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Herkunfts- und Qualitätskriterien

Fassung vom 27.01.2012

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Österreichische Naturpark-Spezialitäten Herkunfts- und Qualitätskriterien


Präambel

Die österreichischen Naturparke repräsentieren eine Vielfalt charakteristischer Landschaften -  in der Regel Kulturlandschaften, die durch jahrhundertelanges Bewirtschaften entstanden sind. Eines der gesetzlichen Ziele der Naturparke ist daher auch der Schutz  einer Landschaft in Verbindung mit deren Nutzung. Dafür wird das Prädikat „Naturpark“ durch die jeweilige Landesregierung vergeben.  

Bei den „Österreichischen Naturpark-Spezialitäten“ hängen der Schutz der Natur und die Erzeugung traditioneller Produkte eng zusammen: zum Beispiel sind Streuobstwiesen der Lebensraum für Steinkauz, Wiedehopf, Fledermäuse und andere Tiere und gleichzeitig der Lieferant für Säfte, Marmeladen und Schnaps. Oder die Almen in den alpinen Naturparken: sie müssen beweidet werden, um ein Zuwachsen zu verhindern - gleichzeitig gewinnt man Fleisch und Milch für verschiedene Käsespezialitäten.
Österreichische Naturpark-Spezialitäten tragen also durch die Art wie sie erzeugt werden zum Schutz der Landschaft in den Naturparken bei. Zusätzlich haben sie hohe Qualität und schmecken hervorragend.


Kriterien für Naturpark-Spezialitäten

Naturpark-Spezialitäten erfüllen daher folgende zwei Hauptkriterien:

  • Sie werden im Naturpark erzeugt
  • Sie tragen zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Naturpark bei.

Weitere Kriterien, die Naturpark-Spezialitäten erfüllen:

  • Naturpark-Spezialitäten sind Produkte von guter Qualität. Ihre ProduzentInnen nehmen in der Regel an einem Gütesiegel-Programm teil oder sie sind Mitglied eines Bio-Verbandes.
  • Produzentinnen und Produzenten von „Naturpark-Spezialitäten“ wissen über die  Ziele und Anliegen ihres Naturparks Bescheid und identifizieren sich mit ihnen.

 

Einzelheiten zu den Kriterien

Lage im Naturpark

  • Der Sitz des Betriebes liegt in einer Naturparkgemeinde und
  • die wertgebenden Bestandteile einer Naturpark-Spezialität stammen aus einer Naturparkgemeinde (z.B. die Kräuter beim Kräutersalz, die Hirschbirne in der Hirschbirn-Schokolade oder Hirschbirn-Pastete).

Beitrag zum Schutz der Landschaft und Natur
Ein Beitrag zum Schutz der Landschaft und Natur wird mit folgenden Produktionsweisen und der Erzeugung folgender Produktgruppen geleistet:

  • Streuobstbau und die Produkte daraus.
  • Weidehaltung und/oder Alpung von Rindern, Schafen und Ziegen
  • Imkerei: Bienenhaltung ist in allen Naturparken wichtig. Naturpark-Spezialitäten aus Imkereien werden regelmäßig auf ihre Qualität überprüft  (Honiggütesiegel).
  • Produkte aus kleinstrukturierten bäuerlichen Betrieben mit abwechslungsreicher Bodennutzung (Wiese-Acker-Wald) und vielen Kultur­landschafts­elementen (Hecken, Feldgehölzen, Obstbäumen, Steinkobeln, ….)
  • Anbau und Wildsammlung von Kräutern und Wildfrüchten und Erzeugung von Fruchtaufstrichen, Sirupen , Teemischungen, Kräutersalz u.ä.
  • Anbau von (früher heimischen) Spezialkulturen, wie Hanf und Flachs, Ölkürbis
  • Haltung alter Haustierrassen (so gibt es eine sehr aktive Gruppe von Steinschaf-Züchtern im Naturpark Südsteirisches Weinland oder Turpolovje-Schweine im Naturpark Leiser Berge)
  • Teichwirtschaften: in der Teichwirtschaft geht es um naturnahe Haltungs- und Fütterungsmethoden bzw. um die Haltung autochtoner Fischarten (z.B. im Naturpark Weissensee)
  • Biolandbau
  • Qualitätsweinbau und Uhudler: hier geht es um die Erhaltung typischer Landschaftsformen
  • Wild (Wild aus der Jagd bzw. aus extensiven Wildgehegen)
  • Handwerk und Kunsthandwerk: auch hier wird durch die Art der verwendeten Ausgangsmaterialien (z.B. Wolle, Holz etc) ein Beitrag zum Schutz von Landschaft und Natur geleistet

Diese Liste kann auf Antrag eines Naturparks durch den Vorstand des VNÖ erweitert werden.

Qualität
Die ProduzentInnen der Naturpark-Spezialtäten sind in der Regel Mitglied eines Bio-Verbandes oder sie nehmen an einem Gütesiegel-Programm teil. Über  Bio-Verband oder Gütesiegel-Programm wird die Qualität regelmäßig kontrolliert. Sollte die Mitgliedschaft bei einem Bioverband oder Gütesiegelprogramm nicht möglich sein, sind die Produzentin oder der Produzent und die Qualität der Produkte dem Management des Naturparks bekannt

Identifikation mit den Ideen des Naturparks
Produzentinnen und Produzenten von „Naturpark-Spezialitäten“ wissen über die Ziele und Anliegen ihres Naturparks Bescheid und identifizieren sich mit ihnen. Dies drückt sich beispielsweise dadurch aus, dass sie auf ihrem Hof ein Schild „Österreichische Naturpark-Spezialitäten“ anbringen bzw. ihre Homepage mit der ihres Naturparks bzw der Seite www.naturpark-spezialitaeten.at verlinken bzw. regelmäßig an Veranstaltungen des Naturparks teilnehmen.


Naturparkspezifische Kriterien

Die österreichischen Naturparke sind sehr unterschiedlich z.B. bezüglich des Charakters der Landschaft oder auch der Größe des jeweiligen Parks.  Die hier beschriebenen Kriterien verstehen wir daher als Mindestkriterien, die von den einzelnen Naturparken ergänzt werden können. Ergänzungen sind auf der homepage www.naturpark-spezialitaeten.at beim jeweiligen Naturpark nachzulesen.


Wie wird man ProduzentIn von Naturpark-Spezialitäten?

Will ein Produzent / eine Produzentin Naturpark-Spezialitäten vermarkten, wendet er/sie sich an seinen Naturpark. Es kommt zu einem Gespräch zwischen ProduzentIn und Naturparkmanagement, in dessen Rahmen eine Vereinbarung getroffen wird.  Mit seiner / ihrer Unterschrift bestätigt der / die ProduzentIn die Einhaltung der Kriterien.

 

 

 

 

 

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