch den „Wald der Sinne“, der durch inzwischen 25 Stationen die Möglichkeit bietet, Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Alle Stationen sind rollstuhlgerecht aufgebaut, allerdings muss man als Rollstuhlfahrer/in schon recht sportlich sein, um sich auch über alle Wege zu wagen.

Durch Selbsterfahrung im Umgang mit Rollstühlen oder Simulieren von Blindheit durch das Verwenden von Augenbinden konnten die Teilnehmer/innen in den drei Tagen ebenfalls viele Erfahrungen sammeln. Besonders zeigten viele Übungen, dass man auch auf Kleinigkeiten achten muss, die man als „Sehender“ gar nicht beachtet. Unter den Teilnehmer/innen, die von den Anforderungen ihrer Berufe berichteten, kam es zusätzlich zu regem Erfahrungsaustausch.


Programmübersicht:

Freitag, 28. Mai 2010:
Referent/innen: Ulrike Schwarz (Lehrgangsleiterin des SPOT Seminars „Jugendarbeit integrativ“, Österreichischer Alpenverein) und Eva Habermann (GF Naturpark Mürzer Oberland)
Ort: Seminarraum im Freinerhof und „rund um den Freinerhof“ (Frein an der Mürz)

Inhalte:

  • Kennen lernen der Teilnehmer/innen und Einleitung zum Seminarwochenende: Zielvorstellungen – Organisation – Überblick
  • Einstieg ins Thema: Behinderung, Mechanismen von Ausgrenzung, Barrierefreiheit – vielfältige alltägliche Barrieren durch Selbsterfahrung kennen lernen und spüren
  • Vorstellung des Naturparks Mürzer Oberland durch Eva Habermann – Angebote, Zielsetzungen, Chancen und mögliche Hindernisse
  • Kurzer Input zu Kriterien „barrierefreier Angebote“; Kennenlernen der vielfältigen Möglichkeiten integrativer, barrierefreier und attraktiver Freizeitangebote
  • Diskussion und Austausch mit Erwin Gruber (Rollstuhlfahrer) bzgl. der Anforderungen von Menschen mit Behinderung für Freizeitangebote (in der Abendeinheit)


Samstag, 29. Mai 2010:
Referentinnen: Ulrike Schwarz und Renate Dobrovolny (Natur- und Landschaftsführerin)
Ort: Seminarraum im Freinerhof und „rund um den Freinerhof“

Inhalte:

  • Barrierefreie Vermittlungsmethoden, Anleitung von Naturwissen und Naturerfahrung kennen lernen und ausprobieren (für unterschiedlichste Beeinträchtigungen)
  • Übungen selbst ausprobieren und anleiten
  • Gemeinsame Erarbeitung barrierefreier Naturvermittlung zu unterschiedlichen Themen: Wiese, Wasser, Wald durch die Teilnehmer/innen
  • Naturerfahrungs- und Wahrnehmungsspiele adaptieren und anleiten lernen


Sonntag, 30. Mai 2010:
Referentin: Barbara Holzer (Waldpädagogin)
Ort: „Wald der Sinne“ (Neuberg an der Mürz)

Inhalte:

  • Natur- und Sinneserfahrungen mit Menschen mit Behinderung (für unterschiedlichste Beeinträchtigungen) im „Wald der Sinne“
  • Begleitung integrativer Gruppen im Erlebnisraum Natur – Praxis mit anschließender Kurzreflexion



Impressionen:

















Wir danken allen Mitwirkenden und freuen uns auf ein Wiedersehen im Naturpark!

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