Sölker Jesuitengarten
Der Sölker Jesuitengarten
Im Jahre 1612 wurde die Herrschaft Großsölk, zu der damals auch der Garten samt benachbartem Niederschloß gehörte, von Erzherzog Ferdinand an die Jesuiten verkauft. Diese waren vorwiegend in der Gegenreformation tätig. 1773 wurde der Jesuiten-Orden von Kaiser Josef II. aufgehoben, das Gut in Folge zum K. u. K. Studienformat eingezogen. 1824 wurde es öffentlich versteigert.
Heute steht der Garten im Besitz der Familie Gödl, der Naturpark Sölktäler ist Pächter und Betreiber der Gartens.
Aus historischen Quellen ist sicher belegt, dass der heutige Sölker Jesuitengarten im 17. Jahrhundert von den Jesuiten als Garten geführt wurde. Es ist sogar wahrscheinlich, dass dieses Gelände schon zuvor als Garten genutzt wurde.
Die Form der Anlage mit ihren Terrassen stellt eine Besonderheit dar, da die Mauern als Trockensteinmauern errichtet sind. Mit ihrer Ausrichtung nach Süden bieten die Steinterrassen ein optimales Kleinklima für den Gartenbau: Die über den Tag gespeicherte Wärme wird über die Nacht abgestrahlt. Das begünstigt die Pflanzen in ihrem Wachstum besonders.
Bei der Renovierung des Gartens im Jahr 2003 wurden diese wieder errichtet. Bei dieser heute nur noch selten angewandten Handwerkstechnik wird kein Mörtel verwendet, sondern die Steine in einer speziellen Technik übereinander geschlichtet.
Heute ist der Garten mit vielen besonderen Kräutern, Blumen und Gemüsesorten wieder lebendig, bunt und duftend. Auf den drei sonnigen Terrassen werden über 200 verschiedene Pflanzen kultiviert, darunter auch alte Gemüsesorten.
Viele Gemüse-, Getreide- und Kräutersorten werden heute im Handel nicht mehr angeboten und drohen zu verschwinden. Daher dient dieser Garten auch der Erhaltung alter und besonderer Sorten. Jungpflanzen und Samen werden an Interessierte gerne abgegeben.


















